Bis zu vier Windräder können in dem Bereich entstehen. Foto: Pixabay

Bis zu vier Windräder könnten auf Ringsheimer Gemarkung im Bereich Hohwald zwischen Ettenheimmünster und Schuttertal entstehen. Gemeinderat und Bürgermeister sind von der Idee angetan – trotz Widerstand in anderen Kommunen.

„Für uns als Gemeinde ist es wichtig, den Bereich erneuerbarer Energien voranzutreiben“, betonte Bürgermeister Pascal Weber bei der Gemeinderatssitzung im Rathaus, bei der er den Räten eine Erstinformation zum weiteren Windkraftpotenzial in der Gemeinde präsentierte. Die Idee, dass die Gemeinde bis zu vier neue Windräder erhalten könnte, kam bei den Räten gut an – sie beauftragten den Rathauschef einstimmig, weitere Gespräche zu einer möglichen Umsetzung zu führen.

 

Genau geht es dabei um den Bereich Hohwald zwischen Ettenheimmünster und Schuttertal. Diese auf Ringsheimer Gemarkung liegenden Flächen hat der Regionalverband im Rahmen der Teilfortschreibung „Windenergie“ als Flächen aufgeführt, die für Windkraft vorgesehen beziehungsweise dafür geeignet wären.

Mit der Teilfortschreibung sollen Gebiete für Standorte regionalbedeutsamer Windkraftanlagen festgelegt werden. Derzeit läuft dazu die Offenlage. „Nach ersten überschlägigen Planungen wären dort bis zu vier neue Windkraftanlagen möglich“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Standort ist Exklave der Gemeinde

„Wir haben zwar kein Ziel, bis zu einem bestimmten Jahr klimaneutral zu sein, aber wir müssen so viel untersuchen, wie wir können und müssen schauen was geht und was nicht geht“, betonte Weber und ging auch auf die im November gefassten Pläne ein, gemeinsam mit Ettenheim drei Windräder auf dem Schmalzgrüblebühl und dem Schlangenbühl zu errichten. „Aufgrund der Topographie gibt es in Ringsheim nicht so viele mögliche Punkte“, erklärte Weber. Umso attraktiver ist offenbar der Standort Hohwald, bei dem es sich um eine Exklave der Gemeinde handelt. Die Windräder würden dort rund zehn Kilometer entfernt vom Kernort entstehen.

Dass die Pläne nicht überall gut ankommen, ist dem Bürgermeister bewusst: „Manche Kommunen finden es toll, andere sagen ,auf keinen Fall‘ – und die liegen manchmal direkt nebeneinander“, erklärte er und nahm damit Bezug auf Aussagen von Schuttertals Bürgermeister Matthias Litterst, der sich klar gegen dortige Windräder ausspricht (wir haben berichtet). Denn Schuttertal sei wie auch Kappel-Grafenhausen eine „sicht-betroffene Gemeinde“. Bereits im Mai 2024 hatte Litterst mit deutlichen Worten im Gemeinderat erklärt, dass er weitere Vorranggebiete rund um Schuttertal ablehne. Litterst sprach von einer „optisch bedrängenden Wirkung“ der Windkraftanlagen. Auch die Geräuschkulisse könne mit immer größer ausfallenden Rotorblättern ein Thema werden. Mit 16 Windrädern rund um Schuttertal habe die Gemeinde bereits einen umfassenden Beitrag zur Energiewende geleistet.

Weber sowie seine Gemeinderäte zeigten sich bei der Gemeinderatssitzung dennoch von der Idee angetan. „Wir werden mit der Gemeinde in Kontakt treten“, so der Rathauschef. „Intensive Gespräche“ mit Schuttertal sowie Kappel-Grafenhausen seien vorgesehen. „Das heißt noch nicht, dass gebaut wird, wir wissen noch nicht wie viele, wann und mit wem“, stellte er klar. Sowieso muss zunächst das Offenlageverfahren abgewartet werden. Dabei können verschiedene Kriterien noch dazu führen, dass verschiedene Flächen noch herausfallen – etwa Natur- und Artenschutz.

„Wir wissen jetzt, es wäre möglich und es wäre wichtig, dass wir im Bereich der Windenergie vorankommen. Ich glaube, wir werden erneuerbare Energie bei uns im Südwesten brauchen – auch für unsere Betriebe. Es muss das Ziel sein, dass wir einen guten Beitrag zur Energiewende leisten“, so Weber.

Verband prüft Einwände

Der Regionalverband Südlicher Oberrhein ist derzeit damit beschäftigt, die Einwendungen der Bürger und Träger öffentlicher Belange, auch der Kommunen, zu prüfen. An der Offenlage hätten sich „rund 5000 Menschen beteiligt“, berichtet Regionalverbandsdirektor Wolfgang Brucker.