Idyllisch und ruhig liegt der „Johannitergarten“ direkt an der Stadtmauer. Foto: Siegmeier

Der „Johannitergarten“ des Traditionshotels und Restaurants „Maiers Johanniterbad“ in der Innenstadt, unter altem Baumbestand gelegen, ist idyllisch und lässt Geschichte atmen.

Sommerzeit ist Biergartenzeit. Wer liebt es nicht, Mittag- oder Abendessen bei angenehmen Temperaturen unter freiem Himmel zu genießen? Doch die Ansprüche an Biergarten und Außengastronomie sind ganz unterschiedlich. Während die einen eher in Ruhe unter schattenspendenden Bäumen speisen möchten, legen andere Wert auf „wunderfitzige“ Plätze unter dem Motto „Sehen und gesehen werden“.

 

Wir haben uns bei unseren Biergartentests mal umgeschaut, was Rottweil alles so zu bieten hat. Heute sind wir im „Johannitergarten“ des Traditionshauses „Maiers Johanniterbad“ in der Johannsergasse 12, direkt an der Stadtmauer.

Direkt an der Stadtmauer

Der Johannitergarten liegt idyllisch hinter dem Gebäude – auf der einen Seite der Stadtgraben, auf der anderen Seite die historische Mauer der Johanniterkirche, die bereits 1274 in einer Urkunde genannt und im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt wurde. Zudem öffnet sich ein freier Blick auf den unteren Kameralamtsgarten und das Kunstwerk „Museum für eine Zwetschge“ von Daniel Bräg.

Apropos Zwetschge: Die Biergartenkarte verspricht leckere fruchtige Aperitifs mit und ohne Alkohol. Das probieren wir gleich mal aus. „Der Erfrischende“ mit Johannisbeere, Rosensirup und Bitter Lemon ist dabei unser Favorit für einen heißen Sommermittag.

Wolfsbarsch und Wildschweinbratwurst. Das Team um Küchenchef Tobias Maier tischt neben Klassikern auch ausgefallene kulinarische Köstlichkeiten mit besonderer Finesse auf. Foto: Siegmeier

Die vielfältige Speisekarte verspricht leichte Sommergerichte mit besonderer Note. Zunächst wählen wir den sommerlichen Salat, der mit Karotte, Kraut, Kartoffel- und Blattsalat begeistert.

Mit heimischen Zutaten interpretiert

Beim Hauptgang fällt die Wahl schwer, denn neben „Maiers Klassikern“ wie Gourmetsalat mit hausgemachten Maultaschen oder Poulardenbrust, Vitello Tonnato „Schwarzwälder Art“ und gebratenen Wildschweinbratwürsten locken auch Wolfsbarsch, Saibling oder Rehrücken.

Zudem bietet Tobias Maier ein dreigängiges Heimat- und Genussmenü, aus dem die Gänge aber auch einzeln bestellt werden können. Die Verwendung regionaler Produkte ist dabei eine Selbstverständlichkeit. Klassische Gerichte modern und mit heimischen Zutaten zu interpretieren, ist Maier ein besonderes Anliegen. So gibt es beispielsweise das klassisch mit Kalbfleisch zubereitete „Vitello Tonnato“ hier mit Rehkeule aus dem Neckartal und Forellen-Kapern-Soße.

Fernab des Trubels

Unsere Wahl fällt auf den Wolfsbarsch mit Polenta und mediterranem Gemüse sowie auf die Wildschweinbratwurst mit Bratkartoffeln. Und der Wolfsbarsch ist, wie das mediterrane Gemüse, mit feinen Kräutern hervorragend abgestimmt. Zur kräftigen Wildschweinbratwurst passen die Bratkartoffeln und das Wurzelgemüse perfekt.

Wir sind begeistert, nicht nur von Speisen, Getränken und Service, sondern auch von der Lage des Biergartens: fernab der Hochbrücktorstraße und des städtischen Trubels.

Lange Geschichte

Das Johanniterbad, das seit dem Jahr 1929 im Eigentum der Familie Maier ist, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Denn seit dem Jahr 1312 wurde hier die Geschichte der Rottweiler Johanniterkommende geschrieben. Es war ursprünglich Badestube der Herren von „St. Johann“, es entwickelte sich dann zum Gästehaus und später zum Hotel.

Im Johanniterbad kümmert man sich also seit Jahrhunderten um das Wohl der Gäste – erst widmeten sich bürgerliche Bader und schließlich mehrere Generationen Rottweiler Hoteliers dieser Aufgabe.

Alles auf einen Blick

Ein Besuch des „Johannitergartens“ lohnt allemal, eine vorherige Reservierung empfiehlt sich aber.

Das Restaurant und der „Johannitergarten“ Maiers Johanniterbad“, Johannsergasse 12, hat montagabends von 18 bis 22 Uhr geöffnet, dienstags bis samstags von 12 bis 14 Uhr und von 18. Bis 22 Uhr. Die Küchenzeiten enden jeweils eine halbe Stunde vor Schließung.