Am Mittwoch ist es soweit: Biathletin Janina Hettich-Walz feiert ihr olympisches Debüt im Einzel über 15 Kilometer. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Biathletin Janina Hettich-Walz aus Lauterbach startet im Einzel – die Ulmerin Julia Tannheimer muss warten. Das sagt die Schwarzwälderin vor ihrem ersten olympischen Wettkampf.

Olympisches Debüt: Biathletin Janina Hettich-Walz vom SC Schönwald gehört zum Aufgebot des deutschen Teams für den Frauen-Einzel am Mittwoch, 14.15 Uhr. Die weiteren drei Startplätze belegen Franziska Preuß (SC Haag) und Vanessa Voigt (WSV Rotterode), die schon Bronze in der Mixed-Staffel geholt haben, sowie mit Selina Grotian (SC Mittenwald) ein weiterer Olympia-Neuling. Julia Tannheimer vom DAV Ulm muss sich dagegen noch etwas in Geduld üben für ihren ersten Einsatz.

 

„Schon ganz cool“: Familie, Freunde und Bekannte schauen zu

„Es kommen ganz viele von der Familie zum Zuschauen, Freunde, Bekannte, es ist schon ganz cool, Olympia in den Alpen“, freut sich Hettich-Walz auf ihre Olympia-Premiere mit 29 Jahren. „Es war mein Ziel zurückzukommen.“ Im Weltcup habe sie vor allem am Schießstand ein paar Mal gestruggelt und da habe es zwischendurch auch Momente des Zweifels gegeben. „Aber morgen stehe ich hier, ich denke mal verdient, und ich gebe mein Bestes.“ Nicht zu schnell angehen will sie auf der anspruchsvollen Strecke und „am Schießstand versuchen, so viele Scheiben wie möglich zu treffen“. Es brauche in der Dichte des Feldes ein perfektes Rennen.

Verzichten muss sie vorläufig noch auf ihre kleine Tochter. Was sie gefasst aufnimmt: „Mein Mann und sie kommen am Donnerstag“, also einen Tag nach dem Einzel. Für das große Ziel sei ihr schon vorher klar gewesen, dass sie auch mal eine Woche von ihrer Tochter getrennt sein werde.

Frauen-Cheftrainer Kristian Mehringer hat „ein gutes Gefühl“

Frauen-Cheftrainer Kristian Mehringer hat „ein gutes Gefühl“ für das Rennen am Mittwoch. Zur Aufstellung sagt er: „Es ist immer ein Prozess.“ Die Leistungsdichte sei im deutschen Team eng zusammen, „einige kommen jetzt erst so richtig in Form“, wie Selina Grotian, die ja lange krank war. Bei der Ulmerin Julia Tannheimer wisse man, dass sie am Schießstand nicht ganz so stabil sei. Wohl mit ein Grund für die Aufstellung beim schießlastigen Einzel.

Mehringer betont aber auch: Die Entscheidung für die vier Starterinnen sei „nichts gegen die anderen zwei“. Neben Tannheimer muss auch Anna Weidel noch warten. Für den Sprintwettkampf sei noch nicht definitiv entschieden, wer startet. Da könne es wieder einen Wechsel im Team geben. Man wolle alle bei der Stange halten.

„Ich habe den Eindruck, dass sie eigentlich gar nicht aufgeregt ist“, sagt Julia Tannheimers Freund Matteo Lewe. Der, selbst Leistungssportler als Langläufer vom SV Kirchzarten, ist mittlerweile auch nach Italien gereist, um näher dran zu sein. „Sie wartet halt gespannt, dass sie die Zusage für ihren ersten Wettkampf bekommt.“ Am Wettkampftag werde sie aber wahrscheinlich schon mit Aufregung aufwachen. Doch „da ist sie eigentlich eine ganz coole Socke und das handhabt sie gut. Das wird kein Problem sein. Sie macht ihr Ding bei ihren ersten Olympischen Spielen“, ist er sich sicher. „Sie trainiert bisher gut, tradet viele Pins, was auch ein großes Ding bei den Spielen ist“. Mit dem noch fehlenden Start sei „dieses ganz, ganz spezielle Olympiafeeling“ bisher noch nicht aufgekommen. „Doch vielleicht gibt es das bei den Wettkämpfen, und da sind wir gespannt drauf.“