Bei bester Stimmung und ohne gravierende Vorfälle ging am Wochenende die Weiler Buurefasnacht mit dem großen Umzug zu Ende. Polizei und Veranstalter sind zufrieden.
Fasnacht feiern, aber richtig, hieß es am vergangenen Wochenende beim Finale der Buurefasnacht Weil am Rhein. Bis abends um 19 Uhr wurde im Narrendorf am Berliner Platz noch gefeiert, bevor die letzten Narren erschöpft nach Hause zogen.
Als ausgelassen und heiter habe er die Stimmung wahrgenommen, berichtet Andreas Kiesewetter, Vorsitzender der IG Straßenfasnacht, am Tag danach auf Nachfrage. Er habe viele positive Rückmeldungen erhalten.
Als Organisator und Einweiser hat er praktisch den kompletten Umzug im Startbereich miterlebt, wo sich die Gruppen zunächst von der Haupt- und dann von der Danziger Straße aus in den großen Zug die Hauptstraße bergauf Richtung Alt-Weil einfädelten.
Die neue Strecke sei schon besser angenommen worden als im vergangenen Jahr, sagt er. Speziell die Hinterdorfstraße habe sich mit Menschen gefüllt. „Das macht Mut“, sagt Kiesewetter. Die verstärkte Werbung im Vorfeld habe sich gelohnt. Es werde demnach auch im kommenden Jahr erst einmal bei der neuen Streckenführung bleiben.
Luft nach oben habe es von den Besuchern her noch an der „Kronen“-Kurve gegeben, so die Rückmeldungen, die Kiesewetter erreicht haben. Das soll sich 2027 ändern.
100 Helfer im Einsatz
Beim Umzug – zwischen dem Start der ersten Gruppe bis zu dem der letzten vergingen rund drei Stunden – konnte Kiesewetter sich auf rund 100 Helfer verlassen. Viele davon kamen aus den Reihen der teilnehmenden Cliquen, welche dieses Mal selbst Ordnerdienste übernahmen, gut zu erkennen an den gelben Leuchtwesten im Umzug.
Der IG-Straßenfasnachts-Chef bestätigt den Eindruck, dass im diesem Jahr weniger kunstvoll gestaltete Fasnachts-Wagen auf der Strecke unterwegs waren als im vergangenen Jahr.
Die Zahl der Wagen wurde aktiv begrenzt
Dies sei Absicht gewesen, sagt er. Mit der Festlegung eines überschaubaren Kontingents habe man auch den Klagen der Anwohner über den von diesen Wagen ausgehenden Lärm vor und nach dem Umzug nachgegeben.
Diese hatten sich im vergangenen Jahr über die stundenlang dröhnenden Bässe der Musikanlagen beschwert. Dies wurde in diesem Jahr unterbunden.
Die Abfolge der verschiedenen Cliquen, Musiken und Zünfte im Zug erfolgt übrigens nicht zufällig, sondern werde vom Vorstand der IG Straßenfasnacht in einer zwei- bis dreistündigen Sitzung akribisch geplant, führt Kiesewetter aus.
So wollen die Verantwortlichen angesichts vieler thematisch ähnlich gelagerter Gruppen, etwa Hexen oder Waggis, der optischen Vielfalt Rechnung tragen.
Nicht viele Worte zu dem Umzug, bei dem immerhin um die 30 000 Menschen die Innenstadt bevölkert haben sollen, verliert Polizeisprecher Thomas Batzel – was man auch als Zeichen für eine gute Organisation im Vorfeld werten kann.
Der Umzug sei weitgehend friedlich verlaufen, lässt Batzel aus den Aufzeichnungen seiner Kollegen vor Ort verlauten. Nur in Einzelfällen musste polizeilich eingeschritten werden. Es gab zwei Platzverweise und zwei Körperverletzungsdelikte, laut Batzel angesichts der hohen Teilnehmerzahl „alles im normalen Bereich“.
Warum das Lörracher Schiff dieses Mal fehlte
Warum die Narrengilde Lörrach in diesem Jahr nicht mit ihrem großen Schiff beim Umzug vertreten war, sei keineswegs Unstimmigkeiten und auch nicht zu viel Lärm geschuldet, teilt Obergildenmeister Michael Lindemer unterdessen mit.
Vielmehr habe man dieses Jahr mit dem Schiff in Hauingen die Verbundenheit mit der dortigen Buurefasnacht unter Beweis gestellt. Üblich sei generell ein jährlicher Wechsel.
Als erfahrener Fasnächtler mit Wurzeln im Weiler Teilort Haltingen stellt er dem Weiler Buurefasnachtumzug, bei dem er am Sonntag als Zuschauer dabei war, ein gutes Zeugnis aus: Es sei ein abwechslungsreicher Umzug gewesen. Durch den späten Termin der Buurefasnacht hätten die Weiler das Glück, Cliquen zu Gast zu haben, welche die Gilde in Lörrach zur Hochzeit der Fasnacht nie kriegen könnte.
Die neue Strecke gefalle ihm gut. Sicher würden sich zunehmend auch die Straßen Alt-Weils noch mehr mit Zuschauern füllen, denn: „Änderungen werden immer erst im dritten Jahr wirksam“, ist er gewiss.
Lindemer führt es vor allem auf die kurze Fasnachtssaison in diesem Jahr zurück, dass er nicht wie sonst, auch Umzüge in den umliegenden Orten besuchen konnte. Nächstes Jahr sei das schon wieder anders. Da könne er sich gut vorstellen, wieder bei acht bis zehn Umzügen dabei zu sein, erklärt er.