Bürgermeister Norbert Swoboda würdigte Janina Hettich mit einem Blumenstrauß. Außerdem erhielt sie eine von Siegfried Zey eigens für sie gemachte Schwarzwalduhr. Foto: Fritsche

Die Lockerung der Corona-Regeln machte es möglich: Großer Empfang für Janina Hettich im Lauterbacher Rathaus.

Lauterbach - Was vor zwei Jahren schon sein sollte und wegen der Pandemie nicht möglich war, konnte jetzt endlich stattfinden: Lauterbach trifft sich mit Biathletin Janina Hettich und würdigt ihre Leistung.

Viele, sehr viele Menschen aus dem Dorf waren zum Event ins Rathausfoyer gekommen, alle Altersstufen. Ein gut gelaunter, ja geradezu strahlender Bürgermeister Norbert Swoboda freute sich, dass zum ersten Mal seit langer Zeit eine solche Zusammenkunft möglich war.

Auch die Lauterbacher, die sich seit zwei Jahren nicht unter solchen Umständen treffen konnten, genossen es und tauschten sich rege aus. Sogar manche Hände wurden wieder geschüttelt. Swoboda hieß nicht nur Janina Hettich herzlich willkommen, sondern auch Jugendtrainer Günther Faller vom SC Schönwald und Landestrainer Steffen Hauswald.

Erfolgreiche Bilanz

"Schön, dass es heute endlich klappt", sagte Swoboda. Hauptamtsleiter Andreas Kaupp habe immer Kontakt mit Janina Hettich gehalten. Dann las er auf drei DIN-A4-Seiten die lange Liste ihrer sportlichen Erfolge von der Saison 2016/17 bis heute vor: Von der Sportlerin des Jahres im Landkreis Rottweil 2017 über die Silbermedaille bei der Europameisterschaft in Minsk 2019, den ersten Weltcupsieg 2020 in der Staffel von Oberndorf, der Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Pokljuka im selben Jahr bis zur Silber- und Bronzemedaille im Januar 2022 in Norwegen und zum einen "ganz starken" Saisonabschluss im März 2022 beim Weltcup-Finale in Oslo.

Unter dem Beifall der Lauterbacher holte Janina Hettich während Swobodas Laudatio, während der der Bürgermeister die freudige Nachricht erwähnte, dass bei Hettich auch die Hochzeit bevorsteht, die Medaillen aus einem mitgebrachten Kästchen und legte sie auf einem der Stehtische aus.

Bürgermeister als Reporter

Dann wechselte Swoboda gekonnt vom Bürgermeister in die Rolle des Sportreporters und befragte Hettich und danach die beiden Trainer in einem von den Zuhörern gespannt verfolgten Interview, das sendereif war, aber vom Umfang her den Rahmen der Berichterstattung sprengt. Auch der Vater der Sportlerin kam zu Wort.

"Letztes Jahr war es einfacher, dieses Jahr lief es von Anfang an nicht so wie im Vorjahr", erzählte Janina Hettich. Sie habe nicht die sonstige Leichtigkeit oder Lässigkeit gehabt, die Scheibe zu treffen. "Vielleicht habe ich mir ein bisschen zuviel Druck gemacht in Richtung Olympia". Aber in vier Jahren gebe es eine neue Chance.

Oberfeldwebel bei der Bundeswehr

Sie mache auch "mentales Training" antwortete sie auf die entsprechende Frage nach der Unterstützung durch die Trainer. "Man muss bei jedem Schuss innerlich dabei sein", sagte sie. Auf die Frage nach der beruflichen Situation berichtete sie, dass sie inzwischen Oberfeldwebel bei der Bundeswehr ist und ein Studium mit der Ausrichtung Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen habe.

Dankbar ist sie ihrem Arbeitgeber dafür, dass er sie für das Training freistelle und ihr den Profisport ermögliche. Wo sie denn trainiere, wollte ein Lauterbacher wissen. "Viel in Schönwald", antwortete sie. "Janina profitiert von der Erweiterung der Biathlon-Anlage und für Schönwald ist ihr Erfolg auch gut", ergänzte Jugendtrainer Faller.

Kein Essen

Swoboda stellte die Frage: "Warum sind die Norweger läuferisch besser?". "Weil es ein Volkssport ist, bei dem vom Kind bis zur Oma alle mitmachen, das bringt einfach mehr Talente", erläuterte Landestrainer Hauswald.

Vater Roland Hettich sorgte für große Heiterkeit bei den Gästen, als er verriet: "Immer wenn Janina im Wettbewerb steht, gibt es nichts zu essen". Seine Frau Simone sei dann vorm Fernseher. "Danke an meine Familie und Sponsoren, an alle, die mich auf meinem Weg unterstützen. Ich habe viel in der Saison gelernt, die nicht so gut lief. Und ich freue mich sehr, dass heute so viele da sind", erklärte Janina Hettich zum Abschluss des Empfangs.