Der BUND äußert sich zum Biotop im Gewerbegebiet. Foto: Schwarzwälder Bote

Zum Artikel „So vernichtet das Ministerium Steuergeld“ meinen Vertreter des BUND Schramberg:

Der Ärger von Michael Moosmann ist verständlich, da die Neubewertung der Fläche die Planungen der Gemeinde Hardt beeinträchtigt. Dass im Artikel als Resultat daraus das zu Grunde liegende Verfahren in Zweifel gezogen wird, ist allerdings falsch.

 

Grund für die Überprüfung im Jahr 2024 waren nicht Naturschützer, die seit neuestem vom „grün geführten“ Ministerium losgeschickt werden, um Biotope zu suchen und damit den Kommunen das Leben schwer zu machen.

Vielmehr wird die gesamte Fläche von Baden-Württemberg bereits seit 1992 regelmäßig auf für den Naturschutz wertvolle Flächen überprüft. Da sich der Zustand der Flächen laufend ändert, erfolgt die Kartierung immer wieder neu, im Landkreis Rottweil zuletzt in den Jahren 2023 und 2024.

Festgelegte Kriterien

Die Überprüfung erfolgt nach streng festgelegten Kriterien und der anschließende Umgang mit den Flächen ist gesetzlich vorgeschrieben. Beides ist also kein „Beschluss“, der rückgängig gemacht werden könnte.

Der Vorgang ist ein Instrument, um alle Flächen im Land einheitlich und gerecht zu behandeln. Wenn der Autor in seinem Kommentar fordert, die Behörden, die „solche hanebüchenen Ergebnisse wie in Hardt produzieren“, abzuschaffen, fordert er die Abschaffung von Ämtern, die mit ihrem Vorgehen landesweit einheitlich den Schutz der Natur und die Einhaltung von Gesetzen kontrollieren.

Ein Hektar Wald pro Windrad

Übrigens gelten dieselben gesetzlichen Grundlagen auch für die Windkraftanlagen, die „wenige hundert Meter weiter“ geplant sind. Zudem würde der Wald für den aktuell beabsichtigten Bau der Anlagen mitnichten „nahezu kahlgeschlagen“, wie es der Autor formuliert. Pro Windrad muss circa ein Hektar Wald gerodet werden, etwa die Hälfe dieser Fläche wird im Anschluss wieder aufgeforstet. Das Waldgebiet, in dem die Anlagen gebaut werden sollen, ist ungefähr 500 Hektar groß. Zunächst abgeholzt würde also ungefähr ein Prozent der Waldfläche. Das kann man gut oder schlecht finden, der Vorgang kommt einem Kahlschlag aber keineswegs nahe.

Für den BUND Ortsverband Schramberg: Sarah Hujer, Karl Pröbstle, Erika Günter, Brigitte Bruker, Josef Günter, Reinhard Günter, Kerstin Heinlein, Martin Höfflin-Glünkin, Anna Lenz

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