Die vorbereitenden Maßnahmen für das bisher größte Projekt im Biotopverbund Albstadt sind angelaufen.
Die Albstädter Nabu-Gruppe zeigt sich aktiv: Nach der Entbuschung von Teilen der Wacholderheide in Onstmettingen sowie weiteren laufenden Aktionen wie der Krötenwanderung oder der Teilnahme am Warentauschtag, befindet sich die Ortsgruppe derzeit in den vorbereitenden Maßnahmen für das bisher größte Projekt zum Biotopverbund in Albstadt.
Als Projektpartner sind die Stadt Albstadt sowie die örtliche Firma Daiber mit an Bord.
Die betroffene Fläche befindet sich im Tailfinger Gebiet „Unter Nank“ im Anschluss an die gleichnamige Straße und ist circa drei Hektar groß, wie Mathias Stauß, Vorsitzender der Albstädter Nabu-Gruppe, berichtet.
Fichten gefällt
Spaziergänger dürften die ersten vorbereitenden Maßnahmen für das Biotopprojekt bereits aufgefallen sein. Teile des Fichtenbestands unterhalb des Schotterwegs wurden bereits entnommen. Dort hatte jener Fichtenbestand in die frühere Offenlandfläche gedrängt, welche für das Projekt wiederhergestellt werden soll. Die auf der freien Fläche stehenden Streuobstbäume sollen – soweit es deren Zustand zulässt – erhalten und zusätzliche heimische sowie klimaresiliente Wildobstarten gepflanzt werden, wie Johannes Luippold vom Stadtplanungsamt mitteilt. Sein Amt überplant derzeit die Fläche mit einem zusätzlichen Baubestand an Wildobst wie Vogelkirschen, Elsbeeren, Mehlbeeren oder Wildbirnen – alles Baumarten, die wenig Pflegeaufwand erfordern. Damit die lichtliebenden Pflanzen gute Startbedingungen haben, mussten die schattenwerfenden Fichten entfernt werden.
Soweit die ersten Schritte für das Biotop-Großprojekt. Weitere konkrete Maßnahmen müssen in den kommenden Monaten erst noch erarbeitet werden, ehe das Vorhaben voraussichtlich im Herbst mit einer Pflanzaktion offiziell eingeweiht wird. „Zu diesem Zeitpunkt muss das Konzept stehen“, sagt Mathias Stauß. Die Projektentwicklung erfolge auf Basis der noch zu sammelnden Daten.
Dabei sollen die Bürger Albstadts bewusst miteinbezogen werden. Bei verschiedenen Begehungen werden Vögel, Reptilien und Pflanzen in dem Gebiet „Unter Nank“ beobachtet, kartiert und dokumentiert. Markus Handschuh und Thomas Grund, beides Mitglieder der Nabu Gruppe Citizen Science, brauchen zahlreiche Köpfe, die sammeln, sortieren und mitdenken. Auch Expertise von Kennern des Gebiets ist gefragt.
Handschuh ist als Biologe und Ornithologe dabei auf Vögel und Reptilien spezialisiert, Grund auf Pflanzen. Die nächsten Termine vor Ort sind für Vögel und Reptilien am 26. April, am 10. Mai und am 7. Juni, jeweils um 6 Uhr. Wer sich für Pflanzen interessiert, kann am 22. Mai, 26. Juni, 24. Juli sowie 28. August, jeweils um 13.30 Uhr, an den Forschungsterminen teilnehmen. Die Erhebungen sollen beispielsweise Aufschluss darüber geben, wo Vögel brüten, Futter finden oder welche Pflanzen zur Verbesserung des Lebensraums der Tiere dienen.
Öffentlichkeit informieren
„Ein Hauptaugenmerk soll sein, die Bürger miteinzubeziehen“, erklärt Mathias Stauß. Er hofft auf eine rege Teilnahme an den Terminen. Das Biotopprojekt sei langfristig angelegt. Das Ziel: jetzt eine Bestandsaufnahme erstellen und in späteren Jahren messen, was sich durch die Maßnahmen für den Natur- und Artenschutz verbessert hat.
Die Öffentlichkeit soll nicht nur bei Terminen mit Naturexperten vor Ort über das Projekt informiert werden. Denkbar seien auch Infotafeln, beispielsweise mit QR-Codes, entlang der Spazierstrecke, erläutert der Vorsitzende der Albstädter Nabu-Gruppe weiter.
Was dem Projekt finanziell zusätzlich zugute kommt: Auf der betroffenen Fläche, die sich im Besitz der Stadt Albstadt befindet, hat das im Landratsamt ansässige Amt für Flurneuordnung eine Ausgleichsmaßnahme geplant. So fließen weitere Gelder in den Streuobstbestand. Wie das Projekt weitergeht, werden die kommenden Monate zeigen.
Ehrenamtliche gesucht
Für seine Aktivitäten sucht die Nabu-Gruppe Albstadt weiter Mitstreiter. Wer Interesse hat, kann selbst wählen, welchen „Job“ er übernehmen möchte beziehungsweise wie viel Zeit er in der Natur verbringen möchte. Die Liste an Aufgaben ist lang – von Hecken schneiden über Protokolle schreiben, Führungen anbieten, Infostände betreuen bis hin zu Blühstreifen anlegen. Kontakt: nabu.albstadt@t-online.de.