Schüler vor einem Whiteboard am Geroldsecker Bildungszentrum in Seelbach: Kreidetafeln gehören dort der Vergangenheit an. Nun erhält die Schule fünf neue Smartboards, die mit noch mehr digitalen Möglichkeiten aufwarten. Foto: Kiryakova

Seelbach - Die Digitalisierung hält Einzug im Schulalltag – auch am Geroldsecker Bildungszentrum: Apps und elektronische Stifte ersetzen dort bald Füller und Arbeitsblätter. Jetzt hat der Gemeinderat der Anschaffung fünf weiterer Smartboards zugestimmt.

Moderne Technik – die taucht im Geroldsecker Bildungszentrum Seelbach schon jetzt in Form von interaktiven Whiteboards auf. Mit diesen modernen Tafeln verliert staubige Tafelkreide ihren Nutzen. Whiteboards, die würden am Geroldsecker Bildungszentrum Seelbach bereits an den meisten Klassenzimmerwänden hängen, erklärt Daniel Janka, Rektor der Grund-, Real- und Werkrealschule.

Die Whiteboards sind mit einer Dokumentenkamera ausgestattet. Mithilfe eines interaktiven Beamers lässt sich dann das, was der Lehrer unter der Kamera zeigt, stark vergrößert an die Wand projizieren. Ebenfalls ist es möglich, ganz ohne Kreide, mit dem Finger auf die Tafel scheiben. Doch die Whiteboards so kann man aus dem Gespräch mit dem Rektor schließen, sind längst nicht die Ferraris unter den modernen Tafeln. Noch fortschrittlicher, so versteht man, seien sogenannte Smartboards. Wörtlich übersetzt – "kluge Tafeln".

Günstiger als gedacht

Dem Kauf von fünf nigelnagelneuen "klugen Tafeln" hat der Seelbacher Gemeinderat erst kürzlich zugestimmt. Für deren Anschaffung waren im Seelbacher Haushalt für das laufende Jahr 68.000 Euro vorgesehen. Stand jetzt wird es aber günstiger. Denn das Angebot der Firma Xeeon Computer beläuft sich auf etwa 32 .000 Euro. Dazu kommt, dass das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Digitalpaktes eine Förderung in Höhe von 80 Prozent übernimmt. Womit der Gemeinde noch 20 Prozent, das heißt etwas 6.500 Euro, zu bezahlen bleiben.

"Die Smartboards sind das letzte, größere Mosaik, um den Medienentwicklungsplan unserer Schule umzusetzen", erklärt Rektor Janka, der sich auf die neuen Möglichkeiten, die die Tafeln seinen Schülern und Lehrern in der Unterrichtsgestaltung bieten, spürbar freut.

Angebracht werden die "klugen Tafeln" in den Räumen, in denen naturwissenschaftliche Fächer – Physik, Biologie und Chemie – unterrichtet werden. Von den neuen Tafeln profitieren werden von den 640 Schülern am Geroldsecker Bildungszentrum vor allem die Sekundarstufen, also Fünft- bis Zehntklässler. "Durch ein Smartboard hat man im Unterricht einfach noch mehr Möglichkeiten." Mit den neuen Tafeln könnten Schüler und Lehrer durch Berührung der "Touch-Oberfläche" sofort ins Internet gelangen. Auch Tafelbilder ließen sich speichern und in der Folgestunde wieder aufrufen.

Initiative ruft Kopfschütteln hervor

Ob die Lehrer, vor allem jene älteren Semesters, bei diesem Sauseschritt der Digitalisierung mitkommen? Durch die Pandemie und den Fernunterricht hätten sich alle Lehrer mit der IT-Landschaft vertraut machen müssen, berichtet der Rektor. Hausintern habe es immer wieder Fortbildungen gegeben, um Wissenslücken zu füllen. Letztendlich sei es aber keine Frage des Alters, sondern eine Frage der Bedienbarkeit der technischen Geräte. "Für uns war es wichtig, dass man kein großes Fachwissen haben muss, um die Smartboards zu verwenden", sagt Janka. Die Smartboards seien ganz intuitiv nutzbar.

Der Streit über die Verwendung der Lernplattform "Microsoft Teams" war vor ein paar Wochen von einer baden-württembergischen Initiative, bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülern, losgetreten worden. Gefordert wurde, Produkte des US-Konzerns an deutschen Schulen zu verbieten. Diese Forderung ruft bei Rektor Daniel Janka Kopfschütteln hervor. Am Geroldsecker Bildungszentrum verwende man "Microsoft Teams" seit Beginn des Fernunterrichts. Im Alltag sei die Lernplattform für Schüler und Lehrer von Vorteil: "Wir brauchen ein System, das gut zu bedienen ist." Außerdem biete die Landesregierung keine adäquate Alternative. Auch im späteren Berufsalltag werde von den Schülern verlangt, mit Microsoft Produkten, wie etwa Excel oder Word, zu arbeiten: "Da wäre es doch Wahnsinn, wenn unsere Schüler nicht an diese viel benutzte Software herangeführt werden."