Die Wanderausstellung "Nie wieder Krieg" zeigt "Soldatenbretter" auf dem Birkenfelder Waldfriedhof. Bei der Eröffnung dabei waren unter anderem Volker Schütze (von links), Denny Schwab und Martin Steiner. Steiner überreichte Schwab dabei auch die Ernennungsurkunde zum Ortsbeauftragten des Volksbunds.Foto: Helbig Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: "Soldatenbretter": Wanderausstellung "Nie wieder Krieg" ist bis Mitte Juli in Birkenfeld zu sehen

"Nie wieder Krieg" ist das Motto einer Wanderausstellung mit "Soldatenbrettern" der bayerischen Künstlerin Bali Tollak, die am Montagvormittag auf dem Birkenfelder Waldfriedhof von Bürgermeister Martin Steiner, Volker Schütze vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und dem Ortsbeauftragten des Volksbunds, Denny Schwab, eröffnet wurde.

Birkenfeld. Birkenfelds Bürgermeister Steiner sagte bei der Eröffnung, er gehöre einer Generation an, die Erzählungen über den Krieg von den Großeltern noch sehr gut in Erinnerung hätte. Bei den Heranwachsenden jetzt ist dies anders. Es sei daher eine Verpflichtung, immer wieder an die schlimme Zeit und die Folgen von Krieg und Vertreibung zu erinnern. Daher finde die Ausstellung seine volle Unterstützung. Sie solle dazu beitragen, dem Appell "nie wieder Krieg" in der Gemeinde Ausdruck zu verleihen.

Schütze dankte für die Bereitschaft, die Ausstellung zu zeigen. "Nie wieder Krieg" sei eines der Kernziele des Volksbunds. Er hoffe, dass die Zeiten sich wieder so ändern würden, dass auch Schulklassen diese Ausstellung besuchen könnten. Er sei gern bereit, mit den Jugendlichen zu sprechen.

Es sei wichtig, immer wieder zu verdeutlichen, dass Krieg nicht nur in Geschichtsbüchern vorkomme, sondern auch in der eigenen Gemeinde stattgefunden ­habe.

Bali Tollak stellt dem Volksbund ihre Werke zur Verfügung

Die 1948 in Augsburg geborene Künstlerin Bali Tollak lebt und arbeitet im bayerischen Schwabbruck. Dem Volksbund hat sie sieben ihrer "Soldatenbretter" für die Wanderausstellung zur Verfügung gestellt. Das Gesamtwerk mit 35 Brettern wurde 2019 im wehrgeschichtlichen Museum Rastatt gezeigt. Mit ihrem Projekt hat sie die Tradition der "Bahrbretter" aufgenommen, die in manchen Regionen Deutschlands bis Anfang des 20. Jahrhunderts zum Bestattungsritual gehörten.

Auseinandersetzung mit Zeitzeugen für Weltkriegseindrücke

Vor Einführung der Sargpflicht auf den Friedhöfen dienten verzierte Holzbretter zur Aufbahrung der Verstorbenen. Die Holzbretter wurden nach der Bestattung in der Landschaft aufgestellt, um so an den Verblichenen zu erinnern.

In ihrem Projekt hat sich Tollak mit den Erfahrungen von Künstlern auseinandergesetzt, die den Ersten Weltkrieg selbst miterlebt haben. Die teils apokalyptischen Weltkriegseindrücke in Zitaten, Tagebucheintragungen und Bildern von Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Pablo Picasso, Emil Nolde, Käthe Kollwitz und anderen hat sie auf den "Soldatenbrettern" verarbeitet. Dazu motiviert hat sie ihre Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg sowie Besuche von Kriegsgräberstätten in verschiedenen Ländern.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge will mit der Wanderausstellung "Nie wieder Krieg" den Blick auf die Kriegsgräber vor Ort lenken und ein Zeichen für den Frieden setzen. Die Ausstellung ist noch bis Mitte Juli auf dem Birkenfelder Waldfriedhof zu sehen.