Alte Bestände sollen geerntet werden, ehe Sturm und Käfer Erlöse zunichte machen. Bei der Verjüngungsollen auch immer wieder neue Arten gepflanzt werden. Wie auf dieser Fläche, auf der 2019 rund 350 Zedern gepflanzt wurden. Foto: Archiv/Agüera

Nach dem neuen Forsteinrichtungswerk soll bis 2035 im Gemeindewald mehr eingeschlagen werden als nachwächst. Der Gemeinderat will dem Risiko entgegensteuern.

Fichten und Tannen im Alter von 81 bis 120 Jahren machen den Großteil des Gemeindewalds aus. Zumindest noch: „Wir werden verstärkt in die Endnutzungen gehen, weil die Hölzer über die Jahre stärker geworden sind und auch verstärkt verjüngt werden soll“, erklärte Forstrevierleiter Markus Schätzle dem Gemeinderat am Dienstag bei der Beratung über das neue Forsteinrichtungswerk 2026 bis 2035.

 

Das heißt im Klartext: „Der Hiebsatz wird nach oben gehen.“ 59 291 Kubikmeter Holz (10,7 Kubikmeter pro Hektar und Jahr) wurden in den vergangenen zehn Jahren geschlagen. Damit übertraf das Ergebnis die Planung um sieben Prozent. 32 Prozent der gesamten Holzernte entfielen aber auf die sogenannte zufällige Nutzung, also Schäden durch Borkenkäfer, Sturm und Schnee.

Naturverjüngung als erste Maßnahme

Um dem Verlustrisiko bei den alten Beständen entgegenzuwirken, soll der Einschlag in den nächsten zehn Jahren höher ausfallen. 67 465 Kubikmeter Holz (zwölf Kubikmeter pro Hektar und Jahr) sollen fallen. Der Zuwachs liegt laut Planung im gleichen Zeitraum bei 60 707 Kubikmeter. Noch sei die Fichte mit einem Anteil von 47 Prozent die häufigste Baumart im Gemeindewald. Durch die Naturverjüngung bleibe sie auch künftig stark, ihr Anteil werde aber kontinuierlich heruntergefahren.

Wo Naturverjüngung allein nicht genüge, „werden wir mit Baumarten, die trocken- und wärmeresistenter sind, ergänzen“. Aktuell in dieser Woche starte ein Hieb im Bereich Spinnerberg, „wo ein sehr labiler Fichtenbestand da ist“. Im Gipfelbereich werde man Eiche pflanzen, auch als Schutz für die Nachbarbestände. „Weiter unten werden wir mit Douglasien arbeiten. Die wachsen auch ganz gut am Spinnerberg. Nur ganz oben wird’s auf Dauer auch der Douglasie zu trocken“, so Schätzle.

Förster hofft auf Regen

Im Schnitt habe der Gemeindewald seit 2016 ein Ergebnis von rund 130 000 Euro pro Jahr eingefahren. „Da können wir uns in Oberwolfach auch sehen lassen“, sagte Schätzle. „Ich gehe davon aus, dass es sogar etwas besser wird – allein weil der Hiebsatz etwas nach oben geht“, blickte der Förster auf den Wirtschaftsfaktor Wald. Allerdings hoffe man auf Regen, „weil es jetzt schon wieder recht trocken wird im Wald“. Udo Schacher begrüßte, dass der Hiebsatz mit dem neuen Forsteinrichtungswerk erhöht wird. „Das ist ein Stück weit Risikokapital“, kommentierte er den hohen Bestand an alten Bäumen. Der Rat stimmte dem Plan einmütig zu.

Hiebsatz

Der sogenannte Hiebsatz legt fest, wie viel Holz jährlich nachhaltig genutzt werden darf. Grundlage ist die Forsteinrichtung, die Wälder im Zehnjahresrhythmus bewertet. Ziel ist ein Gleichgewicht zwischen Nutzung, Nachwuchs und Stabilität angesichts des Klimawandels.