Die einen verbringen den Maifeiertag auf Festen, die anderen genießen die Ruhe am Oberen Weiher, wie die Wolterdinger Angler (von links): Sebastian Schropp, Willi Schlee, Peter Schropp, Dominik Schmidt, Daniel Othmer, Thomas Vogler und Eric Trillse. Foto: Reichart

Viel Arbeit und Zeit investieren die Mitglieder des Wolterdinger Angelsportvereins in die Hege und Pflege ihrer Gewässer. Derzeit hält vor allem der Biber die Angler in Atem. Das Thema wurde auch bei der Jahreszusammenkunft erörtert.

Donaueschingen-Wolterdingen - Da das Gebiet beim Oberen Weiher als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, wird das Nagetier von den Anglern dort zu Recht geduldet. Doch dieses Wohlwollen birgt Vor-und Nachteile. Vorsitzender Dominik Schmidt: "Der Biber ist seit nun fast 20 Jahren im Weiherbachtal und am Weiher präsent. Wir haben in dieser Zeit als Gewässerpächter und Angelverein gelernt, dass sich der Biber in Bezug auf die Gewässergestaltung in exakt diesem Bereich aus Sicht der Fischer eher positiv auswirkt. Man könnte ihn als natürlichen Renaturierer bezeichnen."

 

Leicht erhöhter Pegel des Weihers durch Dämme

An erster Stelle sei ein leicht erhöhter Pegel des Weihers zu benennen, der durch Dämme des Bibers im Bereich des Auslaufes entsteht. Dieser höhere Wasserstand hat in den vergangenen Jahren, während der immer häufiger werdenden Hitzeperioden, das Gewässer sicherlich das eine oder andere Mal vor dem "Kippen" bewahrt. Anders ausgedrückt, es sorgte für genügend Verdunstungspotenzial, damit sich das Wasser nicht überwärmte und genügend Sauerstoff gebunden wurde, sodass das Überleben nicht nur dem Fisch, sondern allen Unterwasserbewohnern, wie Krebsen und Teichmuscheln möglich blieb.

Zum Stichwort Renaturierung stellte man fest, dass der gesamte Weiherbach unterhalb des Weihers nun seit zwei Jahren durch verschiedene Bauarbeiten vollständig renaturiert ist, und der Biber sorgte für eine gewisse Eigendynamik beim Erhalt. Allerdings brachte die Bautätigkeit des Bibers auch manchmal Probleme mit sich und barg durchaus Konfliktpotenzial. So gab es beispielsweise beim Weiher Einbrüche im Damm. In den vergangenen zehn Jahren war dies drei Mal der Fall, weiß der Vorsitzende.

Im Gespräch mit der Biberbeauftragten und dem Umweltbüro

Damit der Damm nicht breche und der Verkehrspflicht genüge getan werde, seien diese Einbrüche in Zusammenarbeit mit Regierungspräsidium, Landratsamt, Stadt Donaueschingen und der Wolterdinger Ortsverwaltung – begleitet von der Biberbeauftragten Barbara Sättele und dem Umweltbüro des Städtedreiecks – freigelegt und verfüllt worden, so Schmidt. Da im Grunde immer wieder mit solchen Bauaktivitäten zu rechnen sei, wurde jüngst via Webex-Konferenz in einem großen Rahmen über die nachhaltige präventive Maßnahme beraten, wie der Biber davon abgehalten werden kann, sich im Damm einzugraben.

Nun seien verschiedene Planungs- und Machbarkeitsverfahren auf den Weg gebracht, um an einer Lösung zu arbeiten. Möglicherweise könnte es eventuell mit gestuft angebrachten Gabionen (Mauersteinkörben) vor dem Damm klappen, sinnierte der Vorsitzende. Dann würde man um eine Pegelabsenkung herumkommen. Doch ein solches Projekt sei auch mit erheblichen Kosten verbunden. Hier muss man mit einem sechsstelligen Betrag rechnen. Bis Abhilfe geschaffen ist, werden die Angler die Löcher weiter von Hand füllen.

Landwirtschaft leistet erheblichen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft

Eine weitere Aufgabe wird es laut Schmidt sein, die Interessen des Naturschutzes, des Gewässerpächters (also des Angelsportvereins) und der Landwirtschaft im Weiherbachtal unter einen Hut zu bringen. Immerhin leiste die Landwirtschaft einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft, und zwar nicht nur in Form von Pflegeverträgen. Die nähere Zukunft werde zeigen, zu welcher Lösung man kommen könne.

Info: Der Verein

Der Wolterdinger Angelsportverein besteht seit 63 Jahren. Ihm gehören 48 aktiven Mitglieder und elf Jungfischer an, acht Jungen und drei Mädchen. Vorsitzender ist Dominik Schmidt. Im Rahmen der jüngsten Mitgliederzusammenkunft wurde Mathias Prosch als Jugendwart bestätigt. Als Vollmitglied wurde Jens Zimmermann aufgenommen. Am Wochenende 16. und 17. Juli veranstalten die Angler wieder das allseits beliebte Fischerfest.