Seit Ende April fährt die Zubringerbuslinie Hausach – Kniebis 7266 nicht mehr. Schüler aus dem Wolftal sind nun deutlich länger unterwegs, um in die Schule in Hausach und wieder zurück nach Hause zu kommen. (Symbolfoto) Foto: Murat

Vier Stunden unterwegs, um in die Schule und wieder nach Hause zu kommen: Für 150 Schüler aus dem Wolftal sowie aus Wolfach, Gutach und Kirnbach scheint das aufgrund der Reduzierung der Nationalpark-Zubringerbuslinie nun die einzige Option zu sein.

Die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach will sich gegen die neuen Fahrpläne der Schülerbeförderung wehren. Das wurde bekräftigt in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Hintergrund ist die Reduzierung der Nationalpark-Zubringerbuslinie, die von Schülern im Wolftal genutzt wurde.

 

Gemeinderätin Kathrin Müller (CDU) erklärte, dass am letzten Schultag vor den Osterferien eine Mail darüber informierte, dass die Zubringerbuslinie Hausach – Kniebis 7266 zum 30. April entfällt. „Die Entscheidung wurde vor den Latz geknallt ohne Anhörung von betroffenen Kommunen, Schulen oder Familien“, kritisierte Müller. Ein reger Schriftwechsel mit den Landkreisen Ortenau und Freudenstadt brachte bisher außer reiner Rhetorik keine Ergebnisse.

Zuständigkeit unklar

Insgesamt sind laut Müller um die 150 Schüler aus dem Wolftal sowie den Bereichen Wolfach, Gutach und Kirnbach betroffen. Zuständig wäre hierfür der Ortenaukreis. Der argumentiert jedoch, für die Doppelgemeinde sei die Gesamtschule Loßburg nächstgelegen. Dafür wäre dann der Landkreis Freudenstadt zuständig. Der Knackpunkt ist aber, dass es für die örtlichen Kinder keinen ÖPNV dorthin gibt. Deshalb pendeln sie täglich nahezu 30 Kilometer nach Hausach, um in die Schule gehen zu können.

Sie waren bereits bei der bestehenden Busverbindung 90 Minuten auf der Straße, was sich nun laut den Eltern mit Wartezeit auf vier Stunden erhöhen würde. Hinzu komme, dass die zwei Busse, die mittags ins obere Wolftal fuhren, bereits brechend voll waren.

Knappe Kassen

Die These, dass die bestehenden Fahrpläne ausreichen, halten die Betroffenen für lebensfern. Der Unterricht der Gesamtschule endet um 13 Uhr, der Zug in Richtung Wolfach fährt um 13.10 Uhr. Von der Schule zum Bahnhof sind es etwa 750 Meter, was sportlich zu Fuß ist und pünktlichen Unterrichtsschluss voraussetzt – Fragen an Lehrer oder Toilettengänge vor der langen Heimfahrt sind da unmöglich.

„Da werden Hauptschulen abgeschafft und Bildungseinrichtungen zentralisiert, ohne für eine entsprechende Beförderung zu sorgen“, kritisierte Müller. Die Behörden hätten Verständnis geäußert für die Situation, jedoch auf Zuständigkeiten und knappe Kassen verwiesen.

25 000 Euro im Jahr

Die betroffenen Eltern hatten verschiedene Optionen bei dem Schriftwechsel erörtert. Eine davon ist, Buslinien in den Zeiten zu reduzieren, in denen kaum Personen mitfahren. Auch könnte die Firma Katz das Angebot beibehalten, denn durch die Streichung entsteht nun eine Pause von 24 Minuten. Diese Lösung würde 25 000 Euro im Jahr kosten.

Nachvollzogen werden kann nicht, dass andere Linien zum Nationalpark weiterhin bezuschusst werden, die Kinder jedoch „im Regen stehen gelassen werden“. Die Gemeinde wird laut Christian Pfundheller, Zentrale Dienste und Finanzen, die rechtliche Lage abklopfen. Bisher war es möglich, um 13.10 Uhr und um 16.10 Uhr von der nah bei den Schulen gelegenen Haltestelle direkt von Hausach den Bus ins Wolftal zu nehmen. Nun enden zwei Linien in Wolfach und pausieren 24 Minuten. Die Verbindung wird von Gesamtschülern, Gymnasiasten und Schülern der kaufmännischen Schulen in Hausach genutzt.

Wegfall der Linie 118

Beleuchtet werden soll laut der Gemeinde auch die Beförderungspflicht hinsichtlich der Grundschüler, die durch Wegfall der Linie 118 derzeit eine längere Wartezeit in der Betreuung verbringen müssen.