Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung in der Bildechinger Steige sorgt für Ärger bei vielen Verkehrsteilnehmern. Besonders der sogenannte Lückenschluss steht in der Kritik.
Die neue Tempo-30-Regelung auf der Bildechinger Steige sorgt nicht nur vor Ort für Diskussionen – auch auf der Facebook-Seite des Schwarzwälder Boten Horb wird intensiv über diese Veränderung debattiert.
Dabei reicht das Spektrum von grundsätzlicher Zustimmung bis hin zu scharfer Kritik.
Zweifel an Sinn und Verhältnismäßigkeit Ein städtischer Mitarbeiter hält die Maßnahme grundsätzlich für richtig, zumindest teilweise: „30 wegen Lärmschutz und wegen Gefahrenstellen ist in Ordnung und auch richtig.“ Allerdings stellt sogar er infrage, ob dies auch für alle Abschnitte gelten sollte. Besonders der Bereich ohne Bebauung sei problematisch: „Aber dort dann bei dem Wasserwerk zu blitzen wäre frech und Abzocke!“
Andere Nutzer argumentieren ähnlich. Viele kritisieren vor allem den sogenannten „Lückenschluss“, also Tempo 30 auch dort, wo keine Häuser stehen. Jasmin N. schreibt: „Abzocke mehr nicht. Völlig sinnfrei von der Ampel oben bis zu den ersten Häusern unten.“ Auch Markus L. meint: „Zone 30 in Wohngebieten ist ok, aber eine Hauptstraße mit Tempo 30 nicht.“
Besonders deutlich wird Johannes Kettenhofen, Rechtsanwalt aus Horb und CDU-Vorstandsmitglied. Für ihn ist die Regelung „völlig unverhältnismäßig“. Er ergänzt: „Ich fahre da seit über 20 Jahren, da war nie ein Unfall. Lärmschutz ... soll wohl ein Witz sein.“ Die Maßnahmen empfindet er als „freiheitsbeschränkend“ und „sehr ärgerlich“.
Auch BiM-Stadtrat Thomas Bauer sieht Risiken. Er warnt vor neuen Gefahren im Straßenverkehr: „Das fatale an der Sache ist, dass ich (…) mit Tempo 30 km/h fahre und von Fahrrädern überholt werde. Das verschärft die Gefahr eines Unfalles erheblich.“ Sollte etwas passieren, sieht er „die Verantwortlichen (…) mit im Boot“.
Persönliche Erfahrungen auf der Steige Viele Kommentare drehen sich zudem um den Vorwurf, es gehe weniger um Sicherheit als um Einnahmen. Markus W. schreibt: „Wenn Horb schon keine Einnahmen der Stadt hat... dann stellt man eben Radarfallen auf.“ Karlheinz K. spricht von „Abzockplätzen“. Einige Nutzer berichten von konkreten Erfahrungen im Straßenverkehr. Kristin O. schildert: „Ich dachte letztens, der hinter mir tickt aus, als ich hochwärts die 30 einhielt.“ Der Fahrer habe sie schließlich „mit völlig überhöhter Geschwindigkeit überholt“. Jens H. kündigt dagegen an, sich strikt an die Vorgaben zu halten: „Ich werde jedenfalls genau 30 km/h fahren mit Tempomat, sollen sich hinter mir ruhig alle aufregen.“
Neben Kritik an der Maßnahme selbst wird auch die Beschilderung thematisiert. Anke W. berichtet: „Ich bin da letztens tatsächlich auch noch mit 50 lang. Weil da eben kein Schild zu finden war!!!“
Diskussion geht über das Tempolimit hinaus Teilweise geht die Kritik über das konkrete Thema hinaus. Mehrere Nutzer kündigen an, die Stadt künftig zu meiden. Karl W. schreibt: „Ich werde zukünftig meine ganzen Besorgungen (…) nicht mehr in diesem Loch erledigen.“ Erika S. meint: „Man kann um Horb nur einen riesen Bogen machen.“
Zwischen den vielen kritischen Stimmen gibt es aber auch differenziertere Ansätze. Michael R. schlägt vor: „Sollen sie doch den Mumm haben, 40 in der ganzen Stadt […] einzuführen anstatt diese abzocke an den lukrativen Stellen!“ Und Florian H. bringt eine grundsätzliche Idee ein: „Tempo 30/70/120 sollte Standard in Deutschland sein.“
Die Diskussion in den sozialen Medien zeigt: Die neue Regelung trifft einen Nerv – vor allem dort, wo sie als unlogisch oder schlecht umgesetzt wahrgenommen wird.