Bei der Stallrundfahrt erfuhren die Besucher viel über die Rinderhaltung. Foto: Kurtz

Und wieder pilgern Scharen nach Dürrenmettstetten – diesmal zum Sommer-Hoffest des Biohofs Freys. Vor allem die Planwagen-Fahrten kommen bei den Kindern gut an.

Dass der Biohof Frey in Dürrenmettstetten über die Ortsgrenzen hinaus beliebt ist, ist kein Geheimnis – trotzdem beeindruckte die Menge der Besucher beim Sommer-Hoffest am vergangenen Sonntag.

 

Bereits morgens um 10 Uhr öffnete der Biohof seine Pforten. Und für die Besucher war so Einiges geboten: Bei bestem Sommerwetter konnte man sich Gegrilltes und andere Leckereien aus eigener Herstellung schmecken lassen und zum Nachtisch ein Stück Kuchen essen oder ein Eis vom Büffelhof Steinwand genießen.

Selbst Kunden aus Frankreich

Kinder konnten sich auf dem Bungee-Trampolin, auf der Strohhüpfburg und beim Ponyreiten austoben. Einen Einblick in die Produktion des Biohofs vermittelten regelmäßige Stallrundfahrten auf dem Planwagen, Hackschnitzel-Shows und Ausstellungen; verschiedene Landmaschinen von Mario Kirschbaum Agrar und Handel konnten begutachtet werden.

Aus Nah und Fern folgten Besucher der Einladung, für die der Hof Frey vor allem auf Social Media setzte. Die regelmäßigen Kunden im Bioladen kommen aus bis zu 30 Kilometern Entfernung, aber auch aus dem Badischen und aus Frankreich fahren Menschen her, um im Hofladen einzukaufen.

Die Backstube kommt an

Ein solches Fest braucht eine entsprechende Vorbereitung: In der Vorwoche wurden beispielsweise 100 Kilogramm eigene Kartoffeln für die Spezialität „Wilde Kartoffeln“ geschält – und trotzdem reichte diese Menge und auch die 1000 Brötchen nicht aus. Gut, wenn man auf einem Biohof auf Reserven zurückgreifen kann!

Denn seit kurzer Zeit gibt es bei den Frey’s auch eine Backstube. Diese sei gut angelaufen, erzählt Lorenz Frey, und besonders der Backwarenverkauf im Nachbarort Hopfau werde sehr gut angenommen.

Futter aus eigener Produktion

Das Getreide werde in Dürrenmettstetten angebaut, und dieses Jahr sei der Ernteertrag überdurchschnittlich hoch gewesen, so Frey. Allerdings habe die Qualität unter dem Regen kurz vor der Ernte gelitten, weshalb ein Drittel als Futtergetreide verwendet werde.

Dennoch zeigt sich der Landwirt zufrieden, denn die eigene Produktion für den Verkauf von Mehl, Backwaren und mehr sei gesichert. Die Tiere werden zusätzlich zum Futtergetreide auch mit Leinkuchen – aus der Leinölproduktion – und Ackerbohne als Eiweißträger gefüttert.

Experte für Bio-Schweineschlachtung

Bei der Stallrundfahrt konnten die Besucher Einblicke in die Tierhaltung gewinnen: Die etwa 100 Rinder, die mit eigenem Futter versorgt werden, sorgen für den Dünger für die Felder, wodurch ein geschlossener Kreislauf entsteht. Geschlachtet werden sie in Dürrenmettstetten.

Für die Schweineschlachtung kooperiert der Hof seit 20 Jahren mit einem Metzger aus Heiligenbronn, der sich als einer der wenigen in der Region auf Bio-Schweineschlachtung spezialisiert hat. Die neugierigen und cleveren Tiere wachsen in einem Stall auf, der sich an dem natürlichen Aufbau orientiert.

Freiheitsliebende Hühner

Nach einem halben Jahr wiegen sie etwa 140 Kilogramm und werden geschlachtet – alle zwei Wochen drei bis vier Schweine, bei insgesamt 220 Tieren auf dem Hof.

Für die Eierproduktion sorgen die 440 Hühner in den zwei Hühnermobilen. Auch sie sind durchaus neugierige Tiere: Jeden Abend müssen mehrere entwischte Hühner eingefangen werden.

Hoffentlich dicke Kartoffeln

Das nächste große Projekt soll die Erweiterung durch Masthähnchen werden, berichtet Lorenz Frey. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen Stallplanung und Bau abgeschlossen sein.

Zunächst steht aber die Kartoffel- und Gemüseernte an. Hier ist die ganze Familie eingespannt, genauso wie beim Sommer-Hoffest. Ein solches Fest mitten in der Erntezeit zu stemmen, ist kein leichtes Unterfangen – dem Hof Frey ist es jedoch mehr als gelungen.