Timo Haberstroh und sein Uropa Brunhold Brandl Foto: Haberstroh

Imkern begeistert alle Generationen: Der siebenjährige Timo Haberstroh ist bereits stolzer Besitzer eines eigenen Bienenstocks.

Imkerei hat Tradition, auch in Tennenbronn: Seit 1907 gibt es dort den Bienenzuchtverein. Und obwohl allerorten viele traditionsreiche Vereine bangenden Blickes in die Zukunft sehen, stehen die Vorzeichen für das Fortbestehen der Bienenzucht gut. Während der 2010er-Jahre verzeichnete der Deutsche Imkerbund stetig steigende Zahlen an Züchtern und Bienenvölkern – und die hohen Zahlen halten sich bis heute.Auch im Bienenzuchtverein Tennenbronn gibt es Nachwuchs. Timo Haberstroh geht in die erste Klasse, ist begeistert von so ziemlich allem, was kreucht und fleucht, und kümmert sich mit Hingabe um seinen eigenen Bienenstock.

 

Familientradition

Man ist versucht, an einen Wink des Schicksals zu glauben, wenn Timo erklärt, auf welchem Weg er zu seinen Bienen gekommen ist. Mit seinem Engagement geht die Imkerei in seiner Familie nämlich bereits in die vierte Generation über. Sein inzwischen 86-jähriger Urgroßvater Brunhold Brandl imkert bereits seit über 50 Jahren und war lange Zeit im Vorstand des Bienenzuchtvereins tätig. Und dank ihm und Opa, seines Zeichens ebenfalls Züchter, konnte Timo bereits von klein auf einen guten Draht zu seinen gestreiften Freunden kultivieren. Und dieses innige Verhältnis gilt im Übrigen für so ziemlich alle Tiere. Beinahe entrüstet berichtet der siebenjährige, wie er beim Versuch, eine Spinne im Garten mit einer toten Fliege zu füttern, von eben jener gebissen wurde.

Gemeinsamer Lernprozess

Von solchen Rückschlägen lässt er sich jedoch nicht verunsichern. Timo erzählt, wie im Frühjahr des letzten Jahres ein Bienenschwarm im noch kahlen Apfelbaum des elterlichen Gartens Station machte und sofort sein Interesse weckte. Sein Vater Christian Haberstroh meint, dass dieses Zusammenspiel aus Zufall und der, vielleicht familiär bedingten, Insektenaffinität den Ausschlag gab, gemeinsam mit Timo aktiv zu werden. Vater und Sohn traten gemeinsam dem Verein bei. Während Timo von seinem Opa und Uropa sowie mit einer gesunden Prise entdeckerfreudigem „Learning by Doing“, wie sein Vater meint, das Handwerk lernt, drückt dieser bei einem Imkerkurs die Schulbank. Der Kurs ist gut besucht und „alle Generationen von jung bis alt“ seien vertreten. Das habe etwas mit einem gesteigerten Umweltbewusstsein der Leute zu tun, sagt Haberstroh. „Ohne Bienen gibt es keine Menschen.“ Sein Sohn nickt eifrig.

Im Märzen der Imker...

Timo erklärt, wie die Bienen im Frühling wieder aktiv werden. Den Winter haben sie „eine Traube um die Königin gemacht, dass sie nicht erfriert“. Gemeinsam mit seinem Vater ergänzt er, dass es nun darum geht, die Bienen für die Sommerbrut anzufüttern, die Ende Februar, Anfang März beginnt. Die langlebigeren Winterbienen werden hierbei peu à peu durch die aktiveren Sommerbienen ersetzt. Um eine reibungslose Brut zu garantieren, muss außerdem der Brutraum regelmäßig kontrolliert werden. Des Weiteren muss im Frühling die Begattung der Königin vorbereitet werden und der erste Honigraum in den Stock eingebracht werden. Anfang des Sommers könne dann die Honigernte beginnen. Und Teile dieser Ernte, so Timo, können dann bei seinem Uropa als Wald-, Blüten- und weißer Rapshonig käuflich erworben werden.

Allerdings nur – und bei dieser Erklärung zeichnet eine regelrecht erwachsene Ernsthaftigkeit die Züge des Erstklässlers –, wenn die eingeschleppte Asiatische Hornisse keine Schwierigkeiten bereitet. Diese wird den Bienen zunehmend gefährlich, und Timo erklärt, wie der engagierte Bürger die invasive Art anhand ihrer schwärzeren Färbung erkennen kann.