Schüler brauchen oft mehr als Unterricht. Schulsozialarbeiter bieten da Unterstützung (Symbolbild). Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Schulsozialarbeiterinnen leisten wertvolle Arbeit an den Schulen in Schopfheim. Der Friedrich-Ebert-Schule steht aber ein Abschied bevor.

Sozialarbeit an den Schulen wird immer wichtiger, weshalb Städte und Gemeinden in diesen Bereich investieren. Als letzte Schopfheimer Schule hatte die Max-Metzger-Schule im Frühjahr 2024 eine Aufstockung im Finanz- und Verwaltungsausschuss beantragt. Das Gremium war dem nachgekommen, rief aber auch Land und Bund in die Pflicht. Seinerzeit hatte Schulleiter Christoph Faller in der Gremiensitzung berichtet, dass auch Lehrer Schulsozialarbeit leisten müssten, „bis in die Familien hinein“. Dabei sei wegen der Probleme in den Familien nicht nur ein bisschen zu tun, der Aufwand gehe auf Kosten des Bildungsauftrags, stellte der Schulleiter einst fest.

 

Die Themen, mit denen sich die Schüler dieser Tage beschäftigten, stellten die Schulsozialarbeiterinnen Elena Schellhorn (Grundschule Fahrnau), Maike Göggel (Friedrich-Ebert-Schule) und Carmen Kast (Theodor-Heuss-Gymnasium) in der jüngsten Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses vor. Melanie Vahl vom Diakonischen Werk, dem Träger der Schulsozialarbeit, hatte den jährlichen Bericht über die Schulsozialarbeit erstellt.

Angebot wird rege genutzt

Schellhorn erklärte, das ihr Angebot von Eltern und Kindern rege genutzt werde. Eltern suchten sie zum Beispiel auf, wenn sie im erzieherischen Bereich nicht weiterkämen oder wenn ein Streit nicht beigelegt werden könne. Häufig drehten sie die Gespräche auch um die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Ziel: Wechsel in reguläre Klasse

Göggel berichtete von ihrer Arbeit mit 25 Schülern in den Vorbereitungsklassen an der Friedrich-Ebert-Schule. Einige kämen aus Syrien, viele aus der Ukraine, ferner würden dort Inder, Moldawier und Vietnamesen gemeinsam unterrichtet. Die Altersspanne reiche vom Fünftklässler bis zum 15-Jährigen. „Mit 16 können die Schüler dann auf die Gewerbeschule wechseln.“ Ziel sei, dass die Jungen und Mädchen so gut Deutsch lernen, dass sie in eine reguläre Klasse wechseln können. Sie geht vormittags mit den Kindern und Jugendlichen in die Bibliothek, ins Jugendzentrum oder zum Einkaufen.

Nachmittags könnten die Jugendlichen dann allein dort hingehen, um mit einheimischen Kindern in Kontakt zu kommen. Wichtig sei auch die Unterstützung durch den Arbeitskreis Integration. Göggel ist noch bis Ende des Jahres in der Schule tätig, dann verlässt sie die Region und zieht mit ihrer Familie an die Nordsee.

Themen: Mobbing, Essstörungen, Suchtprobleme

Carmen Kast, Sozialarbeiterin am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG), hat 430 Beratungsgespräche im Schuljahr 2023/24 mit Schülern geführt, wie sie in der Sitzung erklärt. Hinzu kämen Gespräche mit Eltern und Lehrern. Mobbing, Streitigkeiten, selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen oder Suchtprobleme seien die Themen, weshalb Schüler sie aufsuchten. Sie sei in Kontakt mit Therapeuten, Ärzten, Lehrern und den Schulleitern. Sie verwies auch auf das Konzept „Sexualisierte Gewalt“ an der Schule.

Vom Gremium wertgeschätzt

Auch Albana Muciqi berichtete von ihrer Arbeit an der Dr. Max-Metzger-Schule. Sie schlichtet nicht nur Konflikte, sie wird auch in der Ganztagsbetreuung eingesetzt. Die Kosovarin lebt seit dreieinhalb Jahren in Deutschland. Technischer Beigeordneter Thomas Schmitz dankte den Schulsozialarbeiterinnen für ihre Arbeit: „Die Wertschätzung aus dem Gremium ist ihnen gewiss.“