Mit der EnBW als Projektierer will Bad Teinach-Zavelstein in Sachen Windkraft durchstarten. Der Grundstein für erste Untersuchungen zum Natur- und Artenschutz sowie für Windmessungen ist jetzt gelegt. Wie geht’s weiter?
Der nächste Schritt zur Windkraft ist gemacht: Die Stadt hat den Nutzungsvertrag mit Vertretern der EnBW unterschrieben.
Ein solcher ist sozusagen der Grundstein für weitere Planungen und Untersuchungen an der anvisierten Fläche.
In Bad Teinach-Zavelstein ist das ein Bereich in Richtung Emberg und Rötenbach. Dort könnte sich die Stadt vorstellen, sechs Windkraftanlagen zu errichten. Dieses Gebiet hat auch der Regionalverband Nordschwarzwald als potenzieller Windkraftstandort ausgewiesen. Und deshalb meinte Bürgermeister Markus Wendel schon in der Einwohnerversammlung im Februar: „Wir müssen uns fragen, ob die Stadt nur am Spielfeldrand stehen und zuschauen soll, oder ob sie auf dem Spielfeld stehen soll und sogar die Kapitänsbinde tragen will.“
Um ein Wörtchen mitreden zu können, will die Stadt den Bau der Anlagen mit der EnBW selbst anpacken. Und durch die Unterzeichnung des Nutzungsvertrags – der Gemeinderat hatte in der Aprilsitzung grünes Licht dafür gegeben – kommt da jetzt auch einiges ins Rollen.
Gespräche führen
Noch bis in den Juni hinein würden aber erst einmal Gespräche mit Grundstückseigentümern im betroffenen Gebiet geführt.
Zwar sei der größte Teil der anvisierten Fläche auf städtischem Grund – dort sollen die Windräder auch stehen – aber es könnten private Grundstücke durch den Ausbau der Wege, Leitungen oder ähnliches betroffen sein.
Erst danach würden dann unter anderem Windmessungen und Untersuchungen zum Natur- und Artenschutz beginnen, erklärt Wendel. Und das zieht sich „bis ins nächste Jahr hinein“, schätzt der Verwaltungschef.
Wie sieht dann der weitere Zeitplan aus? Nach den Untersuchungen müsse zunächst noch ein Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung gestellt werden – das ist die Voraussetzung, um eine Windenergieanlage bauen und betreiben zu dürfen. Wenn alles glatt läuft, könnte erst 2026/27 der Bagger rollen.
Einzelne kritische Stimmen
Auch wenn der Nutzungsvertrag jetzt unterschrieben ist, ist noch nicht alles in trockenen Tüchern und damit noch „nicht sichergestellt, dass die Anlagen gebaut werden“. Die genannten Schritte stünden dem Bau eben noch eine längere Zeit im Weg. Doch Bürgermeister Wendel ist optimistisch, auch was das Stimmungsbild in der Bevölkerung angeht.
Viele würden dem Thema Energiewende positiv gegenüberstehen. Klar sein ihm aber auch: „Es gab und gibt nach wie vor einzelne kritische Stimmen, und das darf auch so sein.“
Markus Wendel jedenfalls freut sich jetzt auf das Projekt und vor allem, dass es vorangehe.