Interaktive Gesprächsrunden entwickelten sich nach den Vorträgen bei der Auftaktveranstaltung zur Biotopverbundplanung für Grenzach-Wyhlen Foto: Heinz Vollmar

Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen startet mit der Biotopverbundplanung als strategisches Instrument der Gemeindeentwicklung.

Vor zahlreichen Landwirten, Streuobstwiesenbewirtschaftern, Kleingarteneigentümern sowie interessierten Bürgern betonte Bürgermeister Tobias Benz bei einer Info-Veranstaltung die große Bedeutung einer Biotopverbundplanung für die Gemeinde.

 

Er hob diese etwa im Hinblick auf die Einbindung bei der Fortschreibung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans hervor. Hilfreich sei eine Biotopverbundplanung darüber hinaus im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen bei Bauprojekten und eine vorausschauende, nachhaltige Entwicklung. Naturschutz und Entwicklung einer Gemeinde würden mithin nicht als Gegensatz betrachtet, sondern als Zusammenspiel, sagte der Bürgermeister.

Im Hinblick auf die Artenvielfalt sagte er, dass auch in heimischen Regionen ein deutlicher Rückgang von Insekten, Vögeln und Pflanzen zu verzeichnen sei und in Baden-Württemberg rund die Hälfte der wildlebenden Arten gefährdet oder bedroht sei. Ein Biotopverbund diene daher auch dazu, Naturräume miteinander zu verbinden, Lebensräume zu vernetzen sowie Wanderungsmöglichkeiten für Tiere zu schaffen. Darüber hinaus werde ein genetischer Austausch ermöglicht und auch die Anpassung an Klimaveränderungen optimiert. Erklärtes Ziel sei es, die Natur wieder „durchlässiger“ zu machen.

Die Teilnahme an der Biotopverbundplanung sei mithin eine bewusste Entscheidung des Gemeinderats, was dazu geführt habe, dass Grenzach-Wyhlen eine der ersten Kommunen im Landkreis Lörrach im Landesprogramm Biotopverbund sei.

Verschiedene Lebensräume für Tiere und Pflanzen

Vivien von Königslöw, Biotopverbundbotschafterin des Landschaftserhaltungsverbands (LEV), führte bei der Auftaktveranstaltung in die Biotopverbundplanung ein. Es ging auch um die Organisation des LEV und dessen Aufgaben wie auch die Vermittlung von Fördermitteln der Landschaftspflegerichtlinie (LPR). Gleichzeitig ermöglichte sie einen Einblick in die verschiedenen Biotoparten und deren Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Die Besucher der Veranstaltung rief sie auf, sich an der Biotopverbundplanung zu beteiligen und Vorschläge für Maßnahmen zu machen, die auf rein freiwilliger Basis geschehen könnten. Im Hinblick auf die Umsetzung der Maßnahmen stellte sie eine finanzielle Honorierung in Aussicht.

Das im Rahmen der Biotopverbundplanung betroffene Untersuchungsgebiet und dessen Barrieren erläuterte Tina Langer vom Institut für Biotopverbund und Artenschutz (IBA) in Ihringen. Das Institut ist für die konkrete weitere Planung zuständig und wird bis Anfang 2027 entsprechende Maßnahmen im Rahmen von Datenerhebungen erarbeiten und bis zur Umsetzungsreife bringen.

Erste mögliche Verbundachsen skizziert

In diesem Zusammenhang erläuterte sie die entsprechenden Kernflächen für Grenzach-Wyhlen wie auch die sogenannten Anspruchstypen von Biotopen sowie deren Kategorien, die für die Planung und den Schutz von Lebensräumen wichtig sind. Darüber hinaus verwies sie auch auf die Gewässerlandschaften in Grenzach-Wyhlen und skizzierte erste mögliche Verbundachsen für die verschiedenen Biotoparten.

Gleichzeitig nannte sie entsprechende Arten von Tieren und Pflanzen, sogenannte Schirmarten, deren Schutz auch im Rahmen der Biotopverbundplanung die Lebensgemeinschaft des Ökosystems in Grenzach-Wyhlen sichern soll.

Interaktive Gesprächsrunde mit den Besuchern

Mit den Besuchern der Auftaktveranstaltung entwickelte sich am Ende der Vorträge eine interaktive Gesprächsrunde, bei der sich die Interessierten auch anhand von Kartenmaterialien orientieren konnten. Dabei konnten eigene Flächen verortet werden und es entstanden erste Gedanken über eine etwaige Teilnahme an der Biotopverbundplanung, so auch im Hinblick auf mögliche Mehrwerte, wie es ein anwesender Imker bezeichnete, der wichtige Vorteile für seine Bienen erkannte, sollten sich auch in dieser Beziehung Biotopverbünde umsetzen lassen.

Die weitere Beteiligung an der Biotopverbundplanung sieht für Grenzach-Wyhlen als nächstes Geländebegehungen im Frühjahr und Sommer mit anschließender Abstimmung von Maßnahmen und Beteiligten vor. Zwei weitere Öffentlichkeitstermine im kommenden Herbst sowie im Frühsommer 2027 sollen folgen.

Abschluss im Frühsommer 2027

Der Abschluss der Biotopverbundplanung soll dann ebenfalls im Frühsommer kommenden Jahres mit anschließender Umsetzung der Maßnahmen erfolgen.

Weitere Infos gibt es unter www.iba-umweltplanung.de.