Kreisverbandvorsitzender Horst Vasen (von links) verabschiedete die Vorstandschaft des VdK Ortsverbands Gräfenhausen: Margarete Reister, Ursula Klaus-Karwisch, Christine Glauner, Helmut Klaus-Karwisch, Heidelinde Pfrommer (Vorsitzende), Marion Müller , Peter Glauner und Uwe Höll. Foto: Keller Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: 70 Jahre Sozialverband VdK Ortsverband Gräfenhausen / Auflösung bereits geplant

Die Vorsitzende des VdK Ortsverband Gräfenhausen, Heidelinde Pfrommer, hatte zur "Jubiläumsfeier" eingeladen, die auch gleichzeitig die traditionelle Weihnachtfeier beinhaltete und der auch die Mitgliederversammlung angeschlossen war.

Birkenfeld-Gräfenhausen. Obwohl Grund zum Feiern angesagt war, lag gewisser Wehmut in der Luft. Doch der Zuspruch zur Einladung war erfreulich groß. Mitunter auch ein Verdienst der Vorsitzenden, Heidelinde Pfrommer, die sich seit 15 Jahren, darunter 13 Jahre als Vorsitzende, unermüdlich einbringt und liebevoll das Vereinsschiff steuert. Dem Ortsverband gehören die Ortsteile Obernhausen, Arnbach, Niebelsbach und Birkenfeld an mit insgesamt 239 Mitgliedern.

Eröffnet wird die Feier zum runden Geburtstag mit einem Festgottesdienst in der evangelischen Kirche in Gräfenhausen. Musikalisch umrahmt wurden der Gottesdienst und die anschließende Feier im Gemeindehaus von Pfarrer Mathias Kraft und dem Enkel der Vorsitzenden, Marcel Höll sowie von Con Brio vom Sängerbund Gräfenhausen und der Veeh-Harfengruppe aus Conweiler.

Gründung im Jahre 1949

Die Vorsitzende lies im Rückblick Revue passieren und erinnerte an die Gründung am 18. Juni 1949, wo die Ortsgruppe im Schulhaus in Obernhausen ins Leben gerufen wurde: "Der damalige Ortsgruppenvorstand wurde durch Zurufe gewählt."

Die Vorstandschaft der ersten Stunde waren: ­August Schrade (Erster Vorsitzender), Eugen Krauth (Stell­vertreter), Luise Herzog (Schriftführerin), Werner ­Bodamer (Kassier), Ida Keller, Theodor Katz und Julius Becht (Beisitzer) und die ­Revisoren ­Wilhelm Reuster und Emil Jekler.

Pfrommer brachte zum Ausdruck, dass es wichtig ist, sich dieser ­damaligen Vereinsleitung zu erinnern, die den Verband in der Vergangenheit nicht nur mitgestaltet haben und viel Freizeit opferten, sondern sich zu jener Zeit auch sehr viel Ärger einhandelten. "Es war 1949 nicht einfach und es hat sich bis 2019 nichts geändert. Es waren immer nur wenige, die Verantwortung im Vereinsamt übernahmen und sich mit vielen Stunden im Ehrenamt einbrachten", ergänzte die Vorsitzende auch im Hinblick auf die geplante Auflösung des Ortsverbands.

Hilfe zur Selbsthilfe

"Dass die Leidenschaft, mit der die Mitglieder des Ortsverbandes ihre ehrenamtliche Aufgaben wahrnehmen, die Erfolgsstory für das Jubiläum ist", brachte Horst Vasen, der Vorsitzende des Kreisverbands Calw, in seinem Grußwort zum Ausdruck, "70 Jahre Sozialverband VdK heißen aber nicht nur Engagement und Hilfe für Bedürftige, sondern auch Hilfe zur Selbst­hilfe, dem Dienst am Mitmenschen und dem Ziel eines friedlichen Zusammenlebens, zudem sich die Gemeinschaft verpflichtet sieht."

Als Basis und ein wesentliches Fundament des Sozialverbands bezeichnete Jürgen Neumeister, der Bezirksverbandsvorsitzende, die Ortsverbände. Der stellvertretende Landesvorsitzende sprach seinen Dank daher dem ­gesamten Ortsverbands-Vorstand aus: "Viele haben daran mitgewirkt, dass der VdK zu einem verlässlichen Bestandteil des kommunalen Vereinslebens wurde."

Nach den Berichten des Schriftführers und des Kassiers erfolgte bei der Feier die Entlastung und Verabschiedung des Vorstandes, der im Vorfeld geschlossen bekundete, die Ämter aus Alters- und gesundheitlichen Gründen niederzulegen.

Mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet für 50-jährige Mitgliedschaft wurde ­Herbert Görlitz. Die silberne Ehrennadel für 10-jährige ­Mitgliedschaft erhielt Gertrud Vollmer.

Bewerber für Ehrenamt

Pfrommer war es nach zahlreichen Gesprächen nicht ­gelungen, auch nicht bei den jüngeren Mitgliedern, Bewerber für das Ehrenamt zu ­finden. Der Kreisverbandsvorsitzende brachte zum Ausdruck, dass eine Ortsverbands-Auflösung aus Satzungsgründen jedoch so nicht möglich ist.

Vasen bedauerte, dass sich so ein toller Ortsverband einfach aufgeben will: "Jubiläum feiern und dann aufhören, das kann nicht sein." Pfrommer bedauerte, "dass sie allein die Welt nicht retten kann. Das Ganze kann nicht mehr auf nur einer Schulter gestemmt werden."

Der Kreisvorsitzende brachte zum Ausdruck, dass die Satzung es vorsehe, eine außerordentliche Versammlung einzuberufen, mit der Ankündigung, dass der Verband aufgelöst werden soll. Die Mitglieder haben dann die Möglichkeit, sofern sich aus den Mitgliedern keine neue Führungscrew findet, darüber abzustimmen, sich für eine Fusion mit einem anderen Verband auszusprechen, oder einer Auflösung zuzustimmen.

Vasen erklärte sich bereit, dass die Mitglieder des Ortsverband vom Kreisverband angeschrieben und zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen werden. Bis dahin führt die bereits verabschiedete Vorstandschaft die Geschicke des Verbands kommissarisch weiter.

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