Janina Hettich-Walz nimmt ab Mittwoch beim Heim-Weltcup in Ruhpolding die Scheiben ins Visier. Foto: Martin Schutt/dpa

Keine Verschnaufpause! Im Biathlon-Weltcup geht es bereits am Mittwoch in Ruhpolding weiter. Während Janina Hettich-Walz (SC Schönwald) ihre gute Form bestätigen will, kommt es im Chiemgau zu einer ganz besonderen Premiere, die auch am Furtwanger Skiinternat für große Begeisterung sorgt.

Von Mittwoch bis Sonntag starten die Biathletinnen und Biathleten beim Heim-Weltcup in Ruhpolding. Dabei stehen am Mittwoch (Frauen, 14.30 Uhr) und Donnerstag (Männer, 14.30 Uhr) zunächst die Staffelwettbewerbe auf dem Plan, ehe am Freitag und Samstag die Sprints folgen. Am Sonntag steigen abschließend die Verfolgungsrennen.

 

Janina Hettich-Walz

Die Biathletin des SC Schönwald ist mit ihren deutschen Teamkolleginnen direkt von Oberhof am Sonntagabend nach Ruhpolding gereist. Sie freut sich besonders gerade über einen Aspekt: „Endlich gibt es hier im Chiemgau wieder mehr Sonnenschein. Wochenlang habe ich das vermisst, besonders auch über Weihnachten daheim im Schwarzwald, als es nur regnete. Ich laufe sehr gerne in Ruhpolding, auch hier ist die Stimmung an der Strecke – wie in Oberhof – fantastisch.“

Janina Hettich-Walz möchte von ihrer Form her in Richtung Weltmeisterschaft Anfang Februar (Nove Mesto/Tschechien) den nächsten Schritt machen. „In der Staffel haben wir am Mittwoch in Ruhpolding etwas gutzumachen, denn in Oberhof haben wir uns alle vier etwas unter Wert verkauft.“ Dann blickt die Schwarzwälderin auf den Sprint am Freitag und auf die Verfolgung: „Es ist klar, dass ich meine Laufleistung steigern möchte. Mit dieser bin ich noch nicht zufrieden. Meine Erkältung im Dezember gab sicherlich der Form hier auch einen Knacks. Ich fühle mich seitdem noch nicht wieder bei 100 Prozent. Doch ich bin zuversichtlich, dass es bis zu den Weltmeisterschaften für mich wieder passt.“

Julia Tannheimer

Neben Janina Hettich-Walz vertreten Hanna Kebinger (SC Partenkirchen), Franziska Preuß (SC Haag), Sophia Schneider (SV Oberteisendorf), Vanessa Voigt (SV Rotterode)

und – erstmals – Julia Tannheimer (DAV Ulm/Skiinternat Furtwangen) bei den Frauen die deutschen Farben.

„Das ist der Wahnsinn, einfach toll. Aber das hat Julia auch verdient“, ist Niclas Kullmann, der Leiter des Furtwanger Skiinternats, von der Schülerin einfach nur begeistert. Erstmals seit Skispringer Pascal Bodmer würde damit ein Talent, das noch am Skiinternat weilt, den Sprung in den Weltcup-Zirkus schaffen. Die erst 18-Jährige will in diesem Jahr in Furtwangen ihr Abitur bauen. „Danach ist auch Zeit für eine Feier“, drückt Kullmann nun der Ulmerin zunächst für die Rennen im Chiemgau die Daumen.

Die Belohnung

Julia Tannheimer, dreifache Goldmedaillengewinnerin bei der Nachwuchs-WM 2023, hatte im IBU-Cup, unterhalb des Weltcups angesiedelt, mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Nach mehreren Top-10-Platzierungen feierte sie in Sjusjøen (Norwegen) trotz drei Schießfehlern im Massenstart Mitte Dezember den ersten Sieg. Tannheimer war damit die jüngste Gewinnerin eines IBU-Cup-Individualwettkampfs in der Geschichte. In der Gesamtwertung ist die 18-Jährige derzeit Zweite, damit die beste deutsche Biathletin in der „zweiten Liga“.

Der Sportdirektor

Felix Bitterling, der Sportdirektor Biathlon, sagt in einer DSV-Mitteilung: „Mit Julia Tannheimer kommt eine ganz junge Athletin ins Team. Julia hat zuletzt ganz tolle Leistungen gezeigt, war vor allem läuferisch sehr stark und gehörte bei der Laufleistung eigentlich immer zu den besten Drei im IBU-Cup. Dazu kommt ihr Sieg beim IBU-Cup in Susjoen. Das Weltcup-Debüt in Ruhpolding hat sie sich also absolut verdient.“