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Bier, Zigarren, Autos Corona ist nicht nur der Name eines Virus

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Auch wenn das mexikanische Corona-Bier genauso heißt wie das Virus, droht durch den Verzehr selbstredend keine Infektion. (Symbolfoto) Foto: dpa

Region - Mit einem Corona-Bier in der Hand auf Gartenmöbeln namens Corona in der Stadt Corona sitzen. Funktioniert? Ja. Denn das Wort beschreibt nicht nur die aktuelle Pandemie, es existierte bereits lange vorher. Beispielsweise ist es der Name eines Hotels in Frankfurt, eines Kinos in Kaufbeuren - das momentan geschlossen ist -, oder einiger Orte in den Vereinigten Staaten.

Das Wort Corona kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet Kranz oder Krone. Die Mehrzahl lautet Corona. Bei Covid-19 soll das Wort das Aussehen der Viren beschreiben. Doch ein Kranz hat durchaus auch positive Assoziationen.

Auszeichnung

So wurde eine Corona in der griechischen und römischen Antike als Auszeichnung verliehen. Der Kranz bestand oftmals aus Blumen, Blättern oder Zweigen, oder es handelte sich um eine Nachbildung aus Metall. Cäsars Lorbeerkranz ist beispielsweise eine Corona. Bei den Römern bekamen allerdings meistens nur Offiziere diese Auszeichnungen für ihre Heldendaten, nicht die einfachen Soldaten.

Bier-Marke

Vor der Pandemie war das bekannteste Corona allerdings das mexikanische Bier. Der Name des Bieres stammt von der Krone, die über dem Corona-Schriftzug prangt und das spanische Königshaus repräsentiert. Neben dem Greifen ist die Krone das Markenzeichen des Bieres.

Außer dem Namen hat das Bier jedoch nichts mit dem Virus gemeinsam. Es kann weiterhin gefahrlos genossen werden. Eine Infektion droht durch den Verzehr selbstredend nicht, auch wenn in den Sozialen Medien viele Bemerkungen und Witze über die Parallelen zu lesen sind.

Der Umsatz der Brauerei AB Inbew, die an der Corona-Marke beteiligt ist, geht seit Beginn der Pandemie dennoch zurück. Ob das wirklich daran liegt, dass Menschen das Bier wegen seines Namens nicht trinken, ist unklar. Grund könnte auch sein, dass wegen Ausgangssperren viele Restaurants und Bars geschlossen haben und das Bier deshalb nicht ausschenken können. Oder auch, dass Menschen nicht beim Biertrinken an das Virus erinnert werden wollen. Am Anfang des Monats stellte die Brauerei Grupo Modelo in Mexiko die Produktion dann ganz ein.

Märtyrerin 

Eine Krone symbolisiert nicht nur ein Königshaus, sondern ist auch eine Währungseinheit. Diesem Fakt verdankt die heilige Corona, oder auch Stephana, ihren Namen. Die Patronin des Geldes, der Fleischer und Schatzgräber soll eine frühchristliche Märtyrerin gewesen sein.

Der heilig gesprochene Soldat Victor von Siena wurde zur Zeit der Christenverfolgung gemartert. Die Jungfrau Corona, Frau des Märtyrers Victor, soll den Soldaten während seiner Peinigung getröstet haben. Sie wurde daraufhin verhaftet und im Alter von 16 Jahren getötet, indem sie zwischen zwei herabgebogenen Palmen gebunden und bei deren Emporschnellen zerrissen worden ist. Victor starb ebenfalls den Martertod.

Zigarre

Zigarren haben auf den ersten Anhieb weder etwas mit Kränzen noch mit Kronen gemeinsam. Trotzdem ist Corona der wohl bekannteste Zigarrentyp: 140 Millimeter lang mit einem Durchmesser von rund 16 Millimetern und einer zylindrischen Form mit flachem Rundkopf. Das Format kann übrigens rund 45 Minuten geraucht werden. Ob dazu wohl ein Corona-Bier passt?

Auto

Corona scheint auch ein beliebter Begriff in der Automobilindustrie zu sein - zumindest war dies im 20. Jahrhundert der Fall. Es gab britische und US-amerikanische Automarken, sowie französische und brasilianische Automobilhersteller mit diesem Namen. Existieren tun keine mehr davon.

Außerdem wurde zwischen 1957 und 1996 das Toyota-Modell Corona produziert. Dieses wurde schnell zum Welterfolg und setzte sich an die Spitze der Toyota-Modelle, knapp unter dem Toyota Crown. Damit hießen die beiden erfolgreichsten Modelle "Krone". Ab den 1970er Jahren war der Corona auch in Deutschland erhältlich. Zuerst war das Auto als Einstieg in die Oberklasse gedacht, entwickelte sich dann aber zum Modell der Mittelklasse.

Stadt

In den Vereinigten Staaten taucht Corona ebenfalls öfters auf. So gibt es eine Stadt mit dem Namen im Riverside County in Kalifornien, südöstlich von Los Angeles. Corona liegt an der Interstate 15 und hat mehr als 160.000 Einwohner. Der Großteil des Stadtgebiets ist Landfläche. So sind auf der Homepage 38 Parks aufgelistet, die insgesamt eine Fläche von rund eineinhalb Quadratkilometern einnehmen. Es gibt sogar einen kleinen Flughafen in Corona, allerdings nicht für kommerzielle Flüge. Auf seiner Homepage wirbt die Stadt außerdem damit, dass in Corona viele junge, gut gebildete Familien leben.

In Kalifornien gibt es zwar die einzige Stadt namens Corona, doch in den Vereinigten Staaten existieren gleichnamige Orte in New Mexiko, South Dakota und Tennessee, sowie einen Stadtteil von New York und eine Siedlung in Arizona.

Maya-Ruinenstätte

Auch über die Grenzen der USA hinaus kommt der Name vor. Das Wahrzeichen des Inselnordens von Lanzerote ist der Vulkan Monte Corona. Er ist 609 Meter hoch und kann erklommen werden. Sogar eine Wanderung in das Innere ist möglich. Der letzte Ausbruch liegt bereits mehr als 5000 Jahre zurück. Und La Corona ist der Name einer präkolumbischen Maya-Ruinenstätte in Guatemala. Denn die Archäologen, die die Stadt 1995 entdeckten, fanden eine Reihe von Tempeln, die einer Krone ähnelten.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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