Nahrungsquelle für den Biber: Bäume im Uferbereich Foto: Steinmetz

Drei Biber haben sich am Stausee in Sulz-Bergfelden angesiedelt. Ein Ärgernis für die Fischer, die den See pflegen – aber es könnte für sie noch schlimmer kommen.

Vor drei oder vier Jahren hat sich der Biber am Stausee in Bergfelden angesiedelt. Dort fühlt er sich offenbar sehr wohl. Öfters macht er von dort auch Ausflüge ins Dorf.

 

Mindestens drei Biber sind es in Bergfelden, davon wohl ein Jungtier. „Zwischen 20 und 20.30 Uhr sieht man sie“, weiß Jörg Bohnet, Vorsitzender des Bergfelder Fischereivereins, der den Stausee pflegt. Das Gewässer ist ein Naturparadies geworden. Das Ufer ist gemäht, Bänke zum Verweilen sind aufgestellt. Am oberen Rand, nahe dem Einlass des Mühlbachs, hat der Verein seine Hütte.

Der Biber steht auf Weiden und Apfelbäume

Der Biber stellt nicht den Fischen nach, dafür nagt er an den Bäumen herum. So manchen hat er zu Fall gebracht. Die Stümpfe mit dem typischen Bissspuren sieht man. Weiden haben es dem Biber angetan, auch Apfelbäume. Erlen und Birken mag er nicht, weiß Bohnet. Die Fischer mussten handeln: Sie beschafften sich „Drahthosen“ als Verbissschutz. Bohnet kontrolliert ein loses Eisengeflecht und befestigt es wieder.

Auf der gegenüberliegenden Seite hat Bernd Steinbach sein Gartengrundstück. Er ist über die Tätigkeit der Biber nicht amüsiert. Ein Zaun am Ufer entlang nützt wenig. Der Biber gräbt ein Loch und schlüpft unten durch. Dabei lockert er den Boden im Uferbereich. Auch auf der Wiese des Anliegers müssen die Obstbäume geschützt werden. Offenbar waren zeitweise vier Biber am Stausee. „Ein Jungtier ist eingegangen“, meint Steinbach. Eines muss er den Nagern bescheinigen: „Blöd sind sie nicht.“

Bisamratten haben keine Chance mehr

Das kann Bohnet nur bestätigen. Er erzählt, dass vor zwei Jahren der Stausee im Herbst abgelassen wurde. Bald aber stieg der Wasserpegel wieder an. Die Biber hatten den „Mönch“ mit Ästen und Zweigen verstopft, damit sie nicht auf dem Trockenen sitzen mussten.

Jörg Bohnet befestigt den Verbissschutz an einem Baum. Foto: Steinmetz

Seit sie da sind, gibt es weniger Bisamratten, die den Uferbereich unterhöhlen. Sie vertragen sich nicht, glaubt Bohnet. Dafür macht der Biber gern Spaziergänge, unter anderem zum Getreideacker eines Landwirtes. Bohnet hat auch schon morgens um 6.30 Uhr einen Biber über die Straße laufen sehen. Auch in die Gegenrichtung unternimmt er Ausflüge. Da überquert er den Hof des Sägewerks, um sich bachabwärts seine vegetarische Nahrung zu besorgen.

Inzwischen haben sich die nachtaktiven Tiere an die menschliche Umgebung gewöhnt. Lärm stört sie kaum noch.

Fischer könnten sich noch etwas Schlimmeres vorstellen

Kommt er wieder? An der Fischerhütte sitzen Besucher und genießen die Idylle. Ein Karpfen springt im Wasser hoch. Dann ist es 20.10 Uhr: „Da ist er.“ Man sieht deutlich die Wellen und den Kopf. Schnell nähert sich das Tier ohne Scheu der Fischerhütte.

Die meisten Bäume sind zum Glück inzwischen geschützt. Im Sommer sei der Schaden auch nicht so groß, sagt Jörg Bohnet. Er könnte sich übrigens weitaus Schlimmeres vorstellen. „Wir warten noch, dass wir den Fischotter kriegen.“ Der würde das Fischgewässer leer fressen. In Bayern breite sich der Otter bereits aus, sagt Bohnet. Einige Fischzüchter hätten deswegen aufgeben müssen.