Da war es noch trocken: Pfarrer Michael Storost und der als Prediger zum Wallfahrtsfest eingeladene Weihbischof Peter Birkhofer beim Einzug in den Annahof.Foto: Fechter Foto: Schwarzwälder Bote

St.-Anna-Fest: Weihbischof Birkhofer fordert einen Bund zwischen Jung und Alt, der über Corona hinausreicht

Der Himmel spendete reichlich Segen beim St.-Anna-Wallfahrtsfest, das nach einem Jahr pandemiebedingter Pause in diesem Jahr wieder gefeiert werden durfte, wenn auch mit Corona-bedingten Einschränkungen. Festprediger war Weihbischof Peter Birkhofer.

Der Himmel spendete reichlich Segen beim St.-Anna-Wallfahrtsfest, das nach einem Jahr pandemiebedingter Pause in diesem Jahr wieder gefeiert werden durfte, wenn auch mit Corona-bedingten Einschränkungen. Festprediger war Weihbischof Peter Birkhofer.

Haigerloch. Dass den Menschen dieses traditionelle Wallfahrtsfest wichtig ist, zeigte sich daran, dass fast alle trotz strömenden Regens bis zum Schluss des Gottesdienstes im Annahof ausharrten.

Pfarrer Michael Storost, geistlicher Leiter der Seelsorgeeinheit Eyachtal – Haigerloch St. Anna, begrüßte die Wallfahrer und den Festprediger, Weihbischof Peter Birkhofer. Mitzelebranten waren Pfarrer Dieter Mayer und Diakon Franz Haueisen.

Weihbischof Birkhofer ging in seiner Predigt auf Anna und Joachim ein, die Eltern der Gottesmutter Maria, die er als Rahmenfiguren, aber keinesfalls farblos bezeichnete. Sie seien Heilige des Alten Testaments, die auch heute noch Vorbild sein könnten. Das lange Zeit kinderlose Paar habe mit Gott gerungen, aber dennoch seinen Glauben nicht verloren, und sei letztlich mit der Geburt Marias belohnt worden.

Der Weihbischof aus Freiburg verglich dies mit der Pandemie-Situation, in der viele Menschen keine Antwort auf ihre Probleme und Ängste finden. Die heilige Anna ermutige dazu, Vertrauen zu haben und den Blick zu weiten. Es brauche eine neue Geschwisterlichkeit aller Generationen, um die Krisensituation zu meistern.

Am Welttag der Großeltern, den Papst Franziskus für diesen Sonntag ausgerufen hatte, erinnerte Birkhofer daran, dass in der Pandemie viel Egoismus zutage getreten sei, aber auch eine große Hilfsbereitschaft der jungen Menschen gegenüber den Älteren. Er hofft, dass sich diese Solidarität und Kreativität über die Zeit retten lässt. "Die Zukunft der Welt ist der Bund zwischen Jung und Alt", rief er den versammelten Menschen zu. Papst Franziskus habe drei Eckpfeiler genannt, um Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität zu erreichen und eine menschliche, gastliche Welt zu schaffen: Träume, Erinnerung und Gebet. Die Erinnerung sei das Fundament der Gesellschaft, so der Bischof, und das Gebet diene als Lunge, die man zum Durchatmen brauche.

Der katholische Kirchenchor Haigerloch umrahmte den Wallfahrtsgottesdienst mit der Deutschen Messe von Michael Haydn sowie den Chorsätzen "Siehe, das ist Gottes Lamm" und "Jubilate Deo". Chorleiter Mike Krell begleitete den im Freien endlich wieder erlaubten Gemeindegesang am Piano. Pfarrer Storost dankte abschließend allen Helfern, die das Annafest unter schwierigen Bedingungen möglich gemacht hatten.

Nach dem Fest boten die Pfadfinder das traditionelle Mittagessen an. Corona-bedingt aber diesmal im Lieferservice oder zum Abholen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: