Gibt am Schießstand alles: Julia Tannheimer Foto: IMAGO/Oryk HAIST

Ein Heimweltcup ist für Julia Tannheimer nochmal eine andere Stufe im Konzert der Besten. Die Biathletin vom DAV Ulm will vor Olympia in Oberhof gut ins neue Jahr starten.

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erste Wunsch fürs neue Biathlon-Jahr scheint für Julia Tannheimer in Erfüllung zu gehen. Denn Regen, den wird es den Wetterprognosen nach in Oberhof diesmal nicht geben, wenn der Weltcup von diesem Donnerstag an mit Sprint, Verfolgung und Staffel in Thüringen in das zweite Saisondrittel startet.

Noch zu gut erinnert sich die 20-jährige Sportlerin des DAV Ulm an die regnerischen Bedingungen vergangenes Jahr „mit einer nicht so tollen Loipe“. Was aber nicht heißt, dass am Rennsteig eitel Sonnenschein herrscht: Für alle Tage sind Schneefall und Wind angesagt. Schon vor dem Start werfen die Wetterprognosen den Zeitplan durcheinander. Am Freitag soll der Sturm richtig heftig werden, deshalb findet da kein Wettkampf statt.

Wobei Tannheimer die anspruchsvollen Strecken in Oberhof liebt, die lägen ihr „deutlich besser“ als beispielsweise in Ruhpolding, wo die Biathleten in der Woche darauf zu Gast sind. Welchen Weltcuport sie lieber mag, hat sie aber für sich noch nicht entschieden: „Da, wo besseres Wetter ist.“

Top-Ergebnisse verpasst

Läuferisch, da machen dem Youngster im deutschen Team nur wenige Frauen im Weltcup etwas vor. Konstant schnell im ganzen ersten Saisondrittel hat Tannheimer vor allem die fehlende Konstanz beim Schießen mehr Top-Ergebnisse gekostet. Im Ranking der besten Läuferinnen unter den Biathletinnen wird sie auf Platz fünf geführt. Hinter der Schnellsten, der Französin Justine Braisaz-Bouchet, sind dort vor ihr nur die beiden Öberg-Schwestern aus Schweden und die Weltcup-Führende Lou Jeanmonot (Frankreich) gelistet. Auf Rang acht findet sich Janina Hettich-Walz (SC Schönwald) als zweitschnellste Deutsche. Beide hadern derzeit mit ihren Trefferquoten.

Auch unter den schnellsten Männern auf der Strecke, angeführt von den Schweden Sebastian Samuelsson und Martin Ponsiluoma vor dem Gesamtweltcup-Führenden Johan-Olav Botn aus Norwegen, findet sich mit Philipp Horn auf Rang sechs ein Deutscher. An diesem Donnerstag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) startet in Oberhof das Weltcup-Wochenende mit dem Sprint der Männer.

Selbstbewusstsein getankt

Hettich-Walz hat bei der World-Team-Challenge auf Schalke mit guten Ergebnissen am Stand und dem Sieg mit Justus Strelow neues Selbstbewusstsein getankt. Jetzt will sie das auch im Weltcup zeigen. Auch bei Tannheimer klappe das Schießen im Training hervorragend, was für sie beruhigend sei. „Ich hoffe, dass ich in Oberhof gleich von Anfang an gut schieße. Gerade im Sprint, da muss man ja nur zweimal gut treffen.“ Wegen des Wetters wurde der Sprint der Frauen von Freitag auf diesen Donnerstag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) vorverlegt.

Die Voraussetzungen sind nicht günstig. Traumhafte Bedingungen mit viel Sonne wie bei den jüngsten Trainingseinheiten am Notschrei im Schwarzwald wird es nicht geben. Von querfliegenden Schneeflocken darf man sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen, auch nicht auf den Rängen, wo bestimmt wieder Zigtausende bei widrigen Bedingungen ihr Bestes geben werden.

Auf die Unterstützung freut sich Julia Tannheimer schon jetzt. „Weltcup in Deutschland mit den vielen Fans, das ist schon next level. Zumindest für die Deutschen.“ In Frankreich sei schon auch viel los gewesen, laut sei es da aber nur bei den einheimischen Startern geworden. Einen kleinen Vorgeschmack auf Oberhof und Ruhpolding bekam Tannheimer diesen Winter in Hochfilzen. „Das war echt cool. Da waren viele Deutsche da“, sagt die Ulmerin.

Die Norm geschafft

Die Olympianorm hat Tannheimer schon geschafft, die Leistung will, ja muss sie voraussichtlich aber noch einmal bestätigen. Schließlich ist die Konkurrenz im deutschen Frauenlager groß. Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß, Vanessa Voigt und Anna Weidel haben neben Tannheimer die Kriterien – einmal unter den besten Acht, zweimal unter den Top-15 – erfüllt, Hettich-Walz noch nicht ganz. Zu rechnen ist auch mit Selina Grotian, die in Oberhof nach auskurierter Krankheit in den Weltcup zurückkehrt. Fünf Frauen dürfen mit nach Antholz, vier pro Rennen starten.

Druck von außen spürt Tannheimer aber nicht: „Ich will mir selbst zeigen, dass da noch einmal was kommt.“ Am liebsten bei beiden Heimweltcups, denn schon am Mittwoch, 14. Januar, geht es in Ruhpolding mit einer Staffel weiter. Das Rennen in der Gunst von Julia Tannheimer hat der bayerische Standort noch nicht verloren. Denn dort soll es Sonne geben – also Traumbedingungen wie jüngst im Schwarzwald im Training.

Biathlon-Weltcup in Oberhof

Programm
Der Start ins zweite Trimester für die Biathleten beginnt in Oberhof am Donnerstag, 11.30 Uhr, mit dem Sprint der Männer über 10 Kilometer. Aufgrund der Wetterprognosen wurde der Sprint der Frauen (7,5 km) ebenfalls auf Donnerstag vorgezogen. Start ist um 14.15 Uhr. Für Samstag, 12 Uhr, ist die Verfolgung der Männer (12,5 km) und für 14.25 Uhr die Staffel der Frauen vorgesehen. Am Sonntag beschließen die Männer-Staffel (11 Uhr) und die Verfolgung der Frauen (10 km) um 14.30 Uhr das Wochenende alle Rennen live in ARD und Eurosport).