Blickt auf ein solides Geschäftsjahr zurück: die Volksbank Breisgau-Markgräflerland. Foto: Volker Münch

Die Volksbank Breisgau-Markgräflerland blickt auf ein solides Geschäftsjahr zurück. Die Genossenschaftsbank konnte ihre Geschäftsdaten in allen Bereichen verbessern.

Der Volksbank Breisgau-Markgräflerland sei es trotz der fragilen Wirtschaftslage gelungen, die mit Blick auf das Wachstum bei einer Inflation von mehr als zwei Prozent praktisch stagniert war, ein ordentliches Geschäftsumfeld zum Wohl der Kunden zu generieren, betonte Vorstandsvorsitzender Norbert Lange beim Bilanzpressegespräch am Donnerstag in Eschbach.

 

Der Bilanzgewinn lag mit 2,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr höher. Für Lange und seinen Stellvertreter Jörg Dehler war es wichtig, auf die Zahlen des Kundengeschäftsvolumens zu blicken. „Das ist eigentlich eine der wichtigsten Kennzahlen, weil sie das operative Geschäft mit den Kunden, also alle Kredite und Geldanlagen, beinhaltet“, erklärte Lange weiter. Hier erwirtschaftete die Genossenschaftsbank mit ihren 33 000 Mitgliedern – für sie arbeiten heute 306 Mitarbeiter – ein Wachstum von 0,4 Prozent auf eine Summe von 4,43 Milliarden Euro.

Beim Kreditgeschäft für den Haus- und Wohnungsbau verlief habe sich das Kreditvolumen um 30 Prozent verbessert und der Volksbank ein Neugeschäft von etwa 130 Millionen Euro beschert. Das habe vor allen Dingen am Erwerb von Gebrauchtimmobilien gelegen, wo sich die Preise etwas konsolidiert und für viele Eigenheimbesitzer die Rahmenbedingungen verbessert hätten. Anders sah es bei Neubauten aus, bei denen nach wie vor viele restriktive Vorschriften die Preise pro Quadratmeter schnell auf Beträge von 6000 bis 7000 Euro hochgetrieben hätten.

Im Firmenbereich beobachteten die beiden Vorstände eine eher zurückhaltende Investitionstätigkeit. Trotzdem seien neue Kreditaufnahmen in Höhe von etwa 80 Millionen Euro getätigt worden. Kumuliert man alle Kreditgeschäfte, dann stehen zum Jahresende eine Gesamtkreditaufnahme von 1,68 Milliarden Euro im Geschäftsbericht.

Die Kundeneinlagen bezifferten sich auf 1,06 Milliarden Euro, das eigene Kundenanlagenvolumen bezifferte Lange mit 2,7 Milliarden Euro. Das wirkt sich auch auf die Ertragslage der Volksbank aus. Den Zinsüberschuss bezifferte der Vorstandsvorsitzende mit 38,3 Millionen Euro (Steigerung 7,3 Prozent) und einen Provisionsüberschuss um 3,7 Prozent auf 14,5 Millionen Euro.

Höhere Dividende

Die Volksbank kann laut Lange einen Bilanzgewinn von 2,8 Millionen Euro ausweisen, bei einem bilanzierten Eigenkapital von 253 Millionen Euro. Geplant ist, sofern die Vertreterversammlung zustimmen wird, den Mitgliedern eine Dividende von fünf Prozent (2024: vier Prozent) auszuschütten. „Damit liegen wir bei über 20 Prozent bei der Eigenkapitalquote, die es uns ermöglicht, entsprechende Kreditgeschäfte für die Kunden tätigen zu können“, erklärte Lange.

Bilanz zog das Vorstandsteam der Volksbank Breisgau-Markgräflerland: Norbert Lange (rechts) und Jörg Dehler. Foto: Volker Münch

Im bundesweiten Ranking der 644 Genossenschaftsbanken steht die Volksbank Breisgau-Markgräflerland nach Angaben des Vorstandsteams auf Platz 162. „Wir fühlen uns mit unserer Größe und Leistungsfähigkeit sehr wohl“, betonte Lange. Er sehe aktuell keine Notwendigkeit und schon gar keine Absicht für mögliche Fusionen, wie sie in jüngster Zeit bei einigen anderen Geldinstituten zur Debatte stehen.

Die Volksbank habe neben dem klassischen Bankengeschäft auch einen Förderauftrag für die Region. Über Spenden und Sponsoring gab die Genossenschaftsbank Fördermittel von rund 210 000 Euro an gemeinnützige, soziale und sportliche Einrichtungen, wie Dehler berichtete.

Heute genieße die Volksbank einen ausgezeichneten Ruf als Arbeitgeber und generiere deshalb weiterhin ausreichend neue Kräfte wie auch mit 22 Personen viele Auszubildende. „Wir beschäftigen auch Quereinsteiger, die keine Bankausbildung haben“, berichtete Dehler. Ein Beispiel: IT-Spezialisten für die eigene Digitaltechnik.

KI nur als Unterstützung

Weitere Themen waren der Einsatz der Künstlichen Intelligenz, die der Vorstand allerdings nur als Unterstützung in wiederkehrenden, einfachen Prozessen sieht und die deshalb auch keine Arbeitsplätze vernichte. Nach wie vor sei auf Wunsch der direkte Kontakt mit den Mitarbeitern eine der Stärken der Volksbank, betonte Dehler. Neben neuen Kontomodellen, mit denen die Kundenbindung individuell gestärkt werden soll, wie auch mit Angeboten für junge Kunden im Alter bis 30 Jahren, generiert die Genossenschaftsbank neue Kundenkreise.