Die Parksituation am Nagolder Krankenhaus ist seit langer Zeit ein Ärgernis. Jetzt werden zwei Lösungen für ein neues Parkhaus geprüft – mit einem enormen Kostenunterschied.
Das Nagolder Krankenhaus wird für eine dreistellige Millionensumme zum hochklassigen Schwerpunktkrankenhaus umgebaut, doch was die Parksituation vor Ort angeht, ist man von guter Qualität noch weit entfernt.
Beim Klinikverbund Südwest und dem Calwer Landratsamt ist das Thema schon lange bekannt. Doch wirklich etwas getan hat sich in den vergangenen Jahren auf Teufels Hirnschale nur wenig.
Eine Aufstockung der bestehenden Parkdecks war einmal geplant, doch das Projekt wurde aus praktischen Gründen gestoppt. Nun kommt das Thema im Calwer Landratsamt wieder aufs Tableau. Als groben Zielpunkt gibt das Landratsamt die Zahl von mehr als 200 Parkplätzen an, die neu geschaffen werden sollen. Zwei Lösungen kommen für die Planer derzeit in Frage.
Die einfachere Lösung besteht aus einem relativ einfach gestrickten Parkhaus an der Nagolder Uhlandstraße – unterhalb des bestehenden kleineren Parkhauses. Die dafür notwendige Fläche hat die Stadt Nagold, die im Besitz des Areals ist, dem Kreis bereits angeboten. Probleme mit dem Naturschutz, die auf Teufels Hirnschale allgegenwärtig sind, werde es auf der angebotenen Fläche nicht geben, ist man sich im Landratsamt sicher.
Auf dem Parkhaus könnte der OP-Bereich des Krankenhauses sitzen
Die aufwendigere Variante könnte an der bestehenden Buswendeplatte an der Röntgenstraße entstehen. Dort befindet sich aktuell noch ein Wohnhaus, das aber derzeit entmietet wird und dann auch abgebrochen werden soll. Auf der dann freiwerdenden Fläche könnte ein möglicherweise vierstöckiges Parkhaus entstehen, auf das dann der neue zentrale OP-Bereich aufgesetzt werden könnte.
Problem bei dieser Vorgehensweise wäre, dass das Parkhaus so konzipiert werden müsste, dass es im darüberliegenden OP-Bereich keine Erschütterungen geben dürfte.
Lösung für Parkhaus soll im Frühjahr präsentiert werden
Das würde nach Angaben von Volker Renz, Chefplaner im Landratsamt, die Kosten für das Bauwerk deutlich erhöhen. Geschätzt dürfte diese Lösung Kosten von rund elf Millionen Euro verursachen. Die einfachere Lösung an der Uhlandstraße dürfte im Bereich von sechs Millionen Euro liegen.
Welche Variante die wirtschaftlichere ist und zum Zug kommt, ist aktuell noch unklar. Das Landratsamt hat angekündigt, bis spätestens Frühjahr 2026 eine Lösung zu präsentieren, die dann vom Kreistag abgesegnet werden kann.
So wird die Parkplatznot am Klinikum Nagold übergangsweise gelindert
Zunächst aber soll es auf freiem Gelände eine Interimslösung für die kurzfristige Beseitigung der größten Parkplatznot am Nagolder Krankenhaus geben. Und zwar auf der Fläche, die durch den Abbruch des vermieteten Hauses entstehen wird. Dort sollen die Mitarbeiter ihre Parkplätze finden, während die bestehenden Plätze auf den Terrassen für die Besucher und Gäste zur Verfügung stehen sollen. Für beide Parkflächen erfolgt die Zufahrt über die Röntgenstraße.
Im Landratsamt hat man auch schon einen relativ klaren Zeitplan für die Schaffung der Interimslösung: Bis zum April, so Andreas Knörle, der Infrastruktur-Dezernent im Landratsamt, spätestens aber bis zum Start der neuen Geburtshilfe am Nagolder Klinikum im Mai sollen die Plätze zur Verfügung stehen.