Ja, hier findet ein Umzug statt: Das Lager der Interimsschule ist am Umzugstag alles andere als gut sortiert. Foto: Jansen

Die Grundschule Egenhausen ist bei laufendem Betrieb ins neue Gebäude umgezogen. Beim Umzug wurde eine Menge aussortiert – und unerwartete Schätze gehoben.

Kartons stapeln sich in der Interimsschule Egenhausen, Möbel stehen noch unsortiert an der Wand, ein Akkuschrauber liegt auf dem Tisch im Lehrerzimmer. Im neuen „Pausenhof“ stehen Stühle an der Wand, warten darauf, verteilt zu werden. Im Lager türmen sich Materialien, Möbel und Kisten.

 

Tatkräftig haben die Lehrer mit angepackt, eingepackt, aussortiert und sind dabei, wann immer es geht, im neuen Gebäude Ordnung herzustellen. In einem Raum sieht man schon, dass eine Lehrerin bereits für sich und ihre Klasse Ordnung hergestellt hat. Die Tische stehen ordentlich in Reihen, Kartons sind ausgepackt, die Regale eingeräumt.

Hier könnte der Unterricht direkt losgehen: Ein Klassenzimmer ist schon am zweiten Umzugstag fertig. Foto: Jansen

Zur großen Freude von Schulleiter Andreas Schrade ging’s jetzt doch schneller, bis die neue Interimsschule bezugsfertig war. Damit konnte auch der Umzug früher starten, nachdem monatelang geplant, gepackt und vorbereitet wurde.

Bevor der große Umzug anstand wurde schon einiges ins neue Schulhaus gebracht. Da haben auch die Eltern tatkräftig geholfen: Es wurden Möbelpatenschaften vergeben. So konnte jeder sich für ein oder mehrere Möbelstücke melden, die er oder sie transportieren kann und möchte.

Lehrpläne aus einer anderen Zeit aufgetaucht

Ganz einfach ist das nämlich nicht bei jedem Stück. Am Umzugstag ist ein Außenlift am neuen Schulhaus angebaut, durchs Fenster werden Möbel ins Obergeschoss gehievt.

Mit dem Lift werden Gegenstände ins Obergeschoss gebracht.

Der Umzug in die Übergangslösung, während die eigentliche Grundschule zwei Jahre lang saniert wird, hat auch einige Schätze zutage gefördert. „Wir haben Lehrwerke gefunden, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie hatten“, berichtet Schrade. Beim einen oder anderen Werk hatte man sogar schon überlegt, es anzuschaffen. Setzkästen seien aufgetaucht – also Lehrmittel zum Anfassen. Und ein wirklich altes Stück: Handgeschriebene Lehrpläne aus dem Königreich Württemberg – also mindestens 108 Jahre alt.

Allerdings, wie es bei einem Umzug nun mal so ist: Es ist auch eine Menge Zeug aufgetaucht, das wirklich niemand mehr braucht. Ganze vier Mal musste der Bauhof anrücken, um Aussortiertes und Müll fortzuschaffen. Möbel, die nicht mehr gebraucht werden – wurden gespendet.

Umzug während laufendem Schulbetrieb

Dadurch, dass der Umzug nun früher als gedacht losging, fiel er nicht in die Ferien. Das heißt: Die Schüler hatten Unterricht auf dem Boden oder Programm außerhalb der Schule. Auch das musste organisiert werden. Am letzten Schultag vor den Ferien ist das Programm schon durch die Jahreszeit bestimmt: Es wird Fasching gefeiert.

Und während die Schüler dann in die wohlverdiente freie Zeit gehen, haben die Lehrer Zeit, die Schule für den Unterricht vorzubereiten. Allerdings – wie man es von einer neuen Wohnung kennt – es wird dauern, bis alles an seinem endgültigen Platz ist. „Da lebt man auch aus dem Karton“, meint Schrade.