Der Vorstand der Sparkasse Pforzheim Calw (von links): Sven Eisele (stellvertretender Vorsitzender), Vorsitzender Hans Neuweiler, Kerstin Gatzlaff, Georg Stickel. Foto: Alfred Verstl

Die Bilanzsumme stieg auf 17,4 Milliarden Euro. Auch in Sachen Baufinanzierung ging es aufwärts. Aber die wirtschaftliche Lage ist schwieriger geworden.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region Nordschwarzwald war 2024 noch gut. „Die Unternehmen haben ihre Auftragsbestände abgearbeitet. Manche hatten ein Polster von nahezu zwei Jahren“, sagte Hans Neuweiler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, bei der Vorlage der Bilanz.

 

Bei dem Blick auf die aktuellen Auftragseingänge ergibt sich ein anderes Bild. „Da kommt kaum noch was rein“, so der Sparkassen-Chef. Der Bedarf an Kurzarbeit steige, der Mangel an Arbeitskräften lasse nach.

Wechsel steht bevor

Gerade in solch unsicheren Zeiten möchte die Sparkasse Pforzheim Calw bleiben, was sie nach ihren Selbstverständnis immer war: ein zuverlässiger Partner in der Region, so Neuweiler weiter. Das soll sich auch nicht ändern, wenn er zum 30. Juni 2025 in den Ruhestand geht und sein Stellvertreter Sven Eisele den Vorstandsvorsitz übernimmt.

2024 hat die Sparkasse ihre führende Position in der Region Nordschwarzwald weiter ausgebaut. Neuweiler: „Es war ein sehr zufriedenstellendes Geschäftsjahr.“

Kundeneinlagen um 700 Millionen gestiegen

Das belegt das Zahlenwerk. Mit einer um 0,4 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro gestiegenen Bilanzsumme bleibt die Sparkasse Pforzheim Calw die größte Sparkasse in Baden-Württemberg. Nach Angaben von Vorstandsmitglied Kerstin Gatzlaff nahm das Kundenkreditvolumen um 3,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu. Im gewerblichen Bereich war ein Anstieg um 4,1 Prozent zu verzeichnen. Die Darlehenszusagen stiegen in diesem Bereich deutlich um 15,1 Prozent auf eine Milliarde Euro. Laut Neuweiler stiegen die originären Kundeneinlagen um 700 Millionen oder 7,5 Prozent. Wegen des Abbaus institutioneller Refinanzierungsmittel sei es bei den bilanzwirksamen Einlagen zu einem leichten Rückgang auf 11,8 Milliarden Euro gekommen.

Nach Angaben von Sven Eisele wurde 2024 die Stagnation im Wohnungsbau überwunden. So sei das Baufinanzierungsvolumen auf 578,8 (2023: 519) Millionen Euro gestiegen. Das Kundenkreditvolumen nahm im Bereich der Privatkunden um 1,4 Prozent zu.

2024 sei eines der erfolgreichsten Börsenjahre gewesen. Das habe sich, so Eisele, im Wertpapiergeschäft der Sparkasse widergespiegelt. So sei allein der Bruttoabsatz in Fonds um 376 Millionen Euro gestiegen.

Neuer Fachbereich „Erneuerbare Energien“

„Als stabile Hausbank und aktive Begleiterin des Transformationsprozesses hin zu einer klimaneutralen und digitalen Wirtschaft wird die Sparkasse auch weiterhin die Kreditversorgung von Mittelstand, Handwerk und Privatkunden sicherstellen“, versicherte Neuweiler. So hat das Institut den neuen Fachbereich „Erneuerbare Energien“ geschaffen. Damit will die Sparkasse laut Kerstin Gatzlaff einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten.

Ende 2024 hat das Haus nahezu 420 000 Giro- und Tagesgeldkonten geführt, so Vorstandsmitglied Georg Stickel. Die Online-Banking-Quote liegt mittlerweile bei 74 Prozent. Die Zahl der Nutzer der Sparkassen-App stieg um 9,3 Prozent auf 129 000. Der Anteil der beleghaften Buchungen sei weiter rückläufig und habe mittlerweile die Fünf-Prozent-Schwelle unterschritten.

Mehr Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiter stieg gegenüber dem Vorjahr um 28 auf 1897, die der Auszubildenden um fünf auf 133. Trotz des Arbeitskräftemangels sieht sich die Sparkasse „mit ihrer zukunftsweisenden lebensphasenorientierten Personalarbeit für die kommenden Jahre gewappnet“, sagte Neuweiler. Dazu zählen ein partnerschaftliches Umfeld, eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterbildungs- und Entwicklungschancen sowie 60 tarifliche und übertarifliche Sozialleistungen. Seit 2024 gebe es zudem eine Gesundheitsplattform.