Florian Kübler ist der neue Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald, hier vor der Geschäftsstelle in Schönau. Foto: Verena Wehrle

Jung, engagiert und ein Neustart in einer herausfordernden Zeit: Der neue Biosphären-Geschäftsführer Florian Kübler hat gleich viel zu tun.

Einen eher ungewöhnlichen Werdegang hat der neue Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald, Florian Kübler, hinter sich. Denn eigentlich ist er Politikwissenschaftler. Doch die vergangenen Jahre war er in Bonn bei der Deutschen UNESCO-Kommission verantwortlich für das Netzwerk der Biosphärenreservate. Dies passte also doch ganz gut zu seiner neuen Aufgabe.

 

Der 34-Jährige, der in Freudenstadt aufgewachsen ist, wollte aber sehen, wie die Projekte vor Ort umgesetzt werden und wie sie ihre Wirkung entfalten, erzählt er im Gespräch. Da ohnehin geplant war, wieder näher an die Heimat zu ziehen, sei die neue Stelle ab November „eine glückliche Fügung“ gewesen.

Evaluierung der UNESCO steht bevor

Doch schon gleich stand eine der größten Aufgaben für den neuen Geschäftsführer an: Denn nach zehn Jahren steht die UNESCO-Evaluierung ins Haus und diese muss aktuell sehr aufwendig vorbereitet werden. Dazu müsse man darlegen, was in den vergangenen zehn Jahren erreicht wurde und im September einen Entwurf vorlegen. Es handle sich um eine inhaltliche Überprüfung der UNESCO, ob deren Kriterien erfüllt sind. Doch Kübler sieht dem positiv entgegen: „Da sehe ich kein Problem.“ Er sehe eher eine Chance, Schlüsse aus der Evaluierung ziehen zu können.

Darüber hinaus stimmen aktuell die Kommunen über die Vereinbarung mit dem Biosphärengebiet ab, also, ob sie diese verlängern oder eben nicht. Auch dazu habe es bereits im Dezember einen Austausch mit allen Kommunen gegeben. Mit einer Absage rechnet er nicht. Zudem entscheidet der Lenkungskreis Ende Februar, welche Förderprojekte dieses Jahr zum Zuge kommen.

Und weiterhin arbeiten die 16 Mitarbeiter in der Geschäftsstelle aus den verschiedenen Fachbereichen am Tagesgeschäft weiter.

„Das ist durchaus herausfordernd, weil gerade sehr viel zusammenkommt“, gibt der 34-Jährige zu. In den drei Monaten habe er gemerkt, wie breitgefächert die Tätigkeiten im Biosphärengebiet sind – von der Bildung über den Forst und den Naturschutz bis zur Forschung. Seine neue Aufgabe sei sehr spannend, und er sei glücklich über sein Team.

Was man noch optimieren kann

Nun sei es wichtig zu sehen, was erreicht wurde, und was man noch bewirken könne. Er selbst sehe Optimierungspotenzial etwa in der Sichtbarkeit und Wahrnehmung des Gebiets, man müsse stärker herausarbeiten, wofür das Biosphärengebiet stehe. „Und wir sollten die Akteure stärker mitnehmen“, sagt Kübler motiviert. Auch sei man darauf angewiesen zu wissen, was die Kommunen brauchen und dafür müsse man sich mit ihnen stärker austauschen. „Wir müssen gemeinsam mit der Region agieren.“

Erweiterung des Gebiets möglich

Kübler erwarte eine Wiederanerkennung durch die UNESCO im Jahr 2028. Danach wäre es möglich, die Gebietskulisse durch weitere Gemeinden zu erweitern. Aber auch dazu brauche es Zeit. Die Gemeinden Feldberg und Todtmoos hätten bereits ihre Fühler ausgestreckt, hier laufen Gespräche.

Beim Blick, wie sich das Gebiet entwickelt hat, sagt Kübler, dass es die Ängste aus der Anfangszeit, was man dürfe und was nicht, vor allem in den Kernzonen, nicht mehr gebe. Doch die Mehrwertfrage: „Was bringt es mir?“, diese gebe es immer und sie sei auch berechtigt. Es profitiere nicht immer jeder einzelne vom Gebiet, aber: „Wir haben hier bereits wirkungsvoll agiert, was zu einem generellen Nutzen für die Region führte, das kommt allen zugute.“ Durch die Förderprojekte habe man Gelder in die Region geholt, die sonst nicht investiert würden und eine Vielzahl an Projekten umgesetzt sowie ein Netzwerk an Partnerbetrieben aufgebaut.

Kein Zweifel an Besucherzentrum in Todtnau

Lange diskutiert wurde das Thema Biosphären-Besucherzentrum, auf das die Stadt Todtnau seit vielen Jahre wartet. „Für mich gibt es da keine Diskussion am Standort, es wird gebaut und es wird nach Todtnau kommen“, macht Kübler deutlich.

Dieses Jahr gebe es dazu vermehrt Gespräche mit dem Regierungspräsidium und den Architekten, der Bau soll nun verstärkt voran getrieben werden, sagt Kübler.