Schnell hat sich Eis in nur wenigen Tagen auf der Kinzig gebildet. Foto: Schmalz

Zu mild, zu trocken und deutlich sonniger als üblich – so lässt sich der Dezember im Kinzigtal zusammenfassen. Ein später Umschwung verhinderte jedoch einen Rekord.

Die Meteorologen lassen den Winter offiziell am 1. Dezember beginnen, doch hält sich diese Jahreszeit oft nicht an dieses Datum. So auch im letzten Monat des Jahres 2025: Stattdessen erinnerten die milden Temperaturen der beiden ersten Monatsdrittel eher an eine Fortsetzung des Herbstes. Erst im letzten Drittel wurde es dann merklich kälter. Außerdem zeigte sich der Dezember niederschlagsarm und zu sonnig.

 

Der Dezember begann mit einigen sonnigen Tagen, bevor ab dem 5. eine Wetterverschlechterung erst leichten, am 7. dann aber kräftigeren Regen fallen ließ. So war die zweite Adventswoche mit fünf Regentagen der unbeständigste Zeitraum des Monats.

Nach der Monatsmitte reduzierten sich die Niederschlagszeiten auf ein Minimum. Die Temperaturen blieben weiter auf sehr mildem Niveau um zehn Grad und nachts kam es nur in Einzelfällen zu geringem Frost.

An Silvester hielt sich der Frost auch tagsüber

Erst nach dem vierten Advent, an dem die Temperaturen bei sonnigem Wetter nochmals auf milde zehn Grad anstiegen, folgte eine grundlegende Wetterumstellung. Nun sanken die Tageshöchstwerte bis Jahresende permanent und an Silvester hielt sich der Frost auch tagsüber. Am Silvestertag wurde zudem mit -8,9 Grad die niedrigste Tiefsttemperatur des Jahres 2025 gemessen.

Ohne die Wetterumstellung im letzten Dezemberdrittel unter Fortdauer der milden Witterung wäre der Monat deutlich übernormal warm geworden und hätte zu den mildesten Dezembermonaten seit Aufzeichnungsbeginn gehört. Die erste Monatshälfte war teilweise um bis zu acht Grad zu warm und es gab bis zum 21. nur eine Handvoll Tage mit geringen negativen Temperaturabweichungen. Das letzte Drittel begann mit leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen um zwei Grad, nach den Weihnachtsfeiertagen und bedingt durch klare und frostige Nächte wurde es dann merklich kälter als im langjährigen Durchschnitt.

Schnee war im Dezember absolute Mangelware

Am 31. war es um acht Grad kälter als im Mittel. Der sehr milde Vorsprung beim Monatsmittel wurde also bis Monatsende deutlich abgebaut und so war der Gesamtmonat zwar noch um 0,7 Grad über dem langjährigen Mittel 1991-2020, erreichte aber wie die Monate seit Juli in keinem Fall mehr eine Abweichung von mindestens einem Grad.

Während im November die Niederschlagsmenge mit einer Abweichung von minus zwölf Prozent noch nahezu normal ausfiel, war es im Dezember deutlich zu trocken. Ganze acht Tage mit Niederschlag, davon das weitaus meiste als Regen und einer bescheidenen Menge von 25,6 Liter pro Quadratmeter war es der trockenste Dezember seit 2016 und der fünfttrockenste seit Messbeginn. Schnee war absolute Mangelware und fiel nur an zwei Tagen, wo es aber im Talbereich nur zu einer minimalen Schneehöhe von einem halben Zentimeter reichte und innerhalb eines Tages auch wieder abgetaut war.

Normalerweise ist der Dezember mit durchschnittlich 42 Sonnenstunden der sonnenscheinärmste Monat des Jahres, in 2025 wurden aber 60,9 Stunden gezählt. Das waren immerhin 18 Stunden oder 45 Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Seit 2016 gab es keinen Dezember mehr mit soviel Sonnenstunden. Es ist allerdings zu erwähnen, dass die häufigen Hochdruckwetterlagen mit Auftreten von Nebel und Hochnebel zu örtlich sehr unterschiedlichen Sonnenstunden geführt haben.

Außergewöhnlich windarm verhielt sich die meiste Zeit der Dezember, wo in anderen Jahren öfters heftige Winterstürme zu beobachten waren. Allein die kalte Ost- bis Nordostwetterlage im letzten Dezemberdrittel war windreicher und der teils böige Wind ließ die Kälte durch den Windchill noch stärker verspüren.

Die Statistik für Dezember 2025

Monatsmittel: +3,4 GradAbweichung: +0,7 Grad (Mittel 61-90 +2,0 Grad)Maximum: +14,4 Grad am 8.Minimum: -8,9 Grad am 31.Frosttage: 13 Tage (- 1 Tag)Eistage: 1 Tag (- 2 Tage) Bodenfrosttage: 17 TageNiederschlagssumme: 25,6 Liter/qm (20 %)Größte Tagesmenge: 19,9 Liter/qm am 7. Niederschlagstage: 8 (-11 Tage)Schneefalltage: 2 Tage ( -4Tage)Schneedeckentage: 1 Tag (-5 Tage)Sonnenscheindauer: 60,9 Stunden (145 %) Heitere Tage: 3 (+1 Tag)Trübe Tage: 14 (-6 Tage)