Der Schönbronner Weg in Wildberg war im vergangenen Jahr ein Hotspot in Sachen Wasserrohrbrüchen. Foto: Priestersbach

"Der Wasserverbrauch steigt alarmierend", erklärte Andreas Bauer als Leiter des Fachbereichs Innere Dienste bei der Vorstellung der letztjährigen Wasserbilanz im Wildberger Gemeinderat. So ist der rechnerische Wasserverbrauch pro Einwohner und Tag auf 129,2 Liter gestiegen, nachdem es 2019 noch 117,5 Liter waren.

Wildberg - "Die Zunahme ist kein Pappenstiel", machte Bauer deutlich, dass Wildberg damit im bundesweiten Trend liege. Allerdings spiele vermutlich die Corona-Pandemie mit Homeoffice, Homeschooling und höheren Hygienestandards eine Rolle beim Anstieg des Wasserverbrauchs, ebenso die zunehmende Zahl von Pools und ähnlichem. Deshalb werde man auf jeden Fall überlegen müssen, "wie es mit diesem wertvollen Gut weitergeht",unterstrich Bauer mit Blick auf die künftige Wasserversorgung. Obwohl der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch im Vergleich zu anderen Industriestaaten positiv betrachtet werden könne, bestehe weiterhin für jeden Einzelnen Einsparpotenzial.

Über eine erfreuliche Entwicklung konnte er in Sachen Wasserverlust berichten, der im Vorjahr bei 4,6 Prozent lag – und wo man in Wildberg "überdurchschnittlich gut unterwegs ist". 2019 lag der Wasserverlust noch bei 6,5 Prozent, und im Spitzenjahr 2013 waren es sogar mal 12,9 Prozent. Die Verringerung sei ein Indiz dafür, dass die ständige Suche der Mitarbeiter aus dem Eigenbetrieb Wasserversorgung nach Wasserrohrbrüchen erfolgreich sei.

25 Wasserrohrbrüche im letzten Jahr

Wassermeister Werner Schanz teilte den Räten in der Stadthalle mit, dass im vergangenen Jahr insgesamt 25 Wasserrohrbrüche festgestellt und beseitigt wurden. Einen echten Hotspot bildete dabei der Schönbronner Weg, doch auch dort wurden die Schäden mit einer Inliner-Sanierung behoben. Allerdings könne die Suche nach Wasserrohrbrüchen mitunter schon recht mühselig sein, so der Wassermeister.

Wie Bürgermeister Ulrich Bünger lobend ergänzte, bilden Wassermeister Schanz und sein Team eine gute Visitenkarte für Wildberg. Bei dieser Gelegenheit betonte der Rathauschef aber auch: "Die Wasserversorgung ist eine ureigene kommunale Aufgabe."

Kritische Anmerkungen

In der anschließenden Aussprache gab es die eine oder andere kritische Anmerkung. Für Gemeinderat Jens Mayer von den Freien Wählern ist es mit Blick auf die beschlossene Erhöhung der Wassergebühren nicht nachvollziehbar, dass jemand, der seinen Pool füllt, den gleichen Wasserzins entrichtet wie beispielsweise ein Landwirt bei der Bewässerung. Dieter Dannenmann (SPD) sprach sich ebenfalls dafür aus, "hinter die Poolgeschichten zu gehen".

"Wir nehmen nur widerwillig Kenntnis von der Wasserbilanz", machte Günther Landgraf (Grüne) deutlich, dass man die Entwicklung des Wasserverbrauchs als dramatisch betrachte. Bei einem Mehrverbrauch von zehn Prozent im Vergleich zu 2019 "haben wir uns von einer Vorzeige- zu einer Durchschnittsgemeinde entwickelt", so seine Einschätzung. Zudem müsse auch die Wasserqualität angesprochen werden – was die Verwaltung für den Bericht über die Abwasserbilanz ankündigte.

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