"Impfen im Bahnhof" findet nicht mehr im Auftrag des Landkreises statt. "BeSave" betreibt das Impfzentrum auf eigene Faust. Das hat auch Vorteile. Foto: Besave

Das "Impfen im Bahnhof" geht weiter – und seit dieser Woche hat der Betreiber BeSave dabei mehr Ellenbogenfreiheit.

Albstadt-Ebingen - Seit Mitte Dezember und bis zur vergangenen Woche hatte BeSave im Auftrag des Landkreises geimpft, doch das ist vorbei: Fortan impft der Albstädter Sicherheitsdienstleister autonom. Der Grund: Das Land Baden-Württemberg reduziert die Zahl der sogenannten Drittbeauftragungen, und der Zollernalbkreis hat BeSave den Auftrag entzogen. Theoretisch hätte das Unternehmen seinen Laden dichtmachen können, doch genau das tut es nicht. Die Nachfrage nach Impfungen war laut Markus Ringle, Mitglied der Geschäftsführung, in jüngster Zeit lebhaft, und er geht angesichts steigender Inzidenzzahlen und der erhöhten Ansteckungsgefahr davon aus, dass das so bleiben wird und speziell das Interesse am Boostern anhält. Also kein Grund aufzuhören.

Künstliche Verknappung

Den Verlust des Drittbeauftragtenstatus kann BeSave schon deshalb gut verkraften, weil dadurch ein Problem verschwindet, das in jüngster Zeit öfters aufgetreten: Als Drittbeauftragter musste sich "Impfen im Bahnhof" an die Regel halten, dass BionTech nur an Personen verimpft wird, die jünger als 30 Jahre sind – Ringle sprich von einer "künstlichen Verknappung", der keine reale entsprach, denn der Impfstoff war vorrätig. Trotzdem wurden beispielsweise Senioren, die sich eine Impfung mit BionTech wünschten, vor die Wahl gestellt, sich mit Moderna verarzten zu lassen oder unverrichteter Dinge wieder abzuziehen und auf andere Zeiten zu warten – was so mancher tat.

Keine Einschränkungen mehr

Jetzt sind die anderen Zeiten da; beim "Impfen im Bahnhof" gibt es keine Einschränkungen mehr. Ansonsten bleibt alles beim Alten: Man ordert seine Impfung im Internet und kann sich dann zum festgelegten Termin binnen zehn Minuten – ohne Sicherheitswartefrist – impfen lassen. Aktionstage gibt es weiterhin: Am Freitag, 28. Januar, ist einer für Jugendliche mit dem Themenschwerpunkt "Booster"; außerdem soll es künftig freitags Businesstage für Firmenmitarbeiter und dazu wöchentlich Kinderimpftage mit Kinderarzt sowie an einem Abend in der Woche ein Vereinsangebot geben.

Nicht zu vergessen: die Spendenaktion: Zehn Cent pro Corona-Test und Impfung wandern in eine Spendenkasse, aus der ein guter Zweck in der Region mitfinanziert werden soll. Auf der Internetseite www.test-im-auto.de läuft derzeit eine Umfrage, wer von dem Geldsegen – derzeit schon über 2000 Euro – profitieren soll: Kinder, Senioren, Kultur oder Tiere? Dem Vernehmen nach liegen momentan die Tiere in Führung.