Unter dem Blätterdach der gut 100-jährigen Kastanien und Linden lässt es sich im „Pflug“-Biergarten hervorragend sein. Foto: Siegmeier

Der Biergarten des Traditionslokals „Mayer zum Pflug“ in der Tuttlingerstraße, unter alten Bäumen gelegen, ist gemütlich und bietet ausreichend Schatten an heißen Tagen.

Sommerzeit ist Biergartenzeit. Wer liebt es nicht, Mittag- oder Abendessen bei angenehmen Temperaturen unter freiem Himmel zu genießen? Doch die Ansprüche an Biergarten und Außengastronomie sind ganz unterschiedlich. Während die einen eher in Ruhe unter schattenspendenden Bäumen speisen möchten, legen andere Wert auf „wunderfitzige“ Plätze unter dem Motto „Sehen und gesehen werden“.

 

Wir haben uns bei unseren Biergartentests mal umgeschaut, was Rottweil alles so zu bieten hat. Heute sind wir im Biergarten des Traditionslokals „Mayer zum Pflug“ in der Tuttlinger Straße 26.

Lange Historie Der Biergarten, in dem die Gäste unter dem kühlenden Blätterdach gut 100 Jahre alter Linden und Kastanien speisen, dürfte einer der ältesten Biergärten, oder sogar der älteste Biergarten Rottweils sein, was nicht nur eine Aufnahme aus dem Jahr 1904, sondern auch eine historische Postkarte des gesamten einstigen Braureiareals aufzeigt.

Auf dem Bild von 1904 ist im Hintergrund rechts das Dach des Ausschankhäuschens zu erkennen. Foto: Siegmeier

Hier ist das Ausschankhäuschen, das es übrigens heute noch gibt, zu sehen, allerdings sitzen die Gäste ohne den kühlenden Baumschatten gänzlich im Freien.

Kurzum: Der Biergarten hat Tradition und könnte vermutlich so manche Geschichte erzählen. Die mit den grünweiß-karierten Tischdecken eingedeckten Biergartenmöbel direkt hinter dem historischen Pflugsaal laden zum Verweilen ein.

Das wird angeboten Wir starten mit kühlen Getränken. Nicht nur beim Bier setzt Wilhelm Mayer auf Regionalität. Als „Schmeck den Süden“-Betrieb hat er sich die Verwendung regionaler Produkte auf die Fahne geschrieben. Die „Schmeck den Süden Baden-Württemberg“- Gastronomen sind eine landesweite Vereinigung regional arbeitender Restaurants.

Ein besonderes Schmankerl sind im „Pflug“ die Wildgerichte mit Wild aus heimischer Jagd, empfiehlt Wilhelm Mayer. „Die sind sehr nachgefragt“, ergänzt er. Und die Wahl fällt schwer, denn das Hirschragout mit Semmelknödeln klingt ebenso verlockend wie der Wildschweinbraten mit Pfifferlingen.

Die Wahl fällt unter anderem auf das Wildschwein. Und „Pflugwirts Pfännle“ – Medaillons vom Schweinefilet und frische Champignons, überbacken mit Bergkäse, garniert mit gebackenen Zwiebeln dazu Rahmsoße und Spätzle – probieren wir auch, sowie das „echte“ Wiener Schnitzel mit Kalbsfleisch. Dazu einen Salat.

Wer Wild mag, der ist im „Pflug“ gut aufgehoben. Foto: Siegmeier

Seit nunmehr 400 Jahren kehren beim Pflugwirt die Gäste ein. Auch der historische Saal, den Wilhelm Mayer (1865 bis 1938), der Urgroßvater des jetzigen Wirts, erbaut hat, beeindruckt und bietet eine schöne Kulisse für Hochzeiten und Familienfeiern.

Die Biergartenkarte bietet eine breite Vielfalt an Gerichten. Die meisten können auch als kleine Portion bestellt werden. Neben Vesper werden Schnitzel, selbstgemachte Maultaschen, Salat und vegetarische Gerichte gereicht. Darüber hinaus gibt es schwäbischen Klassiker von Kässpätzle bis Rostbraten.

So schmeckt es Das Wildschwein mit Pfifferlingen, Dauphinkartoffeln und Bohnen ist ein Gedicht, aber auch das „Pfännle“ mundet hervorragend. Der Salat punktet durch die gute Mischung an Rohkost, Kartoffel-, und Blattsalat. Wir sind gut gesättigt, so dass wir einmal mehr auf ein Dessert, beispielsweise Apfelküchle, Schokohupf oder Eis verzichten müssen.

Lage, Essen und Service – hier ist alles top. Der Biergarten ist auch stark nachgefragt, deswegen empfiehlt sich eine vorherige Reservierung.

Das Restaurant “Mayer zum Pflug“, Tuttlingerstraße 26, hat mittwochs bis samstags von 17 bis 22 Uhr geöffnet, sonntags von 11.30 bis 14Uhr und 17 bis 20.30 Uhr.