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Birkenfeld Jung: "Wer das sieht, wird vegan"

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Mit Plakaten bewaffnet hielten Aktivisten jüngst eine Mahnwache in Birkenfeld ab. Foto: Strauß

Birkenfeld - Für die Rechte von Tieren und eine vegane Lebensweise sowie gegen Massentierhaltung und das Töten von Lebewesen allgemein setzten sich unlängst einige Aktivisten in Birkenfeld ein - und hielten dort eine Mahnwache nahe der Firma Müller Fleisch ab.

Still und andächtig stehen die Aktivisten auf der gegenüberliegenden Straßenseite, während einer der vielen Tiertransporte des Tages ankommt. Einige Zeit hält der Anhängerwagen vor dem Tor des Schlachthofs Müller Fleisch in Birkenfeld und immer wieder wird der Kopf einer Kuh sichtbar, die ihre Nase nach oben reckt und die Tierrechtler anzuschauen scheint. "Du bist wunderschön", ruft ihr einer der rund 40 anwesenden Tierrechtler zu.

Aktivisten harren seit 3 Uhr nachts aus

Schon seit 3 Uhr nachts besteht die Mahnwache, organisiert von Bruce Jung vom Animal Save Movement, hier vor den Toren der Schlachterei. Insgesamt gehe sie zwölf Stunden, erzählt Jung. Warum die Aktivisten so lange, bei Regen und Hitze, auf dem Gehweg ausharren? Laut Jung sei einer der Gründe für diese besonders lange Mahnwache der Wunsch, die Ernsthaftigkeit der Aktivisten und ihrer Forderungen auszudrücken.

Schon seit vier Wochen organisiere er regelmäßig unter dem Namen "Birkenfeld Cow Save" vor Müller Fleisch Mahnwachen und hofft, dies auch in Zukunft, im Zwei-Wochen-Rhythmus zu tun. Es sei wichtig, sich von den Tieren zu verabschieden und die "Opfer des gewalttätigen Systems" zu würdigen. Außerdem ginge es darum, die letzten Augenblicke der Tiere festzuhalten und mit diesem Foto- und Videomaterial auf die Ausbeutung dieser aufmerksam zu machen. Jung, der allein heute schon mehr als 20 Tiertransporte beobachtet hat, ist überzeugt davon: "Wer das sieht, wird vegan."

"Fühlende Lebewesen"

Denn der Tierrechtler setzt sich entschieden nicht nur gegen Massentierhaltung ein, sondern gegen das Töten von Lebewesen allgemein. "Wenn die Kühe ankommen, können wir ihnen durch die Luken in den Transportern in die Augen schauen", so Jung. "Dann geht das Tor auf und die Tiere werden hineingefahren. Die Schreie aus dem Inneren des Gebäudes hören wir bis zu uns auf die Straße. Ein Mitarbeiter des Schlachthauses machte sich bei unserer ersten Mahnwache über das Muhen einer der Kühe lustig und ahmte sie nach. Tiere sind fühlende Lebewesen mit Bedürfnissen und keine Lebensmittel. Das müssen die Menschen verstehen, denn ansonsten werden die Tiere niemals in Frieden leben."

Sein Ziel sei es, das Bewusstsein der Öffentlichkeit auf das Schlachten aufmerksam zu machen und die Menschen zu einer veganen Lebensweise zu ermutigen. Auch Jens Vogt, einer der Teilnehmer der Mahnwache und Peta-Aktivist, betont, dass niemand gerne zwölf Stunden auf dem Bürgersteig stehe, aber dass er es als moralische Pflicht sehe, für das Recht auf Leben für alle Tiere einzustehen und die "Gewalt und Degradierung" an den Kühen mithilfe von Fotos oder Aktionen in die Innenstädte zu bringen.

Die 2010 gegründete internationale Tierrechtsorganisation "Animal Save Movement" habe es sich zur Aufgabe gemacht, vor jedem Schlachthaus Mahnwachen zu halten um Zeuge der Tiertransporte zu sein, heißt es in der Pressemitteilung. Mittlerweile gibt es in mehr als 70 Ländern etwa 900 Ortsgruppen, die friedlich und gewaltfrei vorgehen und für den Veganismus werben. Birkenfeld Cow Save ist eine von mehr als 20 Ortsgruppen in Deutschland, die trotz Hupen und Beleidigungen vorbeifahrender Autofahrer auch weiterhin dafür kämpfen wollen, dass Nutztiere nur noch sich selbst nutzen.

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