Die Tanzgruppe des Vereins begeisterte mit traditionellen Folkloretänzen. Fotos: Keller Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: Philippinisch-Deutscher Verein Nordschwarzwald feiert 25-jähriges Bestehen / Engagement findet Anklang in Berlin

Die Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen ­haben die 150 Vereins­mitglieder mit der tra­ditionellen Weihnachts­feier zusammengelegt. Gleich zwei Gründe zum ausgelassenen Feiern hatten die Mitglieder des ­Philippinisch-Deutschen Vereins Nordschwarzwald 1994.

Birkenfeld-Gräfenhausen. In der Sixthalle in Gräfenhausen feierten die Mitglieder ihr 25-jähriges Bestehen. Ehrengäste der Jubiläumsfeier waren Ihre Exzellenz Maria Theresa Dizon-de Vega, die Botschafterin der Republik der Philippinen, die extra aus Berlin anreiste, Axel Neumahr aus Stuttgart, der Honorarkonsul in Baden-Württemberg und Birkenfelds Bürgermeister Martin Steiner.

Der Jubiläumsfeier, die mit dem Singen der beiden Nationalhymnen eröffnet wurde, ist bereits im Juni ein Jubiläumsfest vorausgegangen. Zu dieser Feierlichkeit hatte Imusicapella, der Kammerchor der Philippinen, seine Europa-Tournee unterbrochen, um in Gräfenhausen zum Vereinsjubiläum ein Konzert zu geben.

Chuchi Riegel, die Vorsitzende des Philippinisch-Deutschen Vereins, zeigte sich erfreut über die große Anzahl der Gäste, die der Einladung zum Feiern in die Sixthalle folgten. Es hat sich bis an den Bodensee und Bühl und gar bis nach Köln herumgesprochen, von wo die Gäste aus nach Gräfenhausen anreisten, um sich nicht nur mit Filipinas und deren deutschen Ehemännern aus Pforzheim und dem Enzkreis zu treffen, sondern sich auch im Anschluss mit dem Nikolausprogramm in weihnachtliche Stimmung zu versetzen.

Gemeinsamer Mittelpunkt

Gegründet wurde der Verein am 14. Mai 1994 in Pforzheim von sechs Filipinas und vier Deutschen Männern. Zwischenzeitlich hat der kulturelle Verein seinen Sitz nach Birkenfeld verlegt. Eines der Ziele des Vereins ist den hier ­sesshaft gewordenen philippinischen Bürgern, deren deutschen Partnern und ihren Kindern einen gemeinsamen Mittelpunkt und Anschluss zu bieten und zu integrieren.

Die Vereinsmitglieder treffen sich zu drei bis vier Veranstaltungen im Jahr, bekräftigte der stellvertretende Vorsitzende Johann Ludwig. Zum aktiven Kulturaustausch gehören neben der Weihnachtsfeier auch gemeinsame Ausflüge und Grillfeste. Die Vorsitzende Riegel leitet nicht nur den Birkenfelder Verein, sondern hat auch in ihrem ehemaligen Wohnort Recklinghausen den Vorsitz mit 50 Mitgliedern. Die Botschafterin brachte zum Ausdruck, dass in Baden-Württemberg rund 3500 Filipinos leben. Das, was die Vereine in Baden-Württemberg machen, würde sie sich auch für Berlin wünschen.

Auch der Honorarkonsul brachte zum Ausdruck, dass er gerne hierher kommt, denn die Weihnachtsfeier in Gräfenhausen war nach seinem Amtsantritt vor zwei Jahren die erste Veranstaltung der ­Filipino Community, die er besuchte.

Rückblickend kann sich Neumahr gut vorstellen, "wie wichtig es für die damaligen Gründungsmitglieder war, in einer Zeit ohne Smartphone und soziale Medien hier Kontakte zu anderen Filipinos zu haben, um auch in der Ferne gemeinsam die Bräuche und Traditionen ihrer Heimat zu leben."

Kultur pflegen

Seinen Dank sprach der Konsul der gesamten Gemeinde Birkenfeld aus für die Unterstützung und Gastfreundschaft des philippinischen Chors Imusicapella beim Konzert im Juni, mit der Unterbringung bei Gastfamilien. Lob zollte auch Bürgermeister Steiner dem Verein, dessen Tanzgruppe sich regelmäßig beim Birkenfelder Straßenfest einbringt. "Um die Kultur zu pflegen und als Anlaufstelle für Neuankömmlinge, die hier eine neue Heimat finden, sind solche Vereine wichtig", ergänzte Steiner.

Mit einem Fotorückblick ließ Karen Kastner die vergangenen 25 Jahre Revue passieren. Umrahmt wurden die Jubiläumsfeierlichkeiten mit historischen Folklore-Tanzeinlagen der Tanzgruppe, die sich aus Kindern und Erwachsenen zusammensetzt. Beim Singkill, einem Tanz des Maranao-Stammes, der von den Kindern in farbenprächtigen Kostümen präsentiert wurde, war höchste Aufmerksamkeit mit unglaublichen Fußbewegungen gefordert, um nicht von den im schnellen Rhythmus schlagenden Bambusstöcken gequetscht zu werden. Reichlich Applaus gab es auch für die Tanzaufführungen wie dem Padanggo und Tinikling. Der Verein bringt sich nach Aussage von Riegel und Ludwig auch im Rahmen von Soforthilfen ein, mit Geldspenden, Nahrungsmitteln und Medikamenten, wie beim heftigen Erdbeben im Oktober auf der Insel Mindanao.

Der stellvertretende Vorsitzende überreichte Pokale für 25-jährige Mitgliedschaft an die Gründungsmitglieder: Evangelina und Dietmar Rudmann, Regina Lauer, Imelda Emhardt, Emelda Genthner und Jaqueline Bradley, die allerdings seit 2000 wieder im Heimatland lebt, aber noch immer Mitglied ist. 20 Jahre Mitglied sind Marita und Peter Haaf, Dorie Haar und Roland Haar. Und auf zehn Jahre Mitgliedschaft blickt Uwe Mainka zurück.

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