In Ringsheim konnten alle angemeldeten Kinder in einer Einrichtung untergebracht werden (Symbolfoto). Foto: Monika Skolimowska/dpa

Die jährliche Kindergartenbedarfsplanung zeigt, wie es um die Betreuungssituation steht. Alarmismus herrscht in Ringsheim nicht, aber das Angebot ist knapp kalkuliert.

Die Gemeinden sind verpflichtet, regelmäßig per Kindergartenbedarfsplanung an einem ausreichenden Betreuungsangebot für Kinder unter und über drei Jahren zu arbeiten. Bei der Gemeinderatssitzung stellte Hauptamtsleiterin Helena Gutbrod die aktuellen Zahlen und Prognosen vor. Das Kita-Angebot wird zudem ausgebaut.

 

Zum Stichtag 1. März standen in Ringsheim insgesamt 148 Kitaplätze zur Verfügung. „Was wirklich eine stolze Zahl ist“, befand Gutbrod. Davon entfallen laut Verwaltung 118 Plätze auf die Altersgruppe über drei Jahre. Für die Jüngeren gibt es 30 Plätze. Derzeit gibt es zwei Einrichtungen in der Gemeinde. Die katholische Kita St. Johann Baptist übernimmt mit ihren sechs Gruppen und 108 Plätzen den Löwenanteil der Betreuung. Bei ihr finden auch die unter Dreijährigen ihren Platz. In drei Gruppen je zehn Plätzen werden sie betreut. Die Naturkita Rebzwergle nimmt Kinder ab drei Jahren auf. Zwei Gruppen mit je 20 Plätzen gibt es derzeit.

Belegt sind derzeit (Stichtag 1. März) „nur“ 119 Plätze. Davon 99 Plätze bei den über drei Jahre alten Kindern.

Kooperation mit der Nachbargemeinde

Allerdings werden sich einige der Betreuungsplätze im Laufe des Kindergartenjahres noch füllen, stellte Gutbrod klar. Im aktuellen Kindergartenjahr würden somit noch acht Plätze im U3-Bereich und drei im U3-Bereich offen sein. „Wichtig ist zu sagen: Das kann sich noch verändern – durch Zuzüge“, merkte Gutbrod an.

Für das Kindergartenjahr 2025/26 konnte zum Anmeldezeitpunkt allen Kindern, die einen Betreuungsplatz angemeldet hatten, auch ein Platz zur Verfügung gestellt werden. „Unterjährig wurde dann auf die Kooperation mit der Gemeinde Rust verwiesen, da keine Plätze in der gewünschten Betreuungsform zur Verfügung standen“, berichtet die Verwaltung.

Vier Kinder hätten dieses Kooperationsangebot für Ganztagesplätze mit der Gemeinde Rust angenommen, davon zwei Kinder unter drei Jahren. In der Krippe werden laut Verwaltung auch Kinder anderer Gemeinden aufgenommen, da die Kapazitäten vorhanden sind. Bei Tagesmüttern wurden vier Kinder betreut.

Eltern, die Kinder im anstehenden Kitajahr 2026/27 in Ringsheim unterbringen lassen wollen, mussten ihren Bedarf bis zum 28. Februar digital anmelden. 23 Kinder unter drei Jahren sollen zum 1. September betreut werden. 30 Plätze sind für die U3-Kinder frei. Bei Kindern über drei Jahren ist ein Bedarf von 114 Plätzen vermerkt. Verfügbar sind für den Ü3-Bereich 118 Kitaplätze. „Einige wenige Plätze sind nur in der Regelgruppe frei“, merkte Gutbrod hierzu an. Laut Auswertung des Melderegisters seien für das kommende Kindergartenjahr vier weitere Kinder über drei Jahre alt, für die aber derzeit keine Bedarfsmeldung vorliegt.

Bei Zuzügen könnte es schwierig werden

„Nach der aktuellen Bedarfsplanung würden somit alle Plätze für Kinder über drei Jahren vollständig belegt werden, wenn die nicht gemeldeten Kinder berücksichtigt werden, so dass Zuzüge schwierig untergebracht werden könnten“, heißt es in den Unterlagen.

Und der Ausblick auf das kommende Jahr? Im August 2027 werden voraussichtlich 25 Schulanfänger die Kindergärten verlassen, heißt es von der Verwaltung. Demgegenüber stünden 22 Kinder, die dann drei Jahre alt werden. „Man sieht, wir würden auch nächstes Jahr komplett voll sein – ohne Zuzüge“, merkte Gutbrod an.

Perspektivisch soll es jedoch eine Entlastung bei den Kitaplätzen geben – die Einrichtung Dorfhopser wird gebaut.

Bauaufträge für die neue Kita

Derzeit hat Ringsheim zwei Kitaeinrichtungen, eine dritte ist geplant. Im vergangenen Jahr beschloss der Gemeinderat einstimmig den Bau der Kita Dorfhopser. Sie soll neben der Grundschule entstehen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung vergab das Gremium einstimmig mehrere Bauaufträge. Insgesamt wurden Aufträge im Wert von rund 325 000 Euro vergeben. Beauftragt wurden verschiedene Firmen für Holzbauarbeiten, Blechnerarbeiten, Flachdacharbeiten, Fensterarbeiten, Gipserarbeiten und Schlosserarbeiten. Bei den Kosten, die im Haushalt eingeplant sind, kann sich die Gemeinde freuen. „Alle Angebote lagen teils deutlich unter der Kostenschätzung“, berichtete Bauamtsleiter Nico Karschewski dem Gemeinderat. Vorab war mit Kosten von rund 429 000 Euro gerechnet worden. Für jeden der ausgeschriebenen Aufträge sind mehrere Angebote eingegangen. Der Kitabau wird erheblich gefördert. Insgesamt rund 1,4 Millionen Euro sind laut der Gemeinde zugesagt.