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Bio-Hof in Trichtingen Wie funktioniert ein Demeter-Betrieb?

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Die Familie Heckele ist ein gutes Team. Foto: Wagner

Konsequenter Bio-Anbau - was bedeutet das eigentlich? Familie Heckele gibt Einblick auf ihren Hof in Trichtingen. Was sie beachten muss und wie sie zu Demeter kam, lesen Sie in unserem SB+-Artikel.

Epfendorf-Trichtingen - Die Landwirte führen einen Kampf um gerechte Preise, Klimaschützer mahnen ein Umdenken in der Landwirtschaft an, Bio-Erzeugnisse sind immer stärker im Kommen. Doch wie ist es, eine Landwirtschaft zu betreiben, die die Belange von Natur, Mensch und Tier gleichermaßen berücksichtigt?

Vorbei am neuen Gewerbegebiet Schroten erreicht man den Demeter-Hof von Steffen und Claudia Heckele, eingebettet zwischen Wiesen und Wäldern. Das Team, zu dem neben Steffen und Claudia auch die Kinder Diana und Maximilian gehören, steht bereit, um zu erklären, was es bedeutet, ein Demeter-Hof zu sein.

Trend gehe bei vielen Menschen zu billigen Lebensmitteln

In 38 Ländern der Welt wird nach den Richtlinien der Bio-Marke Demeter gewirtschaftet. Bei der Namensgebung stand die griechische Göttin der Fruchtbarkeit Pate. Dem konsequenten Bioanbau, der bei Demeter hohe Anforderungen erfüllen muss, hat sich die Familie Heckele seit 2016 verschrieben.

Claudia Heckele erzählt von den Anfängen. Mit einer kleinen Landwirtschaft, die man von Walter Schöllhammer übernahm, startete man. Als Claudia und Steffen als Hochzeitsgeschenk im Jahr 2000 zwei Kühe geschenkt bekamen, begann eine kleine Erfolgsgeschichte.

Man habe zu Beginn Getreide und Gemüse angebaut, ohne Dünger zu verwenden, und sei fasziniert davon gewesen, was die Erde trotzdem hergab, erzählt Heckele. Der Ertrag sei so gut gewesen, dass man diese Strategie weiterverfolgt habe und 2016 dem Demeterverband beigetreten sei. Zwar gehe der Trend bei vielen Menschen zu billigen Lebensmitteln, erklärt Claudia Heckele, aber wer erkannt habe, wie hoch die Qualität sei, gebe gerne ein paar Euro mehr aus.

Ganz einfach sei es allerdings nicht, den Hof zu betreiben, erklärt sie. Die Eheleute sind beide berufstätig, Diana studiert Betriebswirtschaftslehre, Maximilian besucht noch die Schule. Trotzdem halten alle zusammen. Wenn Not am Mann ist, helfen Eltern und Schwiegereltern auch noch mit.

Hofbetrieb ist Nebenberuf

Die Heckeles sind ein eingespieltes Team. Jedes Familienmitglied hat seine Aufgabe. Opa Karl steuert mit seinem selbst geschleuderten Honig einen Teil zum Angebot bei. Eine straffe Organisation ist unumgänglich, wird der Hof doch nebenberuflich betrieben. Die mehr als 200 Hühner und 75 Rinder wollen rund um die Uhr versorgt werden.

Im nach Demeter-Vorgaben neu errichteten Stall fühlen sich die Rinder der französischen Rasse Limousin offensichtlich wohl. Das teilweise nach oben offene Gebäude bietet viel Platz. Wie die Hühner werden die Rinder nur mit nach Biostandard angebauten Erzeugnissen gefüttert. Ein Leckerbissen ist dabei im Sommer die Luzerne, eine Pflanzenart aus der Gattung des Schneckenklees. Der Anbau fördert den Stickstoffgehalt im Boden, wodurch man zusätzlich bei der Futtergewinnung profitiert.

Nachfrage nach hoher Qualität steigt

Geschlachtet wird selbst. Was nicht auf dem Hof verkauft wird, vermarktet eine Erzeugergemeinschaft in Rottenburg, der 160 Bioland- und Demeterbetriebe angehören.

Mit dem Hühnermobil werden die gefiederten Bewohner des Hofes zu den Weiden gebracht. Ihnen scheint es so gut zu gehen, dass sie manchmal Eier legen, die wegen ihrer Größe in keinen Eierkarton mehr passen.

Aber nicht nur die Viehhaltung liegt den Heckeles am Herzen. Auf 75 Hektar werden Getreidesorten wie Dinkel und Emmer angebaut. Auch Linsen gedeihen prächtig. Zudem konnten sich die Heckeles im Herbst über eine gute Kartoffelernte freuen.

Vor dem Hof hat die Familie ein kleines Blockhaus erstellt, in dem der so genannte Regiomat mit eigenen Erzeugnissen und weiteren Bioartikeln untergebracht ist.

Die Nachfrage nach hoher Qualität werde immer größer, weiß Steffen Heckele. Die Heckeles freut das besonders, betreiben sie ihren Hof doch mit viel Hingabe.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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