Insgesamt ist die VHS Wiesental zufrieden. Manches ist mehr gefragt, anderes weniger. So viel steht aber fest: Kostenlose Angebote erhöhen aber die Nachfrage.
Katrin Nuiro als VHS-Leiterin von Schopfheim hat in der Sitzung des Betriebsausschusses der Volkshochschule (VHS) Wiesental über die Tätigkeiten berichtet und hielt Rückblick aufs Frühjahrs-Semester. Unter dem Titel „Immer anders, immer Du“ gab eine Vielzahl an Veranstaltungen. Trotz Gebührenerhöhung blieb die Anzahl der Teilnehmer mit rund 2500 Personen nahezu stabil. Im Programmheft waren alle Veranstaltungen der VHS Maulburg bis Todtnau zusammengefasst. Nuiro stellte einige Besonderheiten vor, wie die Beteiligung am internationalen Frauentag im März mit einem Vortrag oder ein kostenloses Referat über die Pflegeversicherung, der sehr gut besucht war.
Nachfrage schwankt
Die Leiterin stellte fest: „Wenn der Vortrag kostenfrei angeboten wird, ist die Nachfrage höher“. Auch bei den Außenstellen fanden zahlreiche Vorträge statt. Der „Irische Abend“ in St. Agathen war sehr gut besucht. Allerdings mussten auch einige Veranstaltungen mangels Nachfrage abgesagt werden. Es konnten einige Online-Angebote etabliert werden, die besonders im ländlichen Raum wichtig seien. In Zell präsentierte man sich auf dem Biosphärenfest, die Planungen der „Kinder-Uni“ wurden fortgesetzt: „Nun können wir 80 Kinder aus dem Wiesental mit Wissen beglücken.“
Neue Reihe „60 Plus“
Seit rund eineinhalb Jahren existiert der Eigenbetrieb Volkshochschule Wiesental, ein Zusammenschluss der Volkshochschulen von Maulburg bis Todtnau. Im Betriebsausschuss der VHS sind neben den Vertretern der Außenstellen sieben Schopfheimer Stadträte vertreten. Aktuell laufe es bestens und so konnte Katrin Nuiro vom „Qualitäts-Projekt“ berichten, womit die VHS Wiesental ihre Stärkung im öffentlichen Raum festlegt.
Das Motto des aktuellen Semesters lautet „Gutes geWissen“ mit Angeboten über gesellschaftliche Beteiligung, Gesundheit, Umwelt oder Ethik. Es gibt auch eine neue Reihe „60 Plus“.
Darüber beteiligt sich die VHS Wiesental an der Reihe „Ratschlag Demokratie“, hier erfolgt eine Förderung der Volkshochschulen. In Schönau wird ein Wahlforum mit fünf Kandidaten der Landtagswahl angeboten. Auch das „Philosophische Frühstück“ wird erneuert, für Senioren wird ein Vortrag zur Auffrischung von Verkehrsregeln angeboten. Fachbereichsleiterin Ruth Simons berichtete von einer hohen Nachfrage an Fremdsprachenkursen und an den BAMF-geförderten Integrationskursen „Deutsch als Zweitsprache“. Es gibt sieben Englischkurse und acht Italienischkurse. Keine Anmeldungen gab es für das Angebot „Russisch für Anfänger“.
Lehrkraft gesucht
Mittlerweile liefen 21 Fremdsprachenkurse bei der VHS. Derzeit wird eine Lehrkraft für Französisch gesucht. Es nehmen 159 Personen an Fremdsprachenkursen teil. Viele Teilnehmer seien dazugekommen und hätten Einnahmen beschert. Wegen der Schließung von Firmen im Wiesental seien einige Interessenten hinzu gekommen, die nun mehr Zeit haben, die Kurse zu besuchen. „Sorgenkind sind jedoch unsere Kreativkurse“, sagte Nuiro.Stadtrat Thomas Kaiser aus Zell bedankte sich beim VHS-Team und sagte: „Der Zusammenschluss der VHS ist ein gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit, und wesentlich besser, als wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht.“ Schopfheims Stadtrat Michael Böhler regte eine Zusammenarbeit mit der örtlichen Handelskammer an und sagte: „Die Welt braucht auch Handwerker.“
Schmidt: „Ein sehr gutes Ergebnis“
Tanja Schmidt, Finanzen und Controlling der Stadtverwaltung Schopfheim, berichtete über die finanzielle Lage im Jahr 2024. Bei einer Bilanzsumme von rund 125 000 Euro wurde ein Jahresfehlbetrag von 79 843,32 Euro erzielt, der sich auf die Hauptstelle Schopfheim bezieht. Fehlbeträge von Außenstellen wurden bereits unterm Jahr durch die Kommunen ausgeglichen. Würden alle betrachtet werden, wäre ein Fehlbetrag von rund 113 000 Euro entstanden. Schmidt sagte: „Insoweit ist es für die Hauptstelle Schopfheim ein sehr gutes Ergebnis“. Dies sei unter anderem durch die vielen an Integrationskurse bedingt.
Mit Verlusten geplant
Der Betriebsausschuss empfahl dem Gemeinderat, den Jahresabschluss 2024 zu beschließen. Für das Betriebsjahr 2025 rechnet man mit einem Jahresfehlbetrag von 141 500 Euro. Im Wirtschaftsjahr 2026 schließt man voraussichtlich mit einem Verlust von 159 600 Euro ab. Für das Jahr 2027 liegt das Gesamtvolumen bei 853 400 Euro und einem geplanten Jahresverlust von 159 500 Euro. Bürgermeister Dirk Harscher zeigte sich in der Sitzung des Betriebsausschusses erfreut über die gut geführte VHS mit ihren attraktiven Angeboten.