Zum ersten Mal wurde der von der Stadt Trossingen neu geschaffene Musikpreis an Studentinnen der Musikhochschule verliehen. Die Preisträgerinnen überzeugten eine Jury.
Der neu geschaffene Musikpreis der Stadt Trossingen ist mit 5000 Euro dotiert.
Im Rahmen des Neujahrsempfangs am vergangenen Sonntag zeichneten Christian Fischer und Thomas Busch von der Musikhochschule Trossingen sowie Bürgermeisterin Susanne Irion vier Frauen aus – alle Studentinnen an der Hochschule.
Zuvor ging Rektor Christian Fischer auf den Preis inhaltlich ein und begründete die Entscheidung der Jury. „Schwerpunkt des Preises liegt auf Schulmusik und Musikvermittlung.“ Denn das seien die Bereiche, in denen die Musik in die Region hineinwirke. Musik und kulturelle Bildung hielten die Gesellschaft oft zusammen. Um Preisträger zu ermitteln, sei eine Ausschreibung gemacht und eine Jury gebildet worden, mit Angehörigen auch der Musikschule sowie der Bundesakademie. Die Juroren tagten in zwei Runden und kamen zu einem Ergebnis.
Zehn Einsendungen
„Die Studierenden waren motiviert“, meinte der Musikhochschul-Rektor. Auf die Ausschreibung hin gab es zehn Einsendungen, von denen sechs in die engere Wahl kamen. Es stand den Bewerbern ein Startgeld von 500 Euro zur Verfügung, um Ideen auch umsetzen zu können.
Der erste Preis geht einmal an Laureen Mohr. Die junge Frau saß im Hohner-Konzerthaus nur noch auf der Kante ihres Sitzes, weil sie wenig später als Aktive auf der großen Bühne des Konzertsaales an der Hochschule agieren sollte. Dort standen multimediale Performances in Musik und Bewegung zum Thema „Hunger und Durst“ auf dem Programm. Preiswürdig ist auch Sicht der Jury ihr Projekt mit Migrantinnen. „Die Frauen kommen aus Rumänien oder haben Fluchterfahrung“, berichtete sie. Es sei zusammen gesungen und getanzt worden. Volkstänze waren ein Thema oder Improvisationen. „Es haben mehr als 20 Frauen mitgemacht. Das war eine richtig schöne Tanzgruppe.“ Dieses Jahr möchte sie an dieses Projekt anknüpfen. Willkommen sind alle – mit oder ohne Instrument.
Zwei erste Preise
Der erste Preis wurde gleich zweimal vergeben. Lea Ziegler, Jessica Kienzler und Christina Müller arbeiteten an einem musikalischen Erlebnispfad für Trossingen. Dabei waren sie auch in einer Schulklasse und in einem Altersheim. Bestandteil dieser Idee sind mobile Installationen und die Verwendung von QR-Codes, um digitale Möglichkeiten mit einzubeziehen. „Wir haben viele Ideen“, sagten sie in Richtung von Bürgermeisterin Susanne Irion. Denn wenn so etwas Realität werden sollte, hätten da Stadt und Gemeinderat ein Wörtchen mitzureden.
Christian Fischer wies darauf hin, dass in diesem Jahr in Trossingen eine Bundesschulmusikwoche stattfindet. Bestandteil sei ein Vermittlungsprojekt mit sechs Chören.