Ulrike Stoll-Dyma (rechts) und Hausleiterin Annette Mayer ziehen im Bildungshaus St. Luzen an einem Strang. Foto: Klaus Stopper

Die neue Leiterin ist in Hechingen eine alte Bekannte. Ulrike Stoll-Dyma, einst Pastroalreferentin in der Stadt, ist seit Oktober die neue Bildungsreferentin im Hechinger Bildungshaus St. Luzen.

In ihrer Arbeit in der Kirchengemeinde als Pastoralreferentin habe ihr zunehmend die Perspektive gefehlt, berichtet sie. 21 Jahre arbeitete sie dort, erlebte, wie die Strukturen im Zuge der Bildung der Seelsorgeeinheit immer größer wurden, und ihr Wunsch, direkt in Kontakt zu den Menschen zu kommen, immer mehr zurückgestellt werden musste. Sie wechselte für ein Jahr als Geschäftsführerin in die Katholische Erwachsenenbildung nach Böblingen. Aber für jemand wie sie, die tief verwurzelt ist in Hechingens Vereins- und Brauchtumswelt, war am Ende nicht nur die Fahrzeit viel zu lange. „Das habe ich echt unterschätzt“, berichtet sie. Aber auch sonst fiel es sich schwer, dort anzukommen. Trotzdem: „Ich habe in dem Jahr dort unglaublich viel gelernt und bin froh über diese Erfahrung.“

 

Als dann im Frühjahr nach dem Ausscheiden von Jochen Frank die Stelle im Bildungshaus ausgeschrieben war, war dies für sie wie eine Fügung. Aufmerksam auf das Angebot machte sie Verwaltungsleiterin Annette Mayer. Beide kennen und schätzen sich schon lange. Und Programmgestalterin sein und diese Einrichtung auch in der Region wieder stärker zu vernetzen, das gefiel ihr. „St. Luzen soll noch mehr eine Marke werden, die Leute sollen wissen, was hier angeboten wird, ist toll“, erklärt sie. Das Programm soll spirituell und gesellschaftlich ausgerichtet sein. Aktuell lernt sie Strukturen vor Ort kennen und arbeitet das neue Programm aus, das zum Jahresbeginn vorgestellt wird.

Muttertagsprogramm mit Hechinger Kabarettistin

Sicher ist schon, dass zum Muttertag ein Programm mit der Hechinger Kabarettistin Birgit Kruckenberg-Link stattfinden wird, ein Wein-Event mit dem Weinhaus Wetzel ist auch geplant. Und auch die Sehnsucht nach Spiritualität, die sie bei vielen Mitmenschen sieht, will sie auf neuen Wegen ansprechen. „Viele fühlen sich in klassischen Kirchengemeinden nicht mehr zu Hause, denen möchte ich hier ein neues zu Hause geben“, sagt sie.

Froh ist sie, dass es hier schon viele „Evergreens“ im Haus gibt. Zum Beispiel „das Seminar Yoga und Jesus hat richtig viele Fans“, berichtet sie. Angeboten wird es von Pater Gilbert Carlo, ein Mann mit Welterfahrung. Im nächsten Herbst kommt er wieder nach Hechingen. Und auch das Frauenfrühstück, das hier stattfindet, ist genau nach ihrem Geschmack.

St. Luzen in der Region mehr ins Bewusstsein rücken

Auf jeden Fall sei ihr wichtig, St. Luzen verstärkt als interessanten Veranstaltungsort in der Region noch stärker ins Bewusstsein zu rücken. Dabei wird sie eng mit Verwaltungsleiterin Annette Mayer zusammenarbeiten, die die gesamte Hauswirtschaft in St. Luzen leitet, wobei das Gebäude zu einem starken Teil als Tagungs- und Fortbildungsstätte von Privaten genutzt wird. Und hier gebe es Qualitäten, die sich schon schon herumgesprochen hätten, so Stoll-Dyma: „Das Essen hier ist hervorragend, die Zimmer sind immer blitzblank und alle sind freundlich“.