Grünes Licht vom Gemeinderat für die Erweiterung der Realschule am Salinensee. Foto: Cornelia Hellweg

Bei Schulen in Bad Dürrheim stehen die Zeichen auf Erweiterung. So soll nicht nur Platzmangel behoben werden. Ein Schulverbund wird umgesetzt.

Lange musste man bei der Realschule am Salinensee auf die dringend benötigte Erweiterung warten. Jetzt wird der Wunsch Wirklichkeit – als künftiger Schulverbund, denn die Werkrealschule wird hier ebenfalls eine neue Heimat finden Das hat der Gemeinderat so beschlossen.

 

Wann der erste Spatenstich erfolgen wird, ist noch nicht klar. „Die Vorarbeiten seitens der Beteiligten laufen auf Hochtouren. Ziel ist es, das Projekt im letzten Quartal 2027 fertigzustellen und in Betrieb zu nehmen“, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Die Erweiterung auf dem Gelände der Realschule am Salinensee schlägt mit Kosten in Höhe von voraussichtlich 14,5 Millionen Euro zu Buche. Die Stadt hat bislang nach eigenen Angaben 1,6 Millionen Euro aus dem Ausgleichstock des Landes sowie 235 000 Euro KfW-Förderung des Bundes für einen klimafreundlichen Neubau bewilligt bekommen. „Zudem wurde eine Förderung bei der Schulbauförderung des Landes beantragt. Über die genaue Höhe der Summe können wir aktuell keine Auskunft geben, da die Schulbauförderrichtlinie gerade aktualisiert wird und sich der Antrag noch in Bearbeitung befindet.“

Seitens der beiden Schulen beteiligt man sich aktiv an den Planungen. Es geht nämlich nicht nur um Räume sondern auch um pädagogische Konzepte. Denn von der bisherigen Grund- und Werkrealschule verbleibt dann die Grundschule am Standort in der Kernstadt, die Werkrealschule wird Bestandteil des Schulverbunds und wechselt in den Erweiterungsbau bei der Realschule. „Wir sind froh über den Baubeschluss“, sagt Stephanie Martin, Schulleiterin der Realschule. Das Gebäude sei für eine durchgehende Dreizügigkeit von Klassen gebaut. Inzwischen ist die Realschule allerdings durchgängig vierzügig. „Wir haben praktisch sieben Klassen zu viel.“

Die Kunst des Stundenplaners

Es ist die Kunst des Stundenplaners in Form von Konrektor Michael Wentz, den Unterricht trotz Platzmangels zu organisieren. „Wir haben alle zwei Wochen Planungstreffen mit Blick auf den Erweiterungsbau“, berichtet Konrektor Josua Papke. Den Austausch bezeichnet er als gut. „Wir sind froh, unsere Ideen und Konzepte zu großen Teilen umsetzen zu können.“

Die Grund- und Werkrealschule in Bad Dürrheim. Foto: Cornelia Hellweg

Viele Aspekte müssen berücksichtigt werden, dazu zählt beispielsweise die Digitalisierung. „Wenn jedes Kind im Unterricht mit einem Tablet arbeiten soll, muss man die Stromversorgung zum Aufladen der Geräte mitdenken. Löst man das über ausreichend Steckdosen, oder bekommt der Schüler zu jedem Gerät ein Akku? Über den Digitalpakt eins habe die Realschule drei Klassensätze Laptops erhalten, die an die Schüler ausgeliehen werden. „Machen wir damit weiter oder mit Tablets?“ Ein neuer Digitalpakt komme für die Anschaffung von Geräten. Aber der Support (Wartung, Software, Pflege) bleibe an der Kommune als Schulträger hängen. Daher ist man hier froh, dass die Stadt für dieses Thema eine Stelle nur für die Schulen geschaffen und besetzt hat.

Seit dem Jahr 2024 seien Realschule und Werkrealschule am Thema Schulentwicklung dran. Es gehe darum, beide Schulen pädagogisch zusammen zu führen. Derzeit verzeichnet die Realschule 640 Schülerinnen und Schüler, die Werkrealschule 120. Berücksichtigt wird laut Stephanie Martin außerdem der Bereich Ganztagsschule in Wahlform. „Wir werden eine neue Schule.“ Bis zu 800 Schülerinnen und Schüler soll der Erweiterungsbau einmal aufnehmen. Bestandteil sind zwölf Klassenräume, Fachräume und Sozialräume. Außerdem wird es dann ausreichend Toiletten geben. Denn auch die Sanitärräume sind im Bestandsbau nicht mit der Schülerzahl mit gewachsen.

Räumlich am Anschlag ist man auch in der Grundschule in der Kernstadt. „Wir haben aktuell 320 Grundschüler, die Klasse 4 ist vierzügig“, sagt Schulleiterin Christiane Schell. Neubaugebiete, fünf Kindergärten, die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge – da komme Nachschub. Bezüglich des geplanten Umzuges der Werkrealschule bestätigt sie: Die Steuerungsgruppen arbeiten eng zusammen. Denn es soll „eine Fusion mit pädagogischen Verstand“ werden.

Die Bauarbeiten für die Erweiterung der Ostbaarschule haben begonnen. Foto: Cornelia Hellweg

Patrizia Schneider, Schulleiterin der Ostbaarschule in Oberbaldingen, ist einen Schritt weiter. Kürzlich war der erste Spatenstich für die Erweiterung der Grundschule, die im Wesentlichen für den Ganztagsbereich benötigt wird. Darauf freut sie sich besonders: „Wir haben zwar eine große Außenfläche, die bei schlechtem Wetter aber kaum bespielbar ist. Auf dem Dach des Neubaus entsteht jetzt eine ganzjährig bespielbare Fläche.“