Das Nagetier hat es sich beim Rietheimer Sportplatz gemütlich gemacht und eine Seenlandschaft geschaffen. Der Ortschaftsrat war sich einig, weder eine Aussiedlung noch eine Tötung zu beantragen. Gefragt seien Ausgleichsflächen für die Landwirte.
Obwohl der Biber für Ärger und Probleme gesorgt hat, darf er in Rietheim bleiben. Bei der Ortschaftsratssitzung sprach das Gremium über das weitere Vorgehen mit dem Nagetier, das sich mit seiner Familie am Sportplatz ein Zuhause geschaffen hat.
Am Drachenbach hatten sie eine Seelandschaft hervorgebracht. Befürchtet wurde, dass beim Fußballspiel Kinder herübergeschossene Bälle holen und ins Wasser fallen.
Nach dem Besuch des FDP-Landtagsabgeordneten Frank Bonath, der sich vor Ort ein Bild über die Biberproblematik gemacht hatte, war es für Ortsvorsteher Bernd Bucher wichtig, wie es weitergehen solle. Mitteilen konnte er, dass der Sportplatz in den nächsten Tagen mit einem zwei Meter hohen Wildzaun eingezäunt wird. Die Kosten könnten mit dem Geld aus dem Sportstättenbudget beglichen werden. So sei ein Problem gelöst, zusätzlich solle geprüft werden, ob ein Standrohr zur Bewässerung des Platzes verlegt werden kann.
Antrag ist mit hohen Kosten verbunden
Doch die gesamte Biberproblematik könne nicht in Rietheim gelöst werden, verdeutlichte Bucher. Die Möglichkeit, einen Ausnahmeantrag bei der Landesregierung zur Aussiedlung der Biber zu stellen, sah er als aufwendig an, verbunden mit finanziellen Kosten und vor allem nicht zum Erfolg führend.
Der Biber ist streng geschützt, er darf nicht getötet werden. Nur unter bestimmten Fällen, wenn er zum Beispiel Bahngleise unterhöhlt, können Ausnahmen gemacht werden. Für solch einen Antrag seien viele Dokumentationen über das Verhalten an jedem Standort der Biber erforderlich.
Austausch mit anderen Gemeinden angeregt
Das Gremium war sich einig, keinen Antrag zu stellen. Ortschaftsrätin Corina Vogelhuber schlug vor, sich bei anderen Gemeinden im Kreis zu erkundigen, welche Erfahrungen sie bei einer Antragsstellung gemacht haben. „Wir haben nichts gegen den Biber,“ sagte ihr Amtskollege Roland Meßmer, Vorsitzender des Tennisclubs. Jedoch müsse man sich Gedanken machen, wie für die Landwirtschaft Ausgleichsflächen geschaffen werden können.
Qualität der Wiesen leidet
Ein Landwirt berichtete, dass er nicht wisse, ob die betroffenen Wiesen wieder nachwachsen. Sicher sei es, dass sie nicht mehr die Qualität als Futter für die Kühe haben werden.
Meßmer regte an, die Fläche für die geplante Photovoltaikanlage zugunsten einer Ausgleichsfläche für die Landwirtschaft zu reduzieren. Er bezeichnete sie als eine Industrieanlage, auf die man verzichten könne. Abgeklärt werden solle, wie hoch der Verlust der landwirtschaftlichen Flächen ist und wie er ausgeglichen werden könne.