Peter Marx verabschiedet sich im Sommer von seiner Tätigkeit als Biotopvernetzungsbeauftragte. Foto: Rainer Bombardi

Peter Marx hört bald als Biotopbeauftragter auf. Im Gemeinderat gab er seinen letzten Jahresbericht.

Mehr als 29 Jahre lang ist Peter Marx schon der Biotopvernetzungsbeauftragte der Stadt Hüfingen. Doch damit ist bald Schluss. Jüngst präsentierte er dem Gemeinderat seinen letzten Jahresbericht und die im laufenden Jahr geplanten Maßnahmen.

 

Marx, der seine Tätigkeit noch bis zum 30. Juni ausübt, verzichtete bewusst auf einen Vortrag über das, was er in dieser Zeit realisiert hat und nicht umsetzen konnte. Die Gemeinderäte spendeten ihm lange anhaltenden Applaus für seine Tätigkeiten für die Biotopvernetzung in den vergangenen drei Jahrzehnten. „Ich habe unglaublich und kontinuierlich viel Neues gelernt“, berichtete Marx von einer vielseitigen und hochinteressanten Tätigkeit.

„Mit der Landwirtschaft war es nicht immer einfach, aber wir haben in der Regel immer einen Weg gefunden“, schickte er hinterher. Bürgermeister Patrick Haas kündigte eine offizielle Verabschiedung im Sommer für den Mann an, der die Gemarkung der Gesamtstadt Hüfingen so wie kaum eine andere Person kennt.

Biber als Herausforderung

In seinem letzten Jahresbericht war abseits seiner originären Aufgaben zu erfahren, dass er in Bezug auf den Orchideen- und Kräuterlehrpfad die Stadt weiterhin ehrenamtlich unterstützt. Marx unterstrich, dass es problematisch wird, den Orchideenwald in seiner jetzigen Form zu erhalten. Baumfällungen aufgrund von Sturm- oder Käferholz erfordern, die Wegführung kontinuierlich zu ändern. In welchem Ausmaß die Orchideen die klimatisch bedingten Veränderungen überleben, ist ungewiss.

Zudem ist geplant, mit Hinweisen und Absperrungen die Bevölkerung auf die geänderte Pfadstrecke zu leiten. In seinem Jahresbericht thematisierte Marx zudem die Biberproblematik als eine aus finanzieller und fachlicher Sicht zunehmende Herausforderung, die seiner Meinung nach so nicht mehr länger tragbar ist. Schäden, die auf den Dammbau zurückzuführen sind, ebenso wie Baumfällungen aufgrund des Biberverbisses, sind nach seiner Meinung nicht mehr zumutbar. Die dadurch verursachten Schäden unter anderem auf landwirtschaftlich genutzten Flächen seien nicht mehr länger hinnehmbar. Zudem trage die Stadt alle damit verbundene finanziellen Folgen selbst, verdeutlichte Marx.

Fortsetzung der Gehölzpflege

In Bezug auf die Jungviehweide in Mundelfingen ist in diesem Jahr eine Fortsetzung der Gehölzpflege inklusive Teilersatz des Obstbaumbestandes mit Schutz gegen Verbiss geplant. Die Wiederherstellung der Wiesenfläche auf der Länge ist in Absprache mit der Stadt ebenfalls für diese Jahr vorgesehen. Diese war für die Montage der dort installierten Windräder beansprucht worden. Das städtische Konto an Ökopunkten ist gut gefüllt und steigt in diesem Jahr weiter an, befand Marx. Dieser stimmte Peter Albert (LBU) zu, dass es sinnvoll wäre, das Mähgut der Biotopvernetzungsflächen einer Biogasanlage zuzuführen. „Hier ist der Kreis gefordert, der sich der Aufgabe bislang nicht annahm“, berichtete er und betont, dass das Mähgut im Landkreis Waldshut bereits auf diese Weise wiederverwertet werde.

Um die Biotopvernetzung nicht durch zusätzliche bürokratische Hürden zu verlangsamen, habe er meist darauf verzichtet, den Naturschutzbund oder den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) einzubeziehen, verriet Marx. Er informierte auf Nachfrage von Kerstin Skodell (SPD), dass die Bevölkerung das Angebot, sich an Obstbäumen mit gelben Bändern kostenfrei an den Früchten bedienen zu dürfen, bislang kaum angenommen werde. Zudem beruhigte er Egon Bäurer (CDU), dass die speziell für den Blütenteppich an Fronleichnam angesäten Flächen erhalten bleiben. Da sich jedoch abzeichnet, dass die Zeit großer Blumenteppiche der Vergangenheit angehört, sind neue Aussaaten nicht notwendig.

Viel Geld für die Natur

Gemeinderat
Der Gemeinderat nahm einstimmig Kenntnis vom Jahresbericht 2024 des Biotopvernetzungsbeauftragten Peter Marx. Zudem beauftragte er die Verwaltung mit der Umsetzung aller in der Planung 2025 enthaltenen Maßnahmen. Diese sind mit 15 000 Euro veranschlagt. Diese Investition ist unter anderem für die Bepflanzung der Gewässerrandsteifen vorgesehen, die im vergangenen und in diesem Jahr das Einsetzen von 1600 Pflanzen erfordert.