Bei der Sanierung der Albstädter Kirchgrabenschule läuft wenig rund. Verzögerte Vergaben, Insolvenzen und Lieferengpässe verlängern die Bauzeit und führen zu Mehrkosten.
Den Beschluss zur umfangreichen Sanierung der Kirchgrabenschule in Ebingen hatte der Gemeinderat bereits im Jahr 2023 gefasst. Bis heute finden auf dem Schulgelände bei laufendem Schulbetrieb Bauarbeiten statt. Unter anderem der Brandschutz in dem im Jahre 1978 gebauten Schulhaus wird ertüchtigt.
Dass bei den Bauarbeiten nicht viel nach Plan läuft, war Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Auf der Tagesordnung stand die Genehmigung diverser Mehrkosten für eine Bauzeitverlängerung bei den Betonsanierungsarbeiten. Die Arbeiten hatte der Stadtrat im Jahr 2024 an die Firma Storz Verkehrswegebau aus Böblingen vergeben. Geplanter Baustart dieser Sanierung im zweiten Bauabschnitt war direkt im Anschluss an die Weihnachtsferien 2025.
Unglückliche Umstände
Doch der Termin konnte nicht gehalten werden. Der Grund: Verzögerungen der Arbeiten aus dem ersten Bauabschnitt machten es der Böblinger Firma unmöglich, fristgerecht mit ihrem Auftrag zu beginnen. Beispielsweise war für die Vergabe der Heizungsarbeiten im ersten Bauabschnitt eine zweite Ausschreibungsrunde erforderlich, da bei der ersten Runde keine Angebote im Rathaus eingingen.
Insgesamt habe man die ursprünglich geplanten Vorarbeiten der Gewerke in den Bereichen Heizung, Lüftung, Sanitär nicht wie vorgesehen abschließen können, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Weiterer Verzögerungsgrund waren die Trockenbau- und Malerarbeiten im ersten Bauabschnitt, die ebenfalls nicht termingerecht ausgeführt wurden. Die ursprüngliche Trockenbau-Firma hatte Insolvenz angemeldet, wodurch ein neues Unternehmen zur Fertigstellung der Arbeiten gefunden werden musste.
Die Malerfirma habe dazu trotz mehrmaligen Aufforderungen die vertraglichen Fristen nicht eingehalten. Und letztlich fiel auch noch die Lieferzeit für Türen länger aus als bei ähnlichen Bauvorhaben. Hintergrund waren offenbar allgemeine Lieferengpässe bei Zulieferern, die derzeit die gesamte Bauwirtschaft betreffen. Kurz gesagt: Eine Verkettung unglücklicher Umstände führte dazu, dass die Firma Storz erst in Kalenderwoche 20 im vergangenen Jahr ihren eigentlichen Bauauftrag beginnen konnte.
Um die Bauzeitverschiebung für die Firma erträglich zu gestalten, wurden laut Sitzungsvorlage Ersatzleistungen im Rahmen des Bauvorhabens ausgemacht, sodass die Firma Storz bereits ab dem 3. Februar mit reduzierter Mannschaft beginnen konnte.
Darunter fielen unter anderem die Anbindung des neuen Flucht-Treppenturms und die Herstellung von Durchbrüchen für die neuen Eingänge zur Mensa. Doch diese zusätzlich beauftragten Arbeiten an die Firma Storz wollen gezahlt sein.
Millionenmarke geknackt
Wegen der Verzögerung der ursprünglich beauftragten Arbeiten forderte die Böblinger Firma zudem eine weitere Nachtragszahlung. Diese begründete das Unternehmen unter anderem mit der verlängerten Vorhaltung der Baustelleneinrichtung, mit Mehrkosten für eine veränderte Logistik und mit einer tariflichen Lohnerhöhung ab dem 1. April 2025. Rechnungsposten für die Verzögerungen: rund 250.000 Euro. Diese Summe konnte in Verhandlungen immerhin auf rund 131.000 Euro reduziert werden.
So wurde aus der ursprünglichen Auftragssumme von 914.610,38 Euro durch insgesamt sechs Nachtragsposten ein Betrag von rund 1,14 Millionen Euro – eine Steigerung um 24,25 Prozent. Immerhin: Inzwischen konnte der Auftrag von der Firma Storz abgeschlossen werden; Bauabnahme war im Februar.
Die Ausschreibungen und Vergaben für den dritten Bauabschnitt sollen in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres folgen. Die voraussichtlichen Gesamtkosten für die Sanierung der Kirchgrabenschule belaufen sich nach derzeitigem Stand auf rund 8,9 Millionen Euro.