Bei der ersten Sitzung des neugegründeten Ausschuss für Bildung und Soziales wurde die Änderung der Grundschulbezirke beschlossen. Zukünftig wird es 17 statt bisher zwei Schulbezirke in der Doppelstadt geben.
Im Juli hatte der Gemeinderat nach langen und schwierigen Diskussionen zugestimmt, dass in Villingen-Schwenningen wieder für jede Grundschule ein eigener Grundschulbezirk eingeführt wird.
Vorausgegangen war dem ein Beharren des Regierungspräsidiums Freiburg, dem aufgefallen war, dass die Stadt mit ihrer ursprünglichen Praxis, gegen das Schulgesetz des Landes verstößt.
Eltern haben künftig keine freie Wahl mehr
Im Rahmen des neuen Ausschusses für Bildung und Soziales wurde nun eine Beschlussvorlage für eine Änderung der Satzung über die Bildung von Schulbezirken vorgestellt und mit elf ja, keiner Gegenstimme und drei Enthaltungen beschlossen. Zukünftig wird es also keine zwei großen Bezirke in Villingen und Schwenningen geben, sondern ganze 17. Für die Eltern bedeutet der Beschluss, dass sie in Zukunft nicht mehr die Wahl haben, wo sie ihre Kinder einschulen. Künftig werden die Kinder dort zur Schule gehen, wo die Familie wohnt.
„Der Wille der Bürger und der Eltern war ein anderer. Leider ist das Regierungspräsidium anderer Meinung, dem müssen wir uns beugen“, zeigt sich AfD-Gemeinderat Martin Rothweiler enttäuscht vom Beschluss des Regierungspräsidiums. Constanze Kaiser von den Grünen sieht es ähnlich: „Wir sind alle nicht glücklich darüber, aber wir müssen nun das Beste daraus machen.“
Wie Gesamtelternbeirat Tino Berthold anmerkte, werde das Konzept auf Dauer nicht funktionieren, da viele Eltern eine Ganztagsbetreuung wollen, was aber nur an zwei Schulen möglich sei.
Das Fachamt der Stadt entgegnete dem, dass die Einteilung der Bezirke nach reiflicher Überlegung eine durchdachte Einteilung sei. „Die Uhren müssen neu gestellt werden“, so Stefan Assfalg, Leiter des Amtes für Jugend, Bildung, Integration und Sport.
Auf Drängen des Regierungspräsidiums bliebe der Stadt schließlich keine andere Wahl. „Die Entscheidung wurde uns aufgezwungen“, erklärt Katharina Hirt von der CDU. Sie führt weiter aus, dass sich in Villingen ja nicht viel ändern würde. Anders sieht es dagegen in Schwenningen aus, denn dort fehlen einige Schulplätze. Deshalb sei der neue Standort Hallerhöhe extrem wichtig. Zum Schluss meldete sich Constanze Kaiser erneut, die einen Antrag stellte, um alle zwei Jahre die Entwicklung der Schülerzahlen an den einzelnen Grundschulen zu überprüfen. Der Antrag wurde vom Ausschuss knapp abgelehnt.
Die neue Satzung zur Änderung der Schulbezirke wird zum neuen Schuljahr, am 8. September 2025, in Kraft treten.