Bei ihrem Besuch im Tal X tauschte sich Bildungsministerin Theresa Schopper mit Schulleitern aus der Region aus. Das waren die Themen.
Nachdem sie verschiedene Ausstellungsbeiträge und Bildungsinitiativen im Tal X kennenlernen durfte, kehrte die baden-württembergische Bildungsministerin Theresa Schopper am Dienstag, 2. September zusammen mit Oberbürgermeister Adrian Sonder und der Geschäftsführerin der Gartenschau Cornelia Möhrlen in die Fischerhütte im Friedrichstal ein.
Dort warteten bereits einige Schulleiter aus der Region auf ihr gemeinsames Essen und den Austausch mit der Ministerin. Zwei Wochen bevor der Schulbetrieb im Land wieder anrollt, teilten die Schulleiter, über Flammkuchen und Maultaschen, was alles auf ihrem Zettel steht.
Hermann Kaupp, Schulleiter des Kepler-Gymnasiums in Freudenstadt besorgt, dass es doch tatsächlich eine Lesehilfe für den Bildungsplan gebe, damit Lehrer diesen überhaupt verstünden. Einen Bildungsplan in die Schulen zu geben, sei daher „ein leeres Ziel“, meint Kaupp.
Nordschwarzwald unattraktiv für Lehrkräfte
Ebenfalls ein Thema war der allgegenwärtige Lehrkräftemangel. Natürlich versuche das Ministerium mehr Lehrer in den ländlichen Raum zu bewegen, doch so einfach werde es nicht, erklärt Schopper. Auch wenn sie das nach ihrer Wanderung durchs Tal X gar nicht verstehe. „Ist doch schön hier“, findet die Ministerin.
Dennoch scheint der Nordschwarzwald auf Lehrkräfte unattraktiv zu wirken. Sonder erinnert sich, als seine Frau – von Beruf Lehrerin – damals aus Berlin nach Baden-Baden zog und es hieß, sie müsse leider eine Stelle im Nordschwarzwald antreten.
Politik solle nicht über Schulen entscheiden
Wenn es nach Marco Finkbeiner, Schulleiter des Richard-von-Weizsäcker-Gymnasiums in Baiersbronn gehe, sollte die Politik nicht über Schulen entscheiden. Schließlich komme alle vier Jahre eine neue Regierung und damit auch wieder eine neue Bildungspolitik zustande. Dadurch bewege man sich ständig vorwärts und wieder rückwärts.
Sonder stimmte ihm in soweit zu, dass die Legislaturperioden es einem schwierig machten im Bildungssystem. Die Politik solle daher lieber die bereits bestehenden Ansätze verbessern, anstatt alle vier Jahre einen komplett neuen Ansatz zu verfolgen.
Mehr Leitungszeit nötig
Ein weiteres Thema war, dass die Schulleiter mehr Leitungszeit benötigten, da der Arbeitsaufwand zugenommen hätte, erklärt Kaupp. Schließlich gebe es immer mehr Eltern, die sich in Bezug auf Noten einklagten.
Das sei die typische Fehleinschätzung, dass Lehrer die Noten machten, meint Jochen Lindner, stellvertretender Leiter für die beruflichen Schulen im Landkreis Freudenstadt. Laut Finkbeiner hätten sie jedoch noch Glück. Im städtischen Raum hätten Eltern weitaus mehr zu klagen.
Ministerin zieht positives Fazit
Die Gespräche seien sehr offen gewesen und hätten gezeigt, wie wichtig solche Runden sind, meint Schopper. Sie habe sich gefreut zu hören, dass die Schulen im Kreis Freudenstadt in diesem Jahr eigentlich gut aufgestellt seien – „Das hört man für diese Region ja eher selten“. Auch die Schulleiter schienen erfreut darüber bei der Ministerin Gehör zu finden.
Schopper nehme einige Punkte, wie die Differenzierung, die Heterogenität, die Bezahlung nach den verschiedenen Besoldungsgruppen A12 und A13 und den Personalmangel, aus den Gesprächen mit, mit denen sie sich auseinander setzen werde.
Ein wichtiger Punkt sei die digitale Bildung gewesen, da ab dem kommenden Schuljahr das neue Schulfach „Informatik und Medienbildung“ ab der fünften Klasse verpflichtend eingeführt wird. „Es war eine bunte Mischung an Themen“, meint Schopper.