Der Umbau der Herlinsbachschule dominiert Wolfachs Schulentwicklung bis 2028. Doch im Hintergrund soll 2025 die jahrelange Planungsphase für die Realschule starten – Personal vorausgesetzt.
Insgesamt rund elf Millionen Euro fließen im Zug von Sanierung und Erweiterung in den nächsten Jahren Bauabschnitt für Bauabschnitt in die Herlinsbachschule. „Von den 6,5 Millionen Euro Eigenanteil, die aufzubringen sind, ist im Haushalt 2025 der Löwenanteil abzubilden“, bilanziert Bürgermeister Thomas Geppert. Im Hintergrund soll der lange Anlauf für das Folgeprojekt in der Schulentwicklung starten – doch das hängt auch 2025 vorerst noch an einer offenen Personalie in der Verwaltung.
Bewusst hatte Geppert beim Spatenstich zur Herlinsbachschul-Sanierung im September vom Projekt „Wolfach 2035“ gesprochen. Denn: Das großangelegte Schulentwicklungskonzept von Gemeinderat und Verwaltung sieht die Modernisierung der Herlinsbachschule als ersten Schritt vor – die Erweiterung und Sanierung der benachbarten Realschule perspektivisch als zweites Großprojekt. Platz für neue Klassenzimmer und eine neue Mensa zählen zu den Eckpunkten, die bei der Realschul-Entwicklung in den vergangenen Jahren diskutiert wurden.
Doch von einer konkreten Planung ist man bislang noch weit entfernt. Erster Schritt dazu: ein Architektenwettbewerb. 150 000 Euro stehen als Planungsrate für eben diesen im Finanzhaushalt des Etats 2025. „Dass wir einsteigen sollten, bekräftige ich heute Abend einmal mehr“, betonte Geppert in der finalen Haushaltssitzung. „Bauen ist noch weit weg.“ Doch zunächst sei ein Planer nötig, der über den Wettbewerb gefunden werden soll. „Wenn wir den haben, dann hat der Planer wirklich zu tun. Da gibt’s ja noch nix. Wenn ich das weiß, dann sind die Jahre verschwindend gering.“
Vakante Bauamts-Stelle hemmt die Entwicklung
Politischer Wille und Geld allein sind in Sachen Realschule aber nicht die einzigen Voraussetzungen. „Wir hätten den Planungswettbewerb eingeleitet, wenn die Vakanz im Bauamt nicht gekommen wäre“, sagte Geppert bereits im Vorfeld der Haushaltsberatung auf Nachfrage.
Die de facto bereits seit Anfang Dezember 2024 verwaiste Stelle an der Spitze des Bauamts wirke sich schon massiv auf die Betreuung des Projekts Herlinsbachschule aus. Die wöchentlichen Baustellen- Fixtermine übernehme Geppert seither im Zusammenspiel mit dem stellvertretenden Bauamtsleiter Josef Vetterer interimsweise persönlich. „Es sind halt immer Entscheidungen zu treffen bauseits.“
Ohne Bauamtsleitung aber kein Einstieg ins langwierige Thema Realschule, erklärte Bürgermeister Geppert: „So ein Wettbewerbs-Verfahren machen wir nicht noch nebenher.“ Die Wiederbesetzung der vakanten Stelle sei der Schlüssel zum Projekteinstieg. „Insofern wäre es schon zwingend, dass wir irgendwann mal eine Bewerbung bekommen.“
So soll es an den Schulen weitergehen
In der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 19. Februar soll das weitere Auftrags-Millionenpaket für die Herlinsbachschulevergeben werden. Damit soll parallel zum Anbau an den A-Bau die Innensanierung des Gebäudeteils A starten. Weiter soll damit der Aufzug neben dem Haupteingang gebaut werden. Zum Schuljahr 2025/2026 sollen an der Realschule zwei Container-Klassenzimmer die Raumnot fürs Erste lindern. 425 000 Euro stehen dafür im Finanzhaushalt bereit. Am 19. Februar soll über den Honorarvertrag für das Bauantragsverfahren und über die Bestellung der Container abgestimmt werden.