Was bei Bienenstichen hilft und wie man vorbeugen kann, weiß der Rottweiler Hobbyimker Ralf Banholzer, denn auch Imker bleiben in Sachen Stiche nicht verschont. (Archivfoto) Foto: Siegmeier

Es ist die Saison der Bienen- und Wespenstiche. Welche Tipps es in diesem Zusammenhang gibt, haben uns der Mediziner Philipp Huber und der Imker Ralf Banholzer verraten.

Sommerzeit ist Bienen- und Wespenzeit. Aber nicht nur, wenn man wild rumfuchtelt, läuft man Gefahr, gestochen zu werden, sondern auch, wenn man – etwa im Freibad – barfuß durch die Wiese läuft. Die Stiche sind nicht nur schmerzhaft, sondern können für Allergiker auch schnell zur Gefahr werden.

 

Wann und warum Bienen überhaupt stechen, haben wir den Hobbyimker Ralf Banholzer gefragt. Er weiß auch schnelle Abhilfe bei Stichen, denn auch Imker werden nicht verschont, verrät er. Vor allem, wenn sich Bienen in Gefahr sehen, würden sie den Stachel ausfahren.

„Wenn sie beispielsweise von uns gequetscht oder eingeengt werden“, sagt er. In der Nähe von Bienenstöcken könne es schon auch mal vorkommen, dass Bienen Menschen mit Bären – dem großen Feind der Insekten – verwechseln. Deswegen sei es gut, hier besonders aufmerksam und vorsichtig zu sein.

Weniger berechenbar ist es, wenn die Bienen im Gras sitzen. „Die Bienen sind nicht nur im Gras an den Kleeblüten, sondern eine Biene verlässt den Stock auch, wenn sie merkt, dass ihr Leben zu Ende geht. Sie fliegt dann aus und lässt sich irgendwo nieder. Häufig leider im Gras“, sagt Ralf Banholzer. Deswegen rät er, auch im Freibad möglichst nicht barfuß durch die Wiese zu laufen. Männliche Bienen stechen übrigens nicht, sagt er. Und der Stachel der Bienenkönigin habe keine Widerhaken. Auch interessant.

Aber was tun, wenn es einen dann doch erwischt? „Auf jeden Fall den Stachel schnell entfernen“, sagt er. Spitzwegerichblätter können den Schmerz lindern, doch Banholzer hat noch einen besseren Tipp: „Hitze“. Früher habe man einen heißen Löffel auf den Stich gedrückt, heute gebe es spezielle Hitzestifte. Wie genau die Wirkweise ist, das sei noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt, doch vielfach würden sie auf jeden Fall helfen, den Juckreiz zu lindern, so der Geheimtipp von Ralf Banholzer.

Schnell können Insektenstiche auch zur echten Gefahr werden, weiß der Mediziner Philipp Huber, Facharzt für Innere Medizin und Hausarzt aus Rottweil, dnn immer mehr Menschen würden allergisch auf Insektenstiche reagieren.

„Sofern die Atemwege nicht betroffen sind, ist so ein Stich zunächst einmal undramatisch“, so Huber auf Anfrage. Ist man allergisch oder bekommt Probleme mit der Atmung, müsse man sofort seine Notfallmedikamente anwenden oder den Rettungsdienst rufen, rät er eindringlich.

Ein Stich im Mund oder Rachen sei immer Grund, einen Arzt aufzusuchen. Ein Zeichen für eine Allergie oder gesundheitliche Probleme könnten auch Übelkeit, Kreislaufbeschwerden, Schwindel, oder Bauchkrämpfe sein. Auch her empfiehlt Philipp Huber den Arztbesuch.

Dass der Stich schon mal bis auf einer Fläche von zehn Zentimetern Durchmesser anschwelle, das könne durchaus normal sein, auch Schmerzen über mehrere Tage.

Philipp Huber rät, den Bereich zu kühlen und abzuwarten. „Ganz wichtig ist allerdings, den Stachel so schnell wie möglich zu entfernen“, betont auch er.