Schulbücher für die 10. Klasse des Gymnasiums Foto: Ben Mattes

Leihen oder Kaufen? Für Eltern von Schulkinder stellt sich jedes Schuljahr aufs neue die Frage, ob der Diercke-Weltatlas oder das Geschichtsbuch für die Sprösslinge privat angeschafft oder ob die Bücher aus dem städtischen Fundus geliehen werden. Die Verwaltung muss tiefer in die Tasche greifen.

Elf Schulen sind unter der Trägerschaft der Stadt Balingen verzeichnet. Damit steht die Verwaltung in der Pflicht, für die Schüler die notwendigen Lernmittel kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Insgesamt sollen dafür für das kommende Schuljahr 234 000 Euro fällig werden. Im Vorjahr waren es mit 199 500 noch 34 500 Euro weniger.

 

Diese Beträge sind der Sitzungsvorlage für den Verwaltungsausschuss zu entnehmen, der über die Vergabe der Bestellungen an die Buchhändler am Dienstag, 13. Mai, beraten und abstimmen wird. Schulbuchaufträge sind grundsätzlich öffentlich auszuschreiben. Ab einem Schwellenwert von 221 000 Euro müsste die Stadt die Vergabe europaweit ausschreiben, sagt der Gesetzgeber. Brutto wären das 236 470 Euro.

Nur zwei Buchhändler geben Angebote ab

Bei der Verwaltung kenn man den Clou, um lediglich lokale Händler um Angebote zu bitten: In der Gemeindehaushaltsverordnung ist unter Paragraf 31 geregelt, dass eine sogenannte „freihändige Vergabe“ gerechtfertigt ist, wenn der Aufwand die Kosten in die Höhe treiben würde. Sprich: Käme das günstigste Angebot zum Beispiel aus Polen, wäre der Versand der Schulbücher exorbitant teuer.

Bei drei Buchhandlungen hatte die Verwaltung um Angebote gebeten. Gemeldet haben sich die Neue Buchhandlung von Jürgen Rieger und das Büchernest in Frommern, das Judith Schalow jüngst eröffnet hat. Osiander hat kein Angebot abgegeben.

So verteilen sich die Schulen auf die Händler

Sowohl aus Frommern, als auch aus Balingen, gingen gleichlautende Angebote im Rathaus ein. Das liegt daran, dass Bücher seit 2002 der Preisbindung unterliegen, Verlage und Buchhändler sind seit dem verpflichtet, die Endpreise zu binden. Das gilt für Romane genau so, wie für Schulbücher.

Die Grundschule Endingen/Erzingen, die Langwiesenschule, die Realschule Balingen und das Gymnasium Balingen werden von Jürgen Rieger mit Büchern versorgt. Der Wert des Auftrags beläuft sich auf 104 000 Euro, für Nachbestellungen bis Oktober sind 10 500 Euro eingeplant.

Judith Schalow kümmert sich um die Bestellungen für die Lauwasenschule, die Lochenschule Weilstetten und die Grundschule Streichen/Zillhausen. Ebenfalls vom Büchernest betreut werden die Grundschule Schmiden, der Schulverbund Frommern, die Längenfeldschule und die Sichelschule. Hier sind seitens der Verwaltung 103 800 Euro im ersten Schwung und 15 700 Euro für Nachbestellungen geplant.

Der größte Batzen geht ans Gymnasium

Den größten Batzen aus dem Gesamtpaket macht die Literatur für das Gymnasium aus, insgesamt 77 000 Euro sind im Buchetat enthalten. Mit 2500 Euro für Lehrbücher ist die Lauwasenschule am günstigsten dran.

Über die Vergabe stimmen die Mitglieder des Verwaltungsausschusses in der Sitzung am Dienstag, 13. Mai, ab. Diese beginnt um 17.30 Uhr und findet im großen Sitzungssaal im Rathaus statt.