Trotz einer relativ großen Gruppe mit 40 Teilnehmern entstand bald ein Gemeinschaftsgefühl. Foto: Bildungswerk

Eine Studienreise des Katholischen Bildungswerks Wolfach-Oberwolfach bot vielfältige Einblicke in Kultur und Landschaften des nordafrikanischen Landes.

Im November unternahm das Katholische Bildungswerk Wolfach-Oberwolfach eine Studienreise nach Marokko. Die insgesamt 40 Teilnehmer aus Wolfach, dem Oberen Kinzigtal sowie vom Bodensee erhielten während der elftägigen Reise tiefe Einblicke in die Geschichte, Kultur, Religion und Lebenswelt des nordafrikanischen Landes. Darüber berichtet das Bildungswerk in einer Mitteilung.

 

Die Reise wurde in Kooperation mit „Blass Travel“ von dem Leiter der Bildungsreisen, Reinhold Waidele, entsprechend geplant und vorbereitet. Ihm oblag auch die Reiseleitung, wobei die Gruppe während der ganzen Tour von dem marokkanischen Reiseführer Abdu kompetent und auch recht unterhaltsam begleitet wurde, wie es in der Mitteilung heißt. Die Fahrt führte zu Königsstädten, Bergwelten, Oasen und bis in die Sahara.

Gestartet wurde mit dem Bus bis zum Flughafen Straßburg-Enzheim. Von dort ging es dann per Flugzeug in Richtung Süden. Bereits in Casablanca, dem ersten Ziel der Reise, zeigte sich die moderne Seite Marokkos. Eine Stadtrundfahrt führte zur imposanten Hassan-II.-Moschee, deren Minarett hoch über der Atlantikküste aufragt. In einem traditionellen Restaurant konnte die Gruppe erste Eindrücke von der marokkanischen Küche genießen und zu den Klängen marokkanischer Musik die Bauchtänzerinnen bewundern.

Die drei mitreisenden Musiker der Stadtkapelle intonierten dort am 11. November den Michelesmarsch und gemeinsam sang man den Wolfacher Durst. Schließlich wollte man doch auch in der Ferne die heimische Tradition bewahren und die Fasnachtszeit musikalisch einläuten.

Eine einheimische Familie lud zum Mittagessen ein

Die Weiterfahrt am nächsten Tag, zunächst entlang der Küste, bot abwechslungsreiche Landschaftsbilder, bevor die reizvolle Bergstadt Chefchaouen erreicht wurde. Die „blaue Stadt“, wie sie auch genannt wird, begeisterte mit ihren verwinkelten Gassen, blau getönten Fassaden und lebhaftem Treiben. Ein geführter Rundgang durch die Altstadt, der Besuch des Kasbah-Museums und ein gemeinsames Mittagessen auf der Terrasse eines typischen Restaurants vermittelten ein intensives Bild dieser außergewöhnlichen Stadt, wird in der Mitteilung weiter berichtet. Dort konnte auch ein Filmteam bei der Arbeit beobachtet werden und man machte Bekanntschaft mit den ersten Kamelen.

Auf dem weiteren Weg in die Königsstadt Fes machte die Gruppe Station in Moulay Idriss. Ein Mittagessen bei einer einheimischen, außerordentlich gastfreundlichen Familie bot einen unmittelbaren Einblick in das häusliche Leben der Menschen. Ebenso beeindruckend war der anschließende Besuch der antiken Römerstadt Volubilis mit ihren gut erhaltenen Mosaiken und weitläufigen Ausgrabungen aus der Römerzeit.

In der historischen Königsstadt Fes tauchte die Gruppe dann tief in die mittelalterliche Atmosphäre der Altstadt ein. Bei einem Rundgang durch die berühmte Medina erlebten die Teilnehmer das geschäftige Treiben der Handwerksbetriebe, von Kupferschmieden bis zu Färbern und Gerbern, sowie den Händlern, die ihre Waren, egal ob Gewürze oder Fleisch zum Teil sehr offen anboten.

Ein landschaftlich absoluter Höhepunkt der Reise war die Fahrt mit dem Bus über den Mittleren und Hohen Atlas (2500 Meter über Meer) bis an den Rand der Wüste. Nach zahlreichen Fotostopps erreichte die Gruppe Merzouga, wo auf Geländewagen umgestiegen wurde, mit denen man dann ins Wüstencamp fuhr. Die zwei Nächte in der Sahara gehörten für viele zu den eindrucksvollsten Momenten der Reise.

Ein ganzer Tag war dort der Erkundung der Wüstenlandschaft gewidmet. Der Besuch einer Berberfamilie inmitten von Wüstensand und Einsamkeit vermittelte einen Eindruck, wie einfach aber dennoch zufrieden dort noch gelebt wird. Überrascht hat, dass in Marokko für Kinder noch keine Schulpflicht besteht.

Karawane mit 40 Kamelen gehörte zu Höhepunkten

Kurz vor Sonnenuntergang wurden an diesem Tag dann von der Reisegruppe die Kamele bestiegen. Eine eindrucksvolle Kulisse, die Karawane mit 40 Kamelen, gemächlich durch den Wüstensand stapfend, rundete den erlebnisreichen Tag zu Vollkommenheit ab. Der weite Sternenhimmel, der gemeinsame Abend am Lagerfeuer, teils mit eigener Musik und Gesang, teils mit marokkanischen Künstlern, dies alles hinter lies bleibende Eindrücke.

Die Weiterreise führte die Gruppe durch die imposante Todraschlucht. Dort durchwanderte man deren bis zu 300 Meter hohe Felswände, welche zu den spektakulärsten Naturformationen des Landes zählen. In der Oase Skoura wurde dann die historische Kasbah Ameridil besichtigt, bevor die Reise in Ouarzazate fortgesetzt wurde. Dort übernachtete die Gruppe in einem traditionellen Riad, so wird ein traditionelles größeres Haus beziehungsweise ein marokkanischen Palast genannt, wird in der Mitteilung erklärt.

Auf dem Weg nach Marrakesch stand die berühmte Lehmsiedlung Ait Benhaddou auf dem Programm, ein Unesco-Weltkulturerbe und Schauplatz zahlreicher internationaler Filmproduktionen. Die Fahrt über den Tizi-n-Tichka-Pass bot schließlich wieder spektakuläre Ausblicke auf das Atlas-Gebirge.

In Marrakesch präsentierte sich die Vielfalt des Landes in konzentrierter Form: prachtvolle Paläste, kunstvolle Gärten, geschäftige Souks (traditionelle Märkte) und der berühmte Platz Jemaa el Fna mit seinem bunten Treiben aus Musikern, Händlern und Geschichtenerzählern. Wie schon einmal zu Beginn der Reise wurde dort wieder ein Geburtstagsständchen gespielt und gesungen. Dies war auch für Abdu, den marokkanischen Reiseleiter ein besonderes Ereignis. Musik aus dem Schwarzwald, vermischt mit den Klängen der Ghaita, welche man von den Schlangenbeschwörern zu Gehör bekam.

Beim gemeinsamen Abschiedsabendessen wurde noch einmal die Vielfalt der marokkanischen Küche genossen. Von Casablanca aus ging es mit dem Flugzeug dann wieder Richtung Heimat, wo man mit dem Bus in Frankfurt abgeholt wurde.

Fazit und Ausblick

Obwohl die Gruppe mit 40 Teilnehmern relativ groß war, entstand doch bald ein Gemeinschaftsgefühl, sicherlich nicht zuletzt auch deshalb, weil viel zusammen gesungen, getanzt und sogar musiziert wurde. Die Studienreise bot nicht nur beeindruckende landschaftliche und kulturelle Höhepunkte, sondern auch viele Gelegenheiten zu Begegnungen und Gesprächen. Für die Teilnehmer wurde Marokko so zu einem facettenreichen Erlebnis mit bleibender Erinnerung. Die nächste Reise des Bildungswerkes ist dann im Frühjahr 2027 nach Jordanien geplant.